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Matthias Weidner: Der kleine Sexist

Das Folgende bitte auf die satirische Schulter nehmen:
Montagsthemen am Dienstag gelesen und an Passage mit dem Plakat hängengeblieben. Warum dieser Unsinn nirgendwo angeprangert wird, fragen Sie. Weil es kein Unsinn ist, sondern sich um eine konsistente und komplexe Geschichte handelt, die hier in einem Bild zusammengefasst wurde. Um das zu verstehen, muss man natürlich auch den zugegebenermaßen sehr spärlichen Text auf dem Plakat lesen. Den sieht der Betrachter natürlich nur, wenn der kleine Sexist in ihm nicht schon die Führung übernommen und die Augen auf andere Stellen des Plakats gelenkt hat. Und das scheint mir bei Ihnen, lieber Lieblingskolumnist, der Fall zu sein. Wie sonst wäre es zu erklären, dass Ihnen als einem Mann des Wortes dieselben auf dem Plakat nicht aufgefallen sind?
Die Story: Damen haben sich zum gemeinsamen abendlichen Weggehen verabredet, sind aber durch Überstunden an der Arbeit aufgehalten worden. Daher: keine Zeit mehr zum Umziehen; die Fahrzeit muss genutzt werden. Ob die Damen ihre Klamotten auf der Arbeit dabei hatten oder einen Touchdown zuhause machten, wird nicht verraten. Bei diesem Umziehen hat man sie fotographiert. Alles logisch, oder? Was ich nicht verstanden habe: was hat das Ganze mit Zigaretten zu tun? Wenn die beiden bei diesem Kuddelmuddel jetzt noch eine anzünden, haben sie große Chancen auf Brandlöcher.
Das fragt sich mit einem Augenzwinkern Ihr treuer Leser Matthias Weidner aus Lollar.

Baumhausbeichte - Novelle