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Ohne weitere Worte (vom 1. November)

Für Heynckes ist es durchaus von Vorteil, dass ihm das Malheur nicht während einer Asienreise des FC Bayern passiert ist. Medizinisch ist das zwar unsinnig, aber in Japan gilt Nasenbluten als kulturelle Chiffre für Lüsternheit und starke Triebe. (Werner Bartens in der Süddeutschen Zeitung über den Bayern-Trainer, dem während des Pokalspiels in Leipzig die Nase blutete)
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Das flirrende Passspiel, die Akkuratesse der Ballstafetten faszinieren auch die neutralen Betrachter (…), dagegen wirkt Bayern München selbst an besseren Tagen bieder. Und das unausgegorene Hin und Her von Borussia Dortmund oder auch Jürgen Klopps FC Liverpool erinnert im Vergleich im besten Fall an Experimentalphysik. (Jörg Kramer in der Zeit über Pep Guardiolas Manchester City)
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Als Gerhard Schröder bei Hannover 96 (…) als Aufsichtsratchef anfing, sagte er: »Ich helfe sehr gerne.«. Seither läuft der Laden. (Oskar Beck in der Welt)
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Null zu eins lag Hannover in Augsburg zurück. (…) Schröder auf der Tribüne (…) schrie ungefähr in Richtung Spielfeld: »Ihr seid alle Krücken!« Es half. In den Schlussminuten hat der Aufsichtsratchef die Krücken wachgerüttelt und das Ding noch herumgerissen. (Beck/Welt)
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»Ich hätte nie gedacht, wie viel Freude einmal eine volle Windel machen kann. Es ist wirklich wunderschön. Man feiert die Kleine, wenn sie lacht, wenn sie in die Hosen macht.« (Felix Neureuther, junger Vater, zitiert in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Ich entwickelte einen Zwei-Jahres-Masterplan. Die entscheidende Phase: 52 Wochen intensives Training, sechs Tage die Woche.« – Welche Schwerpunkte setzten Sie? – »Ich kräftigte meine Rumpfmuskulatur intensiv, damit ich nicht wie der schiefe Turm von Pisa durch das Ziel laufe. Zudem: keine Chips und Schokolade. Alkohol nur an Weihnachten und Karneval.« (Tagesschau-Sprecher Thorsten Schröder, 49, der den Ironman auf Hawaii in 10:56:12 bewältigte, im Spiegel-Interview)
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In welchen Momenten fühlen Sie sich lebendig? – »Ich stehe um halb sieben auf, rolle mich aus dem Bett und mache Liegestütze. Ich habe mit zweien angefangen, mittlerweile komme ich auf 20. Dann noch 60 Kniebeugen und 100 wirklich harte Bauchübungen Das mache ich immer als Erstes nach dem Aufstehen und als Allerletztes vor dem Schlafengehen.« (Veronica Ferres im chrismon-Interview)
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Bislang scheint die Aussicht auf eine Jamaikakoalition vor allem die schlechtesten Eigenschaften ihrer Teilnehmer zum Vorschein zu bringen: die Unreife der FDP, den Opportunismus der Grünen, die chronische Teilnahmslosigkeit der Kanzlerin und die Scheuklappenmentalität der CSU. (Markus Feldkirchen im Spiegel)
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Sobald ich in Berlin aus dem Zug steige, ist alles »edgy«, also irgendwie frech, provokant, genial. Wenn ein junger Vollbart eine vegane Teestube eröffnet, ist das total »edgy«. Und sein Freund (…) hat auch etwas ganz Verrücktes gegründet, irgendeine Flowerbox zum Verschicken von Rosen, »sehr edgy«. (Bettina Weiguny in ihrer FAS-Kolumne)
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Ganz Deutschland (…) ist »edgy«. Überall wimmelt es von »Innovatoren«, von »Disruptern«, die »out of the box« denken. Das ist ganz wichtig: Wer sich von der Masse absetzen will, denkt heute »out of the box«. Über den Tellerrand schauen, hieß das früher mal, als die Welt noch in Ordnung war. (Weiguny/FAS)
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Jedes Mal, wenn in Deutschland ein Reporter versucht, den Namen Sebastian Haller besonders französisch, besonders »Hallléeer« auszusprechen, stirbt irgendwo ein Logopäde. (aus dem Liveticker des Fußball-Magazins 11Freunde) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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