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Prof. Petra Ina Pfefferle: Verunglimpfend

Ihre Montagskolumne gehört eigentlich zu meinen morgendlichen Eustressoren, denn Lachen ist ja bekanntlich gesund, besonders dann, wenn dabei der Denkkasten vorher nochmals richtig arbeiten muss. Heute morgen hat Ihre Kolumne bei mir zum ersten Mal so richtig Distress ausgelöst. Dass was ich da über die Stadt Wolfsburg aus Ihrer Feder – zwar in Klammern aber dennoch schwarz auf weiß – lesen musste, ist schlicht und einfach verunglimpfend. Und….burg! Selbst als bekennender Fan der Eintracht, nein, nicht der Frankfurter, natürlich der Braunschweiger, kann ich über solch einen Ausdruck nur den Kopf schütteln. Waren Sie schon einmal in Wolfsburg? Die Stadt hat mit 50 000 Facharbeitern sicherlich einen höheren Ausbildungsstand als Gießen, denn hier will der größte Bevölkerungsanteil erst mal eine Ausbildung abschließen. Trotz aller Konzernspitzen-gemachter Fehler der Wolfsburger Herzkammer sind die Menschen , die dort arbeiten und leben, beileibe keine Underdogs. Im Vergleich zu Mittelhessen ist die Braunschweiger Region wirtschaftlich gewichtiger als das Gießener Land. Und wer selbst in der Provinz lebt sollte nicht mit Flachworten werfen. Schätzt Euch glücklich, liebe Hessen, dass es viele der sturmfesten Niedersachsen aus dem Braunschweiger Land in Eure Region als Richter, Professoren und IT-Spezialisten verschlagen hat und im Gegenzug, viele Hessen Ihr Auskommen am Golf verdienen, egal ob dieser nun Diesel oder Benzin verheizt. Wir sollten uns doch nicht auf das Niveau der Gauländischen Dumpfbacken begeben und nun schon innerdeutsch mit Ressentiments kommen. Bleiben Sie lieber weiterhin espiègle wie der bekannste Sohn meines Heimatortes – Till Ulenspeygel! (Petra Ina Pfefferle/Langgöns)

Baumhausbeichte - Novelle