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Mittwoch, 18. Oktober, 18.40 Uhr

Nachwirkungen des Sturzes: körperlich so gut wie keine. Danke für die Nachfragen. Es gibt aber Nachwirkungen der anderen Art. Heute früh der Besten von allen gesagt, dass ich nach Biskirchen zu meinen Fahrradmenschen fahre, zwecks Begutachtung etwaiger verborgener Schäden. Kennt jemand die Strecke? Gießen – Wetzlar – Oberbiel – Biskirchen. B49, viel befahren, unfallträchtig, natürlich Rad-Verbot. Halbe Stunde mit dem Auto (gut zwei auf dem Lahnradweg, der einigermaßen parallel führt). Dann: Sie zur Arbeit, zu Terminen.Hört im Radio Warnmeldung: “Achtung, Radfahrer auf der B49 bei Oberbiel!”

Und was denkt sie?! Wer schon Rippen und Schlüsselbein bei dummen Stürzen gebrochen hat, wer im Urlaub vom Muli fällt (Rippen gebrochen und geprellt) und wer jetzt auf dem Radweg frontal gegen einen Poller crasht und im Salto vorwärts bauchlandet, so ein alter Trottel radelt auch fidel auf der Autobahn. Empörend!

Vorgestern ein Anruf. Sehr netter Mensch vom Zeit-Magazin Mann. Einladung zu einer Veranstaltung rund um die aktuelle Ausgabe, in der ich vorkomme. Rund 200 geladene Gäste. Christoph Amend, der Chefredakteur, möchte auf der Bühne ein ca. zehnminütiges Interview mit mir führen. Ich lehnte ab. Weil ich glaube, meine Stärken (Schreiben) und Schwächen (Reden) zu kennen. Deshalb sei ich ja auch schreibender Journalist geworden. Der freundliche Anrufer zeigte viel Verständnis. Vielleicht hat er ja eine ähnliche Selbsteinschätzung.

Gestern musste ich mir das seit langer Zeit deprimierendste Fußballspiel  ansehen. Die Schwächen des zu früh hochgejubelten BVB habe ich ja ebenso frühzeitig in meinen Kolumnen benannt, aber recht zu haben macht da gar keinen Spaß, und so fürchterlich schlecht hatte auch ich sie nicht erwartet. Hoffentlich wird das heute Abend eine erfreulichere Angelegenheit (obwohl der FCB  mich emotional nicht halb so bewegt wie der BVB).

Baumhausbeichte - Novelle