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Ohne weitere Worte (vom 19. September)

Das von Pep Guardiola messerscharf geschmiedete Pass- und Positionsspiel ist stumpf, langsam, ungenau geworden. Pässe der Bayern wirken oft nicht mehr wie der Teil eines Plans, sondern wie das Weiterreichen eines Problems. (Christian Eichler in der Frankfurter Allgemeinen nach dem Spiel gegen Anderlecht)
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Energiegeladene Offensivdarbietung. (…) Es fluppte zum Auftakt des Oktoberfestes, bei dem die Bayern traditionell in Baller- und Siegeslaune sind. (…) War es ein Wendepunkt, die Wiederentdeckung des Spielwitzes und des Teamworks? (Frankfurter Allgemeine online nach dem Spiel gegen Mainz)
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»Schubladen kann man immer wieder aufmachen, und es gibt viele, die machen das gerne. (…) Wenn ich heute lese: ›Bad Boy.‹ Das schreibt jemand, der einfach nur die Schublade aufmacht, weil er keine andere Idee hat. Wenn man mich jetzt kennenlernt, sollte man was anderes schreiben, um sich selbst auf ein anderes Niveau zu hieven.« (Kevin-Prince Boateng im Interview der Frankfurter Rundschau)
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»Wenn man in der Öffentlichkeit steht, muss man sich darüber im Klaren sein: Es wird über einen geschrieben, und es ist in den seltensten Fällen genau so, wie man sich selbst sieht.« (Thomas Müller im Kicker-Interview)
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»Vielleicht ist 18 Uhr eine gute Zeit für Amateurvereine, da sind sie wieder nüchtern und noch nicht wieder besoffen.« (Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann über die Probleme der neuen Bundesliga-Anstoßzeiten für die Amateurvereine, zitiert in der Bild-Zeitung)
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»Ich war auch mal der jüngste Trainer in der Bundesliga.« (Friedhelm Funkel im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Ich bin oft zu unterkühlt. So wie ich versuche, eine 0:6-Klatsche sachlich zu nehmen, gehe ich auch mit einem 3:0-Sieg um. (…) Ich würde mir sogar für meine Spieler mal einen Jubellauf von mir zur Eckfahne wünschen. Damit die sehen: ›Heute haben wir was richtig Gutes gemacht, sogar der Alte flippt aus.‹« (Gladbachs Trainer Dieter Hecking im 11Freunde-Interview)
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»In Düsseldorf arbeite ich das erste Mal mit einem Mentaltrainer zusammen und habe gemerkt, wie wichtig das für die Spieler ist. Früher hast du ja noch gedacht, du wirst krank,wenn du dich mit so einem Mann unterhältst.« (Funkel in der FAS)
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Guimaraes (Anm.: trat in der Europa League  ohne einen einzigen Europäer an) ist quasi das Energie Cottbus Europas. Der damalige Trainer Eduard Geyer schickte in der Bundesliga schon (…) 2001 eine Mannschaft mit elf ausländischen Spielern in die Partie gegen den VfL Wolfsburg. (…) »Wir waren damals schon einen Schritt weiter. (…) Nehmen Sie mal die ganzen Ausländer von Bayern weg, dann spielen die zweite Liga.« (aus der FAS-Kolumne »Schluss für heute« von Michael Wittershagen)
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»Nach China hätte ich gehen können vor ein paar Jahren. Aber was will ich in China? Das ist ja furchtbar.« (Funkel/FAS)
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Martin Schulz hat Angela Merkel angeboten, nach der Wahl in sein Kabinett einzutreten und Vizekanzlerin zu werden. Das hört sich (…) ein bisschen so an, als hätte der Präsident des SV Elversberg Lionel Messi angeboten, nach der Winterpause in die Regionalliga Südwest einzutreten, um dort rechter Verteidiger zu werden. (Peter Dausend in der Zeit)
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Wie viel Physikerin steckt eigentlich noch in Ihnen? (…) – »In der Physik redet man nicht so viel und wenn, hält man nur kurze Vorträge. Mich hat sehr gestört, dass man in der Politik viele Dinge mehrmals wiederholen muss. In der Naturwissenschaft dagegen muss jeder Vortrag etwas Neues beinhalten, sonst ist man fehl am Platz.« (Angela Merkel im Bild-Interview. Interviewer: Philip Lahm)
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Klare Worte findet Fernsehsternchen Nathalie Volk, die (…) bei der Verleihung des Deutschen Radiopreises (…) sagte: »Fürs Radio bin ich zu hübsch.« All die hässlichen Radio-Vögel um sie herum werden das nicht gerne gehört haben – und auch wir verstehen erst jetzt, was unsere Ausbilder bei der Journalistenschule meinten, als sie sagten: Einer wie du muss auf jeden Fall zur Zeitung. (aus »Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der FAS)
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Mir ist der Schulzsche Vorstoß überaus sympathisch. Ich gehe nämlich schon länger mit der Idee schwanger, meinem Chefredakteur anzubieten, ins Berliner Hauptstadtbüro zu wechseln und mein persönlicher Referent zu werden. (Dausend/Zeit)
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Viele Flüchtlinge können weder lesen noch schrieben. (aus dem Pinneberger Tageblatt, gefunden im Spiegel-»Hohlspiegel«)  (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle