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Donnerstag, 8. September, 9.50 Uhr

Zeitmagazin Mann, seit Dienstag im Handel. Seite 164 – 174: Geschichte über Ralf Reichenbach und mich. Dazu äußere ich mich als betroffenes Objekt natürlich nicht (außer: Danke, Anna Kemper). Aber wer sich das Heft kauft oder nur das Titelbild anschaut (Hauptstory: Thomas Tuchel) und mich kennt bzw. schon einmal gesehen hat, stelle sich einmal mich in dem Outfit vor, das Tuchel trägt. Ist natürlich total angesagt und sauteuer. An mir würde es saubillig und fürsorgebedürftig aussehen (“Komm, Alter, gib mir die Hand, ich bringe dich zurück ins Heim”). Den Tuchel-Text hat der Chef persönlich geschrieben (große Klasse). Vor ungefähr hundert Jahren saß er einmal auf meinem Schreibtisch, ein junger Praktikant, wir unterhielten uns, und ich dachte: netter Kerl. Mittlerweile längst weit über mich hinausgewachsen. Zu recht.

Hübscher Subjekt-Objekt-Dreher in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: “Presseleute wollten die Veranstalter eigentlich nicht dabeihaben.” Stimmt. Veranstalter stören eigentlich nur, wenn wir über eine Veranstaltung schreiben.

Ernsthafter Hintergrund und Anlass des FAS-Artikels: “In Deutschland finden Linksextreme immer ein warmes Plätzchen. Überall gibt es Zentren. Die werden von den Kommunen finanziert.” Und mittendrin gewaltbereite oder/und Gewalt anwendende Randale-Idioten. Das Absurdeste an diesen Geschichten (es gibt so viele davon) ist nicht der Kampf gegen herrschende Verhältnisse (den kann ich sogar nachvollziehen), sondern dass er mit dem selbstverständlichen Anspruch verknüpft ist, dabei von den herrschenden  Verhältnissen gesponsort und gepampert zu werden.

Baumhausbeichte - Novelle