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Ohne weitere Worte (vom 26. September)

»Ich freue mich auf die Bezirksliga. Sonst pfeife ich Kreisliga, da spielen ja oft Leute, die keinen Fußball mehr spielen sollten. Manche sind noch betrunken vom Vorabend und trinken direkt weiter. Aber ich pfeife alles.« (Alexander Tiemann, Schiedsrichter, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Die wichtigste Szene der Woche hat der Video-Schiri natürlich nicht gesehen. Weil PSG-Stürmer Edinson Cavani seinem neuen Teamkollegen Neymar vor einem Elfer den Ball wegnahm, griff der teuerste Fußballer aller Zeiten zur wohl schlimmsten Strafe, die man gegen einen Profi-Fußballer verhängen kann: Er entfolgte Cavani bei Instagram. Ob sich der Uru davon jemals erholt? (Kai Feldhaus in Bild)
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Seit die Bundesliga im Kampf gegen die Ungerechtigkeit den Videobeweis eingeführt hat, brauchte es nur fünf Spieltage, um festzustellen, dass einer der Kernsätze des großen Fußball-Gesellschaftsvertrags außer Kraft gesetzt wurde: Die Wahrheit ist nicht mehr auf dem Platz. (Lothar Gorris im Spiegel)
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»Eine weitere Herausforderung ist es zu vermitteln, dass der Eingriff des Video-Assistenten nur dann erfolgt, wenn er der Überzeugung ist, dass der Schiedsrichter klar falsch gelegen hat. (…) Aber was ist ein klarer Fehler? Das muss von uns noch deutlicher herausgearbeitet werden.« (Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich im Interview der Frankfurter Allg.  Zeitung)
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Der Videobeweis sollte die Schiedsrichter schützen. Nun hat er sie aus dem Tritt gebracht. (…) Auf all diese Störungen im Betriebsablauf war die Bundesliga offenbar vorbereitet wie die Bahn auf den jährlichen Wintereinbruch. Erst versagte die Technik, dann funktionierte die Kommunikation zwischen den Instanzen nicht, jetzt scheinen die Kompetenzen nicht abgegrenzt zu sein. Der Videobeweis braucht eine Pause. (Jörg Kramer in der Zeit)
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Wir trafen uns auch zweimal zum Tennis – für mich eine ungute Erinnerung, weil Schröder, der nach meiner Einschätzung der weitaus schlechtere Spieler war, gegen mich gewann; vor allem deswegen (…), weil er mich mit seinen gehässigen Bemerkungen über meinen Ballwurf beim Aufschlag aus dem Konzept brachte und einen selbstmörderischen Siegeswillen an den Tag legte. (Schriftsteller Peter Schneider in der FAZ »über meine Freundschaft mit Gerhard Schröder«)
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Gerhard Schröder (…) hat bekanntlich seit vielen Jahren ein Verhältnis mit dem russischen Demokraten Wladimir Putin. Der Mann aus dem Osten (…) finanziert den Lebensunterhalt (…) von Gerhard Schröder, der in Hannover in prekären Verhältnissen dahinvegetiert. (…) Jetzt hat sich allerdings herausgestellt,dass Schröder neben Putin noch eine andere Beziehung führt. (»Zippert zappt« in der Welt)
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Man stelle sich erst die Aufregung vor, hätte Schröder was mit einer Nordkoreanerin angefangen. Oder mit Melania Trump. (aus »Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der FAS)
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Wie wird der gehörnte Putin reagieren? (Zippert/Welt)
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Wenn alle Leute ihre Stimmen abgeben würden, die dazu berechtigt sind, sähe es im Bundestag ziemlich anders aus. Ihren größten Erfolg erzielen sogenannte Protestparteien bei dem Teil der Wählerschaft, der normalerweise zu desinteressiert oder zu betrunken ist, um am Wahltag aus dem Bett zu finden. (…) Wer eine Million Fremde ins Land lässt, ohne Rücksicht auf die Leute zu nehmen, die das für falsch halten, züchtet eine Partei wie die AfD heran, das ist unausweichlich. (Jan Fleischhauer im Spiegel vor der Bundestagswahl)
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»Das ist eine Binsenweisheit: Wer mit den Jahren nicht konservativer wird, dem ist nicht zu helfen.« (der Maler Neo Rauch im Zeit-Interview) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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