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Ohne weitere Worte (vom 4. Oktober)

Die Prunk- und Verschwendungssucht à la Qatar verwandelte sich in schönste Fußballkunst. Auch wenn es (sport-)politisch nicht korrekt sein mag: In diesen besonderen Momenten der Entfaltung von höchster ästhetischer Fußballqualität wird auch der Boom-Effekt des großen Geldes sichtbar. Eine neue Stufe der Fußballkunst, die nun von Paris aus in den Kathedralen der globalen Fußball-Unterhaltung Einzug hält. (Michael Horeni in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Ancelotti hat es nicht verstanden, der Post-Lahm-und-Alonso-Elf irgendeine Art von Struktur und Hierarchie zu verpassen. Er hat mal den einen Spieler mittels Bankplatz verwundet und dann den anderen, und so konnten die Bosse am Ende gar nicht anders: Einen Trainer im Amt zu lassen, der taktisch nicht präzise arbeitet und das Frustpotenzial befördert, würde dem Klub gegenüber an unterlassene Hilfeleistung grenzen. (Christof Kneer in der Süddeutschen Zeitung)
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Möglicherweise leiden die Bayern ja auch unter ihrer Marketing-Saisonvorbereitung in Asien (das darf aber niemand sagen). (Peter Penders in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Der Bayern-Präsident, der das Wort Anstand so gerne im Munde führt (…), ließ insgesamt den Eindruck aufkommen, der Italiener sei mehr oder weniger ein sturer, beratungsresistenter, alter Mann, unfähig, mit dem fußballerischen Feinkost-Personal, das sich ansonsten leicht in jedes Champions-League-Finale vorgekickt hätte, adäquat umzugehen. Es ist die klassische Hoeneß-Methode, er wendet sie regelmäßig an. Wenn die Bayern und ein Trainer vorzeitig voneinander scheiden, ist immer nur der Trainer schuld. Der Verein nie. (Peter Ahrens auf Spiegel Online)
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Das hintergründige, langfristige Problem aber wird man so nicht lösen können: das Problem, dass die Möglichkeiten dieses Kaders vielleicht gar nicht so groß sind, wie man sich immer eingeredet hat. (Christian Eichler in der FAS)
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Carlo Ancelotti hat sich (…) ebenfalls zu Wort gemeldet. Er twitterte: »Es war eine Ehre, Teil der Geschichte der Bayern zu sein. Danke an den Klub, die Spieler und die grandiosen Fans. Ciao #MiaSanMia«. Grandezza ist ein italienisches Wort. Kein bayerisches. (Ahrens/Spiegel)
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»Charly« Körbel (…) hat eine clevere Geschäftsidee. Er will (…) ein Altenheim für ehemalige Fußballspieler aufbauen. (…) Körbel meint es ernst mit der ultimativen Altersvorsorge für betagte Kicker. Keiner wisse ja, was später mal passiere. (…) Vielleicht vereinsame man, und dann sei so ein Heim doch eine tolle Sache. In ihm könnten ganz viele Ex-Profis wieder Lebensfreude finden (…), schließlich könnten sie zusammensitzen und den ganzen Tag über Fußball reden. (Michael Eder in der FAS-Kolumne »Schluss für heute)
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Aus der Münchner Abendzeitung: »Eine Prostituierte erwischte Beamte in flagranti beim Oralsex mit einem Mann in einem dunklen Hinterhof.« (aus dem »Hohlspiegel« im Spiegel)
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Tolle Idee, Herr Körbel! Gibt es aber schon. Diese Art der Altersversorgung für Fußballer und Trainer hat das Fernsehen längst erfunden: Heißt »Doppelpass«, »Fantalk« oder ganz einfach »Fußball-Talk« und wird bundesweit ausgestrahlt. (Eder/FAS)
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Ich begriff, wie sehr wir alle von unserer Kultur geprägt sind. In Papua-Neuguinea ist es völlig akzeptiert, einander aus Trauer zu töten, ein öffentlicher Furz ist hingegen ein schlimmer Tabubruch. Als würde jemand bei uns öffentlich masturbieren.« (der Biologe Tim Flannery im Interview des Zeit-Magazins)
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Auch Stars haben Probleme. Von seinem Lieblingsschuh, man stelle sich das vor, haben sie Özil ein Paar in Gold und eines in Rot geschickt. Er wollte es aber in Blau. Gibt’s doch gar nicht. Könnte man im Altenheim ewig drüber reden. (Eder/FAS) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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