Archiv für Oktober 2017

Montagsthemen (vom 23. Oktober)

Macht ihn das Alter nicht nur milder und reifer, sondern auch richtig witzig? Kaum hat die SZ (siehe »Sport-Stammtisch« vom Samstag) blitzgescheit analysiert, dass es »ganz einfach« sei, »warum Heynckes’ Bayern wieder gewinnen«, nämlich indem er Müller stärkt, streng nach Hierarchie aufstellt und nicht rotiert, da veralbert Heynckes die Sterndeuter des Fußballs, indem er Müller auf die Bank setzt, mit ihm Hierarchie-Spitzen wie Boateng, Thiago oder Kimmich, wilder rotiert als ein durchgedrehter Guardiola auf Speed und mit einer Mannschaft antritt, die einfallsloser und uninspirierter spielt als unter dem Tranquilizer Ancelotti. Einfach witzig, der Jupp!
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Und Glück hat er auch noch. Der Bayern-Dusel ist wieder da. In Reinkultur, denn erst wirft dieser Dusel einen HSV-Dussel vom Platz, der vergessen hat, dass sein Foul meistens mit Gelb bestraft wird und nur manchmal mit Rot, aber im Zweifelsfall immer zugunsten der Bayern, und dann lässt er die Bayern ihr lahmes 1:0 nach Hause schaukeln.
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Nur eine Sache ist wirklich neu: Thomas Müller, spät einrotiert, legt ein Tor vor und rotiert gleich wieder raus – mit einer Muskelverletzung! Obwohl bis Samstag als gesicherte Erkenntnis galt, dass Müller überhaupt keine Muskeln hat. Eine neue Form der Phantom-Verletzung? Spaß beiseite, im Ernst: gute Besserung!
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In Frankfurt sahen wir kein lahmes 1:0, sondern ein wildes 2:2, bei dem die Eintracht auch 7:5 hätte gewinnen können, denn der BVB spielte nicht mit seiner   chronisch anfälligen Defensive, sondern  lieber ganz ohne. Was die Leistung unserer hessisch integrierten »Stinker« (siehe ebenfalls »Sport-Stammtisch« vom Samstag) aber nicht schmälert. Auch Handkäs’ stinkt und schmeckt so gut. Vor allem, wenn Musik drin ist.
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Und damit zu den Beatles. Yeah, yeah, yeah! Im Kicker-Interview sagt der überaus sympathische spanische WM-Trainer Vicente del Bosque, als Jugendlicher sei Real Madrids »Generation Yé-Yé« sein Vorbild gewesen und der Name »abgeleitet von dem Beatles-Schlager«. Was? Gibt es einen Beatles-Titel, den ich nicht kenne? Kann nicht sein. Wikipedia klärt auf: »Yé-Yé leitet sich vom englischen Ausruf Yeah ab, der in der englischen Beatmusik, etwa in dem Beatles-Song She Loves You, ein beliebtes Füllselwort darstellte. Dem Yé-Yé werden im weiteren Sinne Popsänger verschiedener Stile zugeordnet, darunter Rocker wie Johnny Hallyday.« Ich bin beruhigt. Yeah, yeah, yeah!
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Del Bosque sinniert auch über die »Ungeheuerlichkeiten« der neuen Ablöse-Summen. Stimmt. Aber andererseits könnte man Katar auch dankbar sein. 200 Millionen für einen Jungen auszugeben, der mit einem Ball spielen kann, zwar besser als andere Jungs, aber eben nur mit einem Ball, das beweist doch nur im Freilandexperiment die These vom Geld, dessen Wert eine bloße irreale Übereinkunft ist.
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Scheinbar irreal auch, dass Trainer Martin Schmidt in Wolfsburg eine alte mütterliche Anweisung neuväterlich umsetzt: Nach dem Spiel und nach dem Training Zähneputzen nicht vergessen. Reimt sich zwar nicht, wie im Original mit Händen, Klo, Essen und vergessen, die Anweisung wird von Schmidt aber penibler überwacht als in den meisten Kinderstuben. Grund: Zähneputzen hemmt die Säure, die sich nach großer Anstrengung bildet und die Regeneration erschwert. Sagt Schmidt.
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Irgendwo habe ich das schöne Wort von der »Sauberkeitsdressur« gelesen. Ob exzessives Zähneputzen dazu gehört, weiß ich nicht. Ganz sicher schädlich, so die HNO-Medizin, sei aber das Puhlen im Ohr mit Wattestäbchen. Obwohl es viele (ich auch!) als angenehm empfänden, denn damit stimuliere man einen sensiblen Bereich, eine Art »G-Punkt« (ach so!). Ohrenschmalz sei nicht schädlich, im Gegenteil, es schütze die Haut. Früher habe man es sogar zur Lippenpflege benutzt, und manche schwören auch heute noch darauf, einen Batzen Ohrenschmalz auf ihren Lippenherpes zu schmieren. Na ja, geküsst wird mit Herpes ja sowieso nicht.
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Ohrenschmalz könnte, aber das ist nur meine Vermutung, sogar Asyl-Lügner überführen, denn es setzt sich bei verschiedenen Volksgruppen unterschiedlich zusammen. Den Pass kann man fälschen, sein Ohrenschmalz nicht. Nur für den Nasenpopel gibt es noch keine gesellschaftlich verwertbare Funktion. Weg mit ihm. Schnipp!  (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 22. Oktober 2017 .
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Sonntag, 22. Oktober, 6.55 Uhr

Spurillen. Ich bin in keiner gestürzt, sondern über einen Poller, Leser wissen es und fragen mitleidig nach den Folgen. Danke der Nachfragen, alles in Ordnung, auch von den leichten Prellungen ist nichts mehr zu spüren. Glück gehabt. Im Gegensatz zu einer lieben Freundin meiner Liebsten, die jetzt in einer Spurille gestürzt ist und sich den Kiefer und einen Arm gebrochen hat. Der Kiefer ist verdrahtet. Armes Mädchen. Die Spurille ist natürlich eine Spurrille, aber seit ich das Wort zum ersten Mal an einem Verkehrsschild gelesen hatte, war es für mich eine “Spurille” mit Betonung auf der zweiten Silbe  (im Schreibsystem des Blogs finde ich kein Akzent-Zeichen, Sie müssen es sich denken), ich rätselte lange, was es bedeutet, dieses Wort, das mich an eine Bakterie erinnerte. Erst spät kam ich auf den Trichter, dass das Schild vor Spur-Rillen auf der Fahrbahn warnt.

Noch ein gelöstes Rätsel am frühen Sonntagmorgen: Als erste Verrichtung des Tages (nee, als zweite …) las ich im Kicker ein Interview mit dem überaus sympathischen spanischen Trainer Vicente del Bosque, der als Jugendlicher Real Madrids “Generation Ye-Ye” (jeweils mit Akzent über dem e/siehe oben) als Vorbild hatte und anfügte, der Name sei “abgeleitet von dem Beatles-Schlager”. Was? Gibt es einen Beatles-Titel, den ich nicht kenne? Kann nicht sein. Aber wozu gibt es Wikipedia. Mal schnell reinklicken und kopieren:

Der Name leitet sich vom englischen Ausruf Yeah ab, der in der englischen Beatmusik, etwa in dem Beatles-Song She Loves You, ein beliebtes Füllselwort darstellte. Dem yéyé werden im weiteren Sinne Popsänger verschiedener Stile zugeordnet, darunter Rocker wie Johnny Hallyday, daneben auch Richard Anthony, Frank Alamo und Jacques Dutronc.

Aha. Alles klar. Sogar den Akzent schenkt mir Wikipedia beim Kopieren, ich könnte ihn jetzt über die fehlenden über “i” und “e” oben weiter kopieren, aber das ist mir im Flow des Blogschreibens zu mühsam, als weider, als weider schreiben.

Del Bosque sinniert auch über die “Ungeheuerlichkeiten” der Ablöse-Fantastillionen, aber dabei kam mir ein kleiner, nagender Gedanke in den Sinn, den ich noch nicht zu Ende gedacht habe, der aber unfertig in meinem Kopf rumort: Dass Geld einen Wert besitzt, ist nur eine unverbindliche Vereinbarung, die nur verbindlich wird, wenn sich alle daran halten. Katar könnte man dankbar sein, dies im Freilandexperiment zu beweisen. 200 Millionen für einen Jungen auszugeben, der mit einem Ball spielen kann, zwar besser als andere Jungs, aber eben nur mit einem Ball, das beweist doch nur die These von dem realen Nicht-Wert des Geldes, dessen Wert eine bloße irreale Übereinkunft ist. Überhaupt zeigt ja auch die Inflation, jene in den Zwanziger Jahren, in denen ein Pfund Butter eine Million kostete, und jene in unseren Tagen, in denen ein Fußballer 200 Millionen kostet, dass Geld nur einen imaginären Wert besitzt. …

Ich habe den Flow für einen Moment brutal gestoppt, denn ich erinnerte mich an ein gestern gelesenes Interview, habe es aus dem “Gelesen”-Stapel rausgesucht, noch mal gelesen, und jetzt geht’s weiter:

… Interview in der Zeit mit dem Oxford-Professor Viktor Mayer-Schönberger, der ein Buch über den “Datenkapitalismus” geschrieben hat. Er spricht in dem Interview über den Rohstoff der Daten, diese seien das neue Geld, das alte, das Geld, das noch unser Bezugssystem ist, verliere immer mehr an Wert (aha! Das hatte ich wohl noch im Kopf, daher die Assoziation über Del Bosque über Katar zum Nicht-Wert des Geldes!) Zitat M.-Sch.: “Es gibt unglaublich viele Menschen, die unglaublich viel Geld ausgeben, um Werbung bei Google zu schalten. Und die Frage ist, ob die ihren eingezahlten Wert auch wieder herausbekommen.” Nee, das ist nicht die Frage, sondern die Antwort. Was sie herausbekommen, ist vergleichsweise noch weniger wert als das, was 200 Millionen wert sind, wenn sie in einen Kicker investiert werden. Das ist die Werbe-Blase, die platzen wird, mit größerem Knall und größerem Nachhall als die geplatzte  Finanz-Blase. Allerdings ist das mein Reden seit Jahren, aber sie platzt einfach nicht. Noch nicht.

Der veränderte Wert des Geldes, über ihn nachzudenken, könnte depressiv machen. Zum Beispiel, wenn man den Gedanken zu Ende denkt und daran, wozu man überhaupt Geld fürs Alter sparen sollte (was ja immer noch fast alle tun), wenn doch klar scheint, dass Geld keine Alterssicherung mehr bedeutet. Beispiel von M.-Sch., der auf die Frage, wie man als normaler Mensch  in diesem Szenario seine Zukunft sichern soll (“Was soll ich ansparen?”) antwortet: “Mich.” Erläuterung: “Jemand, der 85 ist, kann im Gespräch seine Erfahrungen weitergeben” und damit “neue Datenrohstoffe schaffen”.

So gesehen bin ich der Pionier des neuen Geldes. Ich gebe schon 15 Jahre früher meine Erfahrungen weiter, gesprächsweise hier im Blog, und auch ich bekomme kein altmodisches Geld dafür, sondern … nichts. Ja, gut, manchmal ein Schulterklopfen, zum Glück selten einen Tritt in den Hintern, aber ansonsten … nichts. Daten sind das neue Geld? Daten sind das neue Nichts.

Liebe Blog-Leser, Sie sehen, das Thema rumort in meinem alten frühmorgendlichen Kopf, es rumort und klapppert und knirscht, daher, bevor es zu schräg wird, mache ich Schluss, verscheuche auch die zugehörigen depressiven Gedanken und pflanze schnell mein ganz persönliches Apfelbäumchen: Kaffee, Kuchen, Knicks und Kuss.

Veröffentlicht von gw am 22. Oktober 2017 .
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Walther Roeber: Fliegendes Fahrrad und fallende Bälle

Auf der Lokalseite “Wetteraukreis” der WZ fand ich heute (21.10.2017) in einer Überschrift die Lösung vieler Verkehrs- und Transport-Probleme. Für Sie als passionierten Radfahrer vielleicht auch von Interesse:

13-jähriger nach Sturz mit Rad in Klinik geflogen

Fliegendes Fahrrad? Mit 13 schon Flugschein? Selbstfliegendes Fahrrad, das den Weg zur Klinik kennt? Die Wetterau scheint ein gutes Pflaster für Innovationen zu sein.

Sind in Gießen und Umgebung heute alle Basket- und Handbälle ausverkauft? Das Experiment soll demnächst ins Guinness-Buch der Rekorde kommen; ich habe irgendwo gelesen, dass es aber tatsächlich funktioniert. Physik war nie meine Stärke, aber es hat wohl irgendwie mit Energie und Einstein zu tun. Sehr schön übrigens auch die heutige Meldung im “Postillon”, dass die Koalitionäre schon ein erstes Ergebnis haben: kohlenbetriebene Windräder… :-)… http://www.der-postillon.com/2017/10/kohle-wind.html         auch unter: http://www.der-postillon.com/ (Walther Roeber/Bad Nauheim)

Veröffentlicht von gw am 21. Oktober 2017 .
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Sport-Stammtisch (vom 21. Oktober)

Endlich! Die Erfolgsformel ist gefunden. Dass Fußball »vorwärts gespielt und rückwärts verstanden« wird (Jessica Kastrop/Sky), diese scheinbar gesicherte Erkenntnis gilt nicht mehr. Die Süddeutsche kündigt die Sensation auf Seite 1 an: »Ist doch ganz einfach: Warum Heynckes’ Bayern wieder gewinnen.« Elektrisiert blättern wir zur Seite 33, und da ist sie, »die unwiderstehliche Einfachheit des Seins: Thomas Müller stärken, Sven Ulreich loben, Eckbälle üben und streng nach Hierarchie aufstellen.«
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Ach so. Ist doch wirklich ganz einfach. Das kann ich auch. Warum die Eintracht heute gegen Dortmund verliert: Der BVB ist individuell eindeutig besser besetzt, da besteht ein Klassenunterschied, seinem Sturm und Drang kann die limitierte Eintracht nicht standhalten, zumal der Gegner mit wilder Wut die Schmach von Zypern vergessen lassen will.
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Ist doch wirklich ganz einfach. Das kann ich auch. Warum die Eintracht heute gegen Dortmund gewinnt: Der BVB hat kein austariertes Gefüge, profitiert nur vom leichten Liga-Auftaktprogramm, kommt demoralisiert nach Frankfurt und trifft dort auf einen Gegner ähnlicher Bauart wie auf Zypern, mit ausgebufften, abgezockten Profis aus aller Welt, die das Beste aus ihren limitierten Fähigkeiten machen – unbequem, kompakt, lästig, hartnäckig, bissig … und manchmal auch ein bisschen »gemein«. Im Boxen nennt man solche Gegner »Stinker«. Und das wird dem BVB mächtig stinken.
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Noch bin ich nicht so weit wie die SZ, um zu wissen, welche der beiden Varianten eintrifft. Ich bin noch … unentschieden? Auch ob die SZ mit Heynckes den Stein des weisen Jupp gefunden hat, wird sich erst nach den Spielen gegen Leipzig, Dortmund und Paris ansatzweise und endgültig nach dem Winter zeigen.
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Verzeihen Sie bitte die Ironie zu Beginn. Die ist sowieso out. Um in unserer postironischen Zeit auf die Höhe der Zeit zu kommen, lese ich dort eine tiefschürfende Analyse des modernen Fußballs, geschrieben von Hans Ulrich Gumbrecht, »Literaturwissenschaftler, Professor in Stanford und Fußballfan«. Sein Fazit: Die Dimensionen im Weltfußball seien absurd und reizvoll zugleich. Sie böten ein großes Spektakel, das kleinkarierte kapitalistische Biedermänner wie Hoeneß und Watzke den deutschen Fans vorenthalten wollen. Überhaupt scheint »bieder« Gumbrechts Lieblingswort zu sein: Hoeneß’ »Biederkeit schlägt selbst die von Watzke«, und der deutsche Fan an sich hänge immer noch an der »biederen Einschätzung« vom Fußball als schönster Nebensache der Welt, statt den »exponentiell gestiegenen Stellenwert des Fußballs« in seinen neuen Dimensionen zu genießen. – Na ja, ich kenne viele deutsche Biedermänner, aber selbst der biederste von ihnen dümmelt nicht mehr über die »schönste Nebensache der Welt«.
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Der deutsche Fußball, so Gumbrecht, krankt daran, dass er den Wert einzelner Spieler nicht »im Kontext des Gesamtspektakels« anerkennt, sondern nur im »engeren Rahmen mit Blick auf seine Funktion innerhalb einzelner Mannschaften« bemisst. So was aber auch!  Doch der hochintellektuelle Fußball-Analytiker hat natürlich recht. Bis zum Beweis des Gegenteils. Zum Beispiel, wenn biedere Bayern die Champions League gewinnen, Ronaldo Neymarmessis Fantastillionen in Fußball-Invalidität verschwinden (bitte nicht!) oder aber, realistischer, die Spektakel-Blase implodiert und mit ihr der FC Katar Paris & Co (bitte ja!).
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Die Faszination des Fußballs liegt nicht an seinen  zirkulierenden Millionensummen, sondern an seinen Millionen von Menschen, die sich an ihm abarbeiten, von großen (Gumbrecht) bis zu kleinen (»gw«) Denkern. Das Schöne daran: Wir haben alle recht. Und singen mit Pippi Langstrumpf das Erkennungslied der Fußball-Versteher: Wir machen uns die Welt / Widdewidde wie sie uns gefällt.
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Ich erhebe wie immer keinerlei Anspruch auf Gewissheit dessen, was ich hier  von mir gebe. Was weiß denn ich? Weniger als ein Hund. Das ist  das Ergebnis meines Lernversuchs, mit Hilfe von »Einsteins Hund – Relativitätstheorie (nicht nur) für Vierbeiner« (Chad Orzel/Springer) die bekannteste Formel der Wissenschaftsgeschichte ansatzweise zu verstehen. Ich scheiterte schon an den Vorübungen, den Bewegungsgesetzen von Newton. »Nach einem zentralen Stoß zwischen einem bewegten und einem ruhenden Objekt gleicher Masse bleibt das bewegte Objekt stehen und das ruhende bewegt sich mit der gleichen Geschwindigkeit und Richtung weiter wie das Objekt, das sich vorher bewegt hat.« Idealtypisch zu sehen beim Billardspiel. Aber kommt da die Kugel wirklich abrupt zum Stillstand, wenn sie mit Karacho auf eine liegende stößt? Sagen wir, mit 200 km/h?
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Für mich noch komplizierter wird es, wenn zwei bewegte Objekte aufeinandertreffen. Und damit zum sportlichen Zweck der Übung, einem »schönen physikalischen Partytrick«. Da jeder anständige Mittelhesse einen Hand- und Basketball im Schrank hat (in Bad Nauheim auch einen Puck, aber den brauchen wir nicht), können wir heute Abend mit diesem Trick auftreten: Einen Handball auf einem Basketball übereinander auf den Boden fallen lassen, dann fliegt der Handball, vom aufprallenden Basketball getroffen, mit seiner Anfangsgeschwindigkeit plus der des Basketballs hoch in die Luft. Glauben Sie’s? Versuchen Sie’s.  (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 20. Oktober 2017 .
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Mittwoch, 18. Oktober, 18.40 Uhr

Nachwirkungen des Sturzes: körperlich so gut wie keine. Danke für die Nachfragen. Es gibt aber Nachwirkungen der anderen Art. Heute früh der Besten von allen gesagt, dass ich nach Biskirchen zu meinen Fahrradmenschen fahre, zwecks Begutachtung etwaiger verborgener Schäden. Kennt jemand die Strecke? Gießen – Wetzlar – Oberbiel – Biskirchen. B49, viel befahren, unfallträchtig, natürlich Rad-Verbot. Halbe Stunde mit dem Auto (gut zwei auf dem Lahnradweg, der einigermaßen parallel führt). Dann: Sie zur Arbeit, zu Terminen.Hört im Radio Warnmeldung: “Achtung, Radfahrer auf der B49 bei Oberbiel!”

Und was denkt sie?! Wer schon Rippen und Schlüsselbein bei dummen Stürzen gebrochen hat, wer im Urlaub vom Muli fällt (Rippen gebrochen und geprellt) und wer jetzt auf dem Radweg frontal gegen einen Poller crasht und im Salto vorwärts bauchlandet, so ein alter Trottel radelt auch fidel auf der Autobahn. Empörend!

Vorgestern ein Anruf. Sehr netter Mensch vom Zeit-Magazin Mann. Einladung zu einer Veranstaltung rund um die aktuelle Ausgabe, in der ich vorkomme. Rund 200 geladene Gäste. Christoph Amend, der Chefredakteur, möchte auf der Bühne ein ca. zehnminütiges Interview mit mir führen. Ich lehnte ab. Weil ich glaube, meine Stärken (Schreiben) und Schwächen (Reden) zu kennen. Deshalb sei ich ja auch schreibender Journalist geworden. Der freundliche Anrufer zeigte viel Verständnis. Vielleicht hat er ja eine ähnliche Selbsteinschätzung.

Gestern musste ich mir das seit langer Zeit deprimierendste Fußballspiel  ansehen. Die Schwächen des zu früh hochgejubelten BVB habe ich ja ebenso frühzeitig in meinen Kolumnen benannt, aber recht zu haben macht da gar keinen Spaß, und so fürchterlich schlecht hatte auch ich sie nicht erwartet. Hoffentlich wird das heute Abend eine erfreulichere Angelegenheit (obwohl der FCB  mich emotional nicht halb so bewegt wie der BVB).

Veröffentlicht von gw am 18. Oktober 2017 .
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Baumhausbeichte - Novelle