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Dienstag, 10. Oktober, 18.05 Uhr

Interview in der Welt. Mit Christophe Guilluy, eigentlich Geograf, aber in Frankreich als intellektueller Autor bekannt geworden und von Gegnern als “Linksreaktionär” beschimpft. Die Seite mit dem Interview lag auf dem Stapel herausgerissener Seiten aus Zeitungen und Zeitschriften, die ich bei der ersten Sichtung als für mich interessant sammele, um sie später zu lesen, aus eigenem Interesse am Thema und/oder weil ich vermute, dass Zitate für die Ohne-weitere-Worte-Kolumne dabei sind. Ich schaffe es nie, den Stapel komplett abzuarbeiten, bis die OWW-Kolumne (ab-)geschrieben werden muss. So stieß ich auch erst jetzt auf das Interview, sonst hätte heute in OWW dies gestanden:

“Die traditionelle politische Klasse will die Spaltung der Gesellschaft nicht wahrhaben. Sie richtet sich weiter an eine Mittelschicht, die es nicht mehr gibt. (…) Diese Parteien sind entstanden, um die Mittelschicht der 60er-, 70er-, 80er-Jahre zu repräsentieren. Mit ihrer allmählichen Auflösung sind auch ihre Wähler verschwunden, weshalb sie bei jeder Wahl etwas mehr verlieren.”

Man muss kein französischer Intellektueller sein, es reicht schon ein schlichtes, aber aufmerksames deutsches Gemüt, um zu dieser Einschätzung zu kommen. Dass diese Parteien jetzt bei der Bundestagswahl nicht noch viel dramatischer an Stimmen verloren haben, liegt nur (das ist jetzt keine intellektuelle französische Behauptung, sondern meine schlichte Vermutung) daran, dass viele ehemalige Wähler der beiden großen Parteien nicht gleich zur AfD gewechselt sind, das war ihnen ein zu großer Schritt, daher begnügten sie sich mit dem kleinen Protest, zunächst mal “nur” zu den beiden kleineren zu wechseln, die FDP wieder groß machend und die Grünen aus dem lang anhaltenden Umfragetief hievend. Die kommen jetzt in die Regierung, und wenn die sich weiter verhält wie von Guilluy beschrieben, folgt bei der nächsten Wahl der nächste Schritt.

Guilluy sagt in der Welt auch, Merkels faktische Grenzöffnung nebst freundlicher Einladung sei “hochgradig brutal” gewesen, “eine bourgeoise Gewalt von oben”.

Aber nun zum wirklich Wichtigen, der Auflösung der “Wer bin ich?”-Runde (muss ich in postironischen Zeiten hinzufügen, dass das “wirklich Wichtige” Ironie ist? In den Zeitungskolumnen nicht, da kennen mich die Leser. Aber über den Blog könnten auch ganz andere Gemüter stolpern).  Den Text zur WBI-Kolumne, der am Donnerstag erscheinen soll, schreibe ich morgen, heute habe ich die Punkte notiert und die Jahres-Rangliste erstellt – diesmal war es wirklich selektiv. Der wichtigste Tipp stand schon in der Überschrift: “Ich bin zwei.” Auch Suchmaschinenprofis hatten ihre Probleme, denn einen verräterischen Text aus dem Jahr 2012 (damals in einer Rückblickserie) hatte ich rechtzeitig offline gestellt (wirklich rechtzeitig?  Aus den Einsendungen vermute ich, dass der eine oder andere Server erst verspätet auf mein Offline-Stellen reagiert hat). Dieser Text kommt in die Auflösungskolumne, denn besser kann ich auch heute noch nicht erklären, was 1988 bei uns in der Redaktion los war (die ganz alten Texte, die alles verraten hätten, waren nie online zu lesen). Einige der besten WBI-Kenner sind an dem Mann, der zwei war, gescheitert, aber wenn sie die völlig irre Geschichte dazu lesen, wird sie das hoffentlich für die entgangenen Punkte entschädigen. Morgen mehr!

 

 

 

 

 

Jost-Eckhard Armbrecht (Großen-Buseck)                 2

Helmut Bender (Linden)                                              3

Dr. Sylvia Börgens (Wölfersheim)                                4

Thomas Buch (Friedberg)                                           6

Beate Dachauer (Butzbach)                                         4

Ludwig Dickhardt (Bad Vilbel)                        6

Wolfgang Egerer (Rosbach-Rodheim)              4

Dr. Raymund Geis (Reiskirchen)                                  4

Peter Hett (Bad Nauheim)                                           5

Andreas Hofmann (Bad Nauheim)                               4

Uwe-Karsten Hoffmann (Bad Nauheim)                      4

Michael Jungfleisch-Drecoll (Düsseldorf)                     6

Dieter Neil (Großen-Buseck)                                      6

Klaus Philippi (Staufenberg-Treis)                               6

Guido Regina (Wettenberg)                                         1

Walther Roeber (Bad Nauheim)                                  5

Jens Roggenbuck (Staufenberg-Mainzlar)                    5

Karin/Wolfgang Scheunemann (Bad Nauheim) 1

Karola Schleiter (Florstadt)                                         6

Rüdiger Schlick (Reichelsheim)                                    6

Horst-Günter Schmandt (Pohlheim)                             4

Reinhard Schmandt (Pohlheim)                                    3

Paul-Gerhard Schmidt (Mücke-Nieder-Ohmen)          6

Jochen Schneider (Butzbach)                                      6

Prof. Peter Schubert (Friedberg)                                 4

Manfred Stein (Feldatal)                                             5

Franz-Josef Stöhr (Saasen)                                          1

Martina Wenzel (Wöllstadt                                          1

Klaus-Dieter Willers (Hungen)                         6

Ingrid Wittich (Mücke)                                    3

Baumhausbeichte - Novelle