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Dienstag, 12. Februar, 9.25 Uhr

Schon während des Schreibens am Blog hatte ich gestern ein unbestimmtes Deja-vu-Gefühl. Als ich jetzt zurückscrollte, um für die gleich zu schreibende “Mein progressiver Alttag”-Kolumne einen kleinen Text-Baustein zu suchen, stieß ich auf einen fast identischen Deutschlandverein-Text. Das Thema scheint mich einerseits zu beschäftigen, andererseits aber nicht so, dass ich es nicht vergessen könnte. Als alter Leistungssportler machte ich sofort den Leistungsvergleich – und der alte Text ist der schreiberisch bessere. Ich kille den neuen aber nicht. Auch die unfreiwillige Wiederholung gehört zur Authentizität. Geschrieben ist geschrieben.

Sporadische Vergesslichkeit gehört zu den unerheblicheren Begleiterscheinungen des Alterns. Solange sie nicht erste Anzeichen von Demenz sind. An und für sich beschäftige ich mich mit dem Altern nur wenig, da zum Glück noch nicht leidgeprüft. Außerdem habe ich noch zu viel zu tun bzw. zu schreiben. Zum Beispiel den Text für das Gießener Seniorenjournal. Aber da muss ich mich nun mal mit meinem progressiven Alttag befassen, und daher beschäftige ich mich momentan doch mit dem Altern. Womit mir eine unserer beiden Katzen soeben in den Schwanz beißt.

Jetzt aber raus aus dem Blog und rein in den progressiven Alttag. Die Chefin sagt, ich müsse ihr den Text schon morgen abliefern. Das Journal erscheint am übernächsten Samstag, am Tag vor der Wahl. Den Einstieg habe ich daher schon: “Bei der Wahl der Qual haben wir die Qual der Wahl. In unserem progressiven Alttag aber nicht. Da gibt es keine Alternative. Die einzig mögliche haben wir längst verpasst. Only the good die Young … “

Baumhausbeichte - Novelle