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Ohne weitere Worte (vom 15. August)

»Jahrelang habe ich darum gekämpft, mich von meinem Vater zu befreien«, sagt der Athlet. »Er hat viel falsch gemacht. Als ich zwölf war, hat er mir schon gesagt, dass ich 8700 Punkte machen muss. Mehr Druck geht nicht.« (…) Uwe Freimuth, ein renommierter Sportwissenschaftler, war vier Mal Zehnkampf-Meister der DDR und ihr Rekordhalter gewesen mit seiner Bestleistung von 8793 Punkten. (Michael Reinsch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über Rico Freimuth)
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Das mache ja auch den Sport aus: dass man mit Niederlagen umzugehen lernt und sie ins Positive dreht. (…) Eltern verkennten das heute immer öfter, behauptet er. Etwa, wenn sie versuchten, die Kleinen vor Enttäuschung zu bewahren – und stattdessen Medaillen für alle forderten. (Anne Armbrecht in der FAZ in einem Porträt von Thomas Röhler)
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»Leider bin ich nie auf einer Tartanbahn gelaufen. Auf Asche – so arrogant bin ich – hätte Bolt keine Chance gehabt. Allein durch seine Größe und sein Gewicht.« (Ex-Weltrekordler Armin Hary, 80, in der Welt am Sonntag)
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Ihr Hormonstatus wurde vor Jahren, als man ihr erstmals attestierte, eigentlich ein Mann und keine Frau zu sein, als von der Norm abweichend bestimmt. Aber kann sie deshalb nicht trotzdem eine Frau sein? (Jan Feddersen in der taz über Caster Semenya unter der Überschrift »Gendertribunal übelster Sorte«)
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Noch ein krimineller Kaiser (Schlagzeile der taz, Franz Beckenbauer mit dem Mexikaner Rafael Marquez gleichsetzend, der Mitglied eines Drogen-Kartells sein soll)
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Wo die Krähen schwatzen, schweigen die Schwalben. (griechisches Sprichwort, August-Losung des Jahreskalenders der Griechenland-Zeitung)
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Weil Deutschland auch im Fußball eine führende Exportnation ist, weit mehr gute Spieler günstig entwickelt als teuer importiert, wird die Bundesliga, finanziell gesehen, zu den Gewinnern der sich immer steiler schraubenden Preisspirale gehören. (Christian Eichler in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Diskussionen um die Summen und Gehälter im Profifußball gab es schon immer. (…) Man darf dabei nicht vergessen: Das Geld ist da, es wird nichts geklaut. (Eintracht-Manager Fredi Bobic als Gast-Kolumnist im Kicker)
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Die Deutschen (…) kennen die Mechanik von Geld und Geltungssucht, Kaufkraft und Käuflichkeit spätestens seit dem unvergesslichen Monolog des Kleberfabrikanten Heinrich Haffenloher alias Mario Adorf gegenüber Klatschreporter Baby Schimmerlos im TV-Klassiker »Kir Royal«: ›Ich scheiß dich so was von zu mit meinem Geld‹ ….« (Eichler/FAS)
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Wer alles so schlimm findet, könnte den Fußball auch einfach abschalten. Aber das Gegenteil passiert. Die Fans finden in Wahrheit alles gut so. (Jürgen Kaube im FAS-Wirtschaftsressort)
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»… dass du keine ruhige Minute mehr hast. (…) Irgendwann kommt der Punkt, da bist du so mürbe und so fertig, und die Versuchung ist so groß, da nimmst du es. Und dann hab ich dich, dann gehörst du mir. Dann bist du mein Knecht. Ich bin dir einfach über. Gegen meine Kohle hast du doch keine Chance.« (Heinrich Haffenloher)
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Allerdings gelten auch für den Sport die ökonomischen Gesetze. Die Fußball-Blase wird früher oder später platzen. (…) Die Wirtschaftsgeschichte lehrt, dass noch jede Hyperinflation in einem Crash geendet ist. (Nando Sommerfeld und Holger Zschäpitz auf der Finanzen-Seite der Welt)
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Heute würde die Geschichte in einem anderen Milieu spielen: Kick Royal. (Eichler/FAS)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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