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Ohne weitere Worte (vom 22. August)

Die Avancen aus Barcelona bei der Suche nach einem Neymar-Ersatz lähmten beim Dortmunder Ousmane Dembele die Arbeitslust. So wirkt das Plazet eines katarischen Geldgebers für die feindliche Übernahme eines Brasilianers in Spanien durch einen Klub in Frankreich mitten in den deutschen Titelkampf hinein (…), weil der BVB (…) wohl entweder den Jungstar oder mindestens dessen Enthusiasmus verlieren wird. (Christian Eichler in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Wir haben uns mal ausgemalt, wie das abgelaufen sein könnte in Barcelona. Vielleicht so: Komm, wir schreiben in Neymars Vertrag als Ausstiegsklausel eine lustige Summe rein, die cool klingt, die aber eh keiner zahlt. Und auf einmal, ein paar Jahre später, zahlt die einfach jemand.« (Mats Hummels im Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Schließlich weiß ein Altstar wie er (Anm.: Ancelotti), dass er von einem Novizen wie dem gutgelaunt-unbedarften Salihamidzic kaum etwas zu befürchten hat. Dieser Sportdirektor ist für diesen Trainer kein Chef. (Eichler/FAS)
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Nagelsmann, Wolf und Tedesco (…) gehören (…) jener Altersgruppe an, die als Generation Y bezeichnet wird. Y gesprochen wie why, warum. Es ist, so sagen Soziologen, die Generation, die es buchstäblich wissen will. Sie ist mit dem Internet groß geworden. (…) Empathie statt Hierarchie, Schwarmintelligenz statt Heldentum. So zumindest die Theorie. (Josef Kelnberger/Christof Kneer in der Südd. Zeitung)
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Der Videobeweis wird bald zum Fußball gehören wie das Smartphone zum Leben. Es gibt kein Zurück. (Jörg Kramer in der Zeit)
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Uli Hoeneß (…) sagte neulich, er werde die Diskussion am Arbeitsplatz vermissen, und: »Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das Blödsinn ist.« Allerdings schreibt Hoeneß auch im Jahr 2017 immer noch keine E-Mails. (Sebastian Fischer in der SZ)
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Der für Revolution, Unterabteilung Venezuela, zuständige venezolanische Ministerpräsident Nicolas Maduro (…) kujoniert die Bevölkerung. (…). Nun bekommt Maduro Unterstützung aus dem Ausland. »Wenn Maduro es befiehlt, werde ich mich als Soldat für ein freies Venezuela kleiden, um gegen den Imperialismus zu kämpfen. Es lebe Maduro! Es lebe die Revolution!« Sagt – Diego Armando Maradona. (Christoph Becker in der FAS-Kolumne »Schluss für heute«)
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»Ein rein auf Gewinnerzielung ausgerichtetes Fußballleben bedeutet Raubtierkapitalismus. (…) Ein rein kapitalistisches System ist nicht in der Lage, die Faszination Fußball auf Dauer zu betreiben.« (Johannes Kaluza, Präsident von Mainz 05, im taz-Interview)
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»Der HSV ist ein Phänomen, weil die Luschen immer hier hängen bleiben. Ein gutes Beispiel ist Lasogga. (…) Musste der nach einer guten halben Saison mit einem Fünfjahresvertrag und einem Jahresgehalt von über drei Millionen Euro ausgestattet werden? Das war Harakiri, der Flop des Jahrhundertes.« (HSV-Mäzen Klaus-Michael Kühne im Spiegel-Interview)
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»Ich habe mich mal für eine Rolle mit einer SM-Hure unterhalten.(…) Ein Großteil ihrer Kunden waren Politiker. Sie sagte, dass die gern ganz klein werden wollen, alle Macht abgeben. Die wollen loslassen und mal eine gewischt kriegen und in die Windeln machen.« (Katharina Thalbach im Spiegel-Interview)
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In Schmidts programmatischem Verzicht auf jeden moralischen Anspruch schlummert das Wissen um dessen Lächerlichkeit und Gefährlichkeit. Das (…) hat ihn zu der (…) Erkenntnis gebracht, dass noch im Allergrößten ein kleines Menschlein wohnt, dass sich morgens seiner Nasenhaare schämt, abends seiner Blähungen und irgendwann tot ist. (Timo Frasch in der FAZ zu Harald Schmidts 60. Geburtstag)
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»Fußball ist ein teures und unglücklich verlaufendes Hobby, das ich mir einfach leiste. Alle anderen Engagements sind seriös.« (Kühne/Spiegel) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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