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Ohne weitere Worte (vom 17. Oktober)

»Irgendwann kommt für viele das böse Erwachen. Man ist unqualifiziert für das zweite Leben.« (Ex-Nationalspieler Knut Reinhardt, heute Grundschullehrer, im Interview der Frankfurter Rundschau)
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Wie viele Spieler der Akademie schaffen es nach oben? – »Ich denke, nicht viel mehr als ein Prozent. Das ist atemberaubend. (…) 80 Prozent derjenigen, die mit 16 einen Vertrag hatten, sind nachher arbeitslos.« (Ex-Nationalspieler Per Mertesacker, künftiger Leiter der Jugendakademie von Arsenal London, im Spiegel-Interview)
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»Ich kenne Ehemalige, die sind inzwischen Sozialfälle. Aber die wollen sich das nicht eingestehen, die sagen auch noch mit Fünfzig: Ich bin Fußballer.« (Reinhardt/FR)
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»Damals war mehr Freundschaft. (…) Beim HSV sehe ich das heute gar nicht mehr. Das ist eine reine Söldnertruppe. Und von denen können nur fünf Fußball spielen.« (Ex-Nationalspieler Jimmy Hartwig im Spiegel-Interview)
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»Es gibt ja auch keinen Dribbler mehr wie Stan Libuda oder Pierre Littbarski. Die müssen geboren werden. Beide profitierten auch von ihren O-Beinen, waren auch deshalb unberechenbar mit ihren Finten. Aber welches Kind hat heutzutage noch O-Beine? Die werden heute begradigt.« (Ex-Nationalspieler Klaus Fischer im Kicker-Interview)
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Leonardo Bonucci (…) zelebriert auf dem Platz ausgiebig seine Identitätskrise. Was bin ich noch mal, und wozu bin ich hier? Der weithin gefürchtete Leo Bonucci, vor dessen grimmigem Lächeln die Stürmer der Welt zitterten, ist zahnlos, harmlos, planlos, seitdem er das schwarz-weiße Juve-Trikot gegen das schwarz-rote von Milan getauscht hat. (Birgit Schönau in der Süddeutschen Zeitung)
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Von Bunte befragt, ob sie inzwischen auch schon Deutsch spreche, enthüllt Ivanovic den ersten Satz, den Schweinsteiger ihr beigebracht habe: »Nein, danke, ich bin glücklich verliebt.« Das, habe ihr Gatte gesagt, sei »der einzige Satz in Deutsch, den du können musst«. (aus »Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Vidal (…) ist gewissermaßen Hauptopfer (…) in Chile nach dem WM-K.o. (…), seit die Ehefrau von Claudio Bravo, Carla Pardo, die Büchse der Pandora öffnete.. »Ich weiß, dass die meisten sich den Arsch geschoren haben, während andere bloß feiern gingen und wegen Trunkenheit nicht mal trainieren konnten«, hatte Pardo (…)  in ihr Smartphone gehämmert. (Javier Caceres in der Süddeutschen Zeitung)
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Bravos Schwiegermama Pilar Lizana (lud) nach. (…) Alle Welt weiß, dass Vidal besoffen zum Training kam«, sagte sie in Canal 13. (Caceres/SZ)

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Sampaoli (Anm.: Ex-Nationaltrainer Chiles) habe auch seine Wahrheit über Vidal ausgebreitet, der in seinen Augen ein Fall für den Arzt sei. »Er mag es zu trinken und kontrolliert sich nicht.« (Caceres/SZ)
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Eitel und selbstgerecht freuen sie sich über ein bisschen billigen Applaus. Die freie, vereinte Stadt, in der sie ihrem traumhaften Beruf nachgehen dürfen, gäbe es nicht ohne die Fahne, die sie mit ihrem lächerlichen Kniefall verhöhnen. (Julian Reichelt auf Bild online über die Solidaritäts-Demonstration der Hertha-Profis)
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»Selbst die Grünen waren ja mal wählbar, als sie jung und idealistisch waren und noch keine Partei der Besserverdienenden, also die FDP des kleinen dummen Mannes und seiner Frau.« (Martin Sonneborn, Satiriker und Chef der Partei »Die Partei«, im Interview des FAZ-Magazins)
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Haben Sie Angst, dass der Ruf leidet? – »Darauf scheiße ich.« (Kölns Trainer Trainer Peter Stöger im Kicker-Interview)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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