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Sonntag, 10. Dezember, 6.35 Uhr

In dieser Sekunde fährt der Streuwagen vorbei. Die FAS ist schon da, ohne Streuwagen. Bravo! Aufmacher: „SPD sieht noch keine Groko.“ Weil sie noch trotzig die Augen zu macht? Aber bitte nicht im Blindflug weiter!

Jamaika weg, Groko kommt wieder, aber warum redet niemand über Schwarz-Rot-Grün? Nicht mein Ding, passt aber am besten zusammen.

Unter den Meldungen der Nacht noch keine Bestätigung der Bosz-Entlassung. Er muss gehen, menschlich schade, sportlich unausweichlich. Gegen Bremen gab es das finale Trauer-Spiel.

„Driving home for Christmas“ ist eines der besseren Weihnachtslieder des Pops (manches Gedudel ist kaum auszuhalten). Chris Rea ist gestern abend auf der Bühne zusammengebrochen, mit Gitarre zu Boden gestürzt. Krankenhaus, noch keine Diagnose bekannt. Hatte schon mal einen Schlaganfall. Daumendrücken.

Fotos von Manuel Neuer von der Bild-Spendengala. Immer noch auf Krücken. Das dauert schon lange und kann noch dauern. Dennoch wurde und wird die Verletzung(spause) erstaunlich unaufgeregt beziehungsweise kaum noch kommentiert. Auch die von Marco Reus. Beide in Topform, das würde die WM machbarer machen.

Wenn es nach Mehmet Scholl geht, gewinnen wir aber gar keine WM mehr, sondern spielen nur ganz gut mit. Wegen der Laptop-Trainer, die die Kinder 18 Laufwege furzen, aber nicht dribbeln lassen. Nettes Montagsthema. Mein Stichwort auf dem Zettel: Mehmet, der Traditionspopulist. Mehr als ein bisschen steckt bei ihm wohl der einstige Superdribbler mit Zauberfuß hinter der Kritik. Frust, weil als Trainer von früheren Rumpelfüßlern weit überholt? Alte Schule geht gegen neue Schule unter und „keuert“? Aber es gibt keine alte und neue, sondern nur gute und schlechte Schule. Gestern Gladbach – Schalke, das war beiderseits gute Schule, mit einem Trainer der alten und einem der neuen Schule.

Die alte Claudia Pechstein läuft immer noch bei den Jungen vorne mit. Respekt.  Hat sie verdient. Sympathie kriegt sie kaum ab. Was vielerlei Gründe hat. Bei mir wegen des Armstrong-Effekts. Bei ihm: „Verlieren ist wie Sterben.“ Bei ihr: „Mein Motto ist: Siegen oder Sterben.“ Ihr Manager und Partner ist ein sehr spezieller Mann. Auf dem Zettel ein „schönes“ Zitat von ihm. Mal sehen, ob und wie ich es in die Montagsthemen packe. Zusammen mit David Storl, dem sanften Kugelriesen, der in seiner Not zu dem Motivations-Berserker gefunden hat. Was sich letzte Saison noch nicht  ausgezahlt hat.

Pfiffe gegen Jupp Heynckes in Frankfurt.  Verständlich bei  Fans mit Elefantengedächtnis, die vergessen nichts. Aber sie sollten auch mal in sich gehen und prüfen, ob sie damals nicht zu der riesengroßen Mehrheit gehört haben, die Heynckes in der Anfangs- und Mittelphase seiner „Legatisierung der Okochas“ inbrünstig zugestimmt haben. Ich weiß noch, wie allein ich auf weiter Flur war.

In den Meldungen der Nacht auch wieder einiges zum Loveparade-Prozess. Ich würde auch gerne etwas dazu schreiben, aber das würde zu provokativ (obwohl es so gar nicht gemeint wäre). Das, was ich denke und nicht schreibe, denken viele erst gar nicht. Hilfloser Tenor im Mainstream: Irgendjemand ist schuld, und der muss bestraft werden. Zu einfach.

Das Thema geht ganz tief. Lieber bleibe ich oberflächlich, wie mit diesem Thema der Nacht: Neuer Weltrekord im Katzenweitsprung. Knapp 3,40 m. Daran könnte ich andere tierische Rekorde knüpfen. Falls die anderen Themen Platz dazu lassen: Petersens Verblödung, Scholls Traditionspopulismus, wieder mal Video, Perikles, Pechstein, Basketball-Völler … muss alles noch sacken und sich ordnen. Während KKKK.

Baumhausbeichte - Novelle