Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Ohne weitere Worte (vom 21. November)

Die vergangenen drei Jahre waren mager für den FC Bayern. In dieser Saison sieht’s besser aus – warum? – »Ich bin ja wieder da (grinst). (…) Vorher wurde über 5000 Euro lange diskutiert – heute holt man Spieler, anschließend besorge ich notfalls das Geld.« (Uli Hoeneß im Interview der Süddeutschen Zeitung … über die Bayern-Basketballer)
*
Thomas Helmer (…) schoss einst für Bayern München das berühmte Phantomtor. Ebenso knapp daneben wie damals zielt er heute bei seinen scherzhaften Einschüben, mit denen er seinen Gästen (…) permanent ins Wort fällt. (Jörg Kramer in der Zeit über den »Doppelpass«-Moderator)
*
Handball ist international wirtschaftlich nix wert. In fast keinem Land spielt Handball eine Rolle, außer in Deutschland. (…), aber (…) Handball wird von den Öffentlich-Rechtlichen gepusht ohne Ende.« (Hoeneß/SZ)
*
Als kleine Sottise gegen den Titel Doppelpass der Konkurrenz kündigt der Gastgeber zu Beginn jedes Mal an, »ausschließlich Steilpässe« zu liefern. (Kramer/Zeit über »Wontorra«-Moderator und Helmer-Vorgänger Jörg Wontorra)
*
Mit einem Rücktritt hätte er auf jene 1,5 Millionen Euro verzichtet, die ihm bis zum Vertragsende 2018 noch zustehen. Dieser Preis der Würde war (…) offenbar zu hoch. Stoisch überhörte er die Rücktrittsforderungen (…), bis ihn Verbandspräsident Carlo Tavecchio (…) in den goldenen Ruhestand entließ. (Birgit Schönau in der SZ über Italiens Ex-Trainer Gian Piero Ventura)
*
Manchmal appelliert Doppelpass an die Nachsicht von Mathematikern. Als der Stuttgarter Vereinschef Wolfgang Dietrich neulich das Ziel formulierte, sein VfB solle auf Sicht im »oberen Drittel« der Tabelle mitspielen, empörte sich der Moderator: ob es nicht vermessen sei, sich als Aufsteiger unter »die ersten drei« mischen zu wollen. (Kramer/Zeit)
*
Nach dem Triumph seiner Landsleute in Mailand (…) hatte Ibrahimovic (…), der (…) 2016 von seinem Dienst für Schweden zurückgetreten war, nichts Besseres zu tun, als auf Instagram kundzutun: »We are Zweden.« Nein, das war kein Schreibfehler, sondern ein weiterer Beleg dafür, dass er sich allzu wichtig nimmt. Z wie Zlatan statt S wie Schweden. (Volker Stumpe in der »Schluss für heute«-Rubrik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
*
Sonderform des Fußball-Talks (…): Matthias Sammer im Gespräch mit sich selbst. (…) Auch den Dadaismus macht Sammer wieder gesellschaftsfähig. (…) Sprache wird ihres Sinnes entleert, zu hören sind rhythmische Klangbilder. (…) »Was für mich wirklich Wahnsinn ist. Delaney, Bartels. Plötzlich hast du Viervierzwei Grundordnung gegen den Ball.« (Kramer/Zeit)
*
»Diese Saison wird wieder eine Titanic sinken, und wir sind froh, wenn wir nicht dabei sind.« (Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic im Interview der Frankfurter Rundschau)
*
»Der sicherste Weg, der AfD zu 30 Prozent zu verhelfen, ist, deren Wähler und Sympathisanten öffentlich als dumm zu bezeichnen. (der Soziologe Boris Grésillon im Welt-Interview)
*
Wer noch »Asylant« oder »Flüchtling« sagt, macht sich verdächtig. (…) Dass die Kanzlerin ihre Landsleute »diejenigen, die schon länger hier leben« nennt, zeugt vom aktuellen Ausmaß der semantischen Verwahrlosung im Dienst der Willkommenspraxis. (Henryk M. Broder in einem Welt-Kommentar)
*
Was ist mit den Weinsteinerinnen, mit sexistisch-chauvinistischen Frauen, Frauen, die Frauen fertigmachen? Zum Beispiel Heidi Klum, die nun schon fast zwölf Jahre lang (…) junge, hübsche Frauen für Aussehen, Gewicht und Verhalten drangsaliert und beleidigt. (Sarah Pines im Welt-Feuilleton)
*
Max (Anm.: FCA-Spieler) sagt, dass Sie von den Spielern eine »Scheißhausfliegenmentalität« fordern. Was meinen Sie damit? – »Dass man sofort hinterhergeht, wenn man den Ball verliert. Wie bei einer Fliege, die ich nie loswerde. Und dann ist die schon wieder da und schon wieder.« (Augsburgs Trainer Manuel Baum im SZ-Interview)
*
Viele kenianische Kühe (haben) ihren europäischen Schwestern in Sachen Anstand einiges voraus: Sie furzen und rülpsen weniger. Das ist nicht nur angenehmer für die Bauern, sondern auch gut fürs Klima. (Johannes Dieterich in der Frankfurter Rundschau)
*
»Er setzt auf die Niedertracht. (…) Was immer man vom Format einer sogenannten bürgerlichen Gesellschaft halten mag – sie funktioniert durch eine strikte (…) Unterscheidung von öffentlich und privat. Dies gilt nicht fürs Trump-Regime. Trumps Tweets gehen unmittelbar vom Klo ins Netz.« (der Kulturwissenschaftler Joseph Vogl im Zeit-Interview)
*
Tarzan kackt nicht in den Dschungel (taz-Schlagzeile zum Welttoilettentag) (gw)
*
(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle