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Freitag, 11. August, 11.20 Uhr

Oh je. Den “Sport-Stammtisch” geschrieben und zum Druck vorbereitet, und da merke ich, dass er viel, viel zu lang geraten ist. Das kann ich niemandem zumuten, keinem Redakteur und keinem Leser. Erste Maßnahme: Ich lösche einen längeren Absatz und parke ihn hier im Blog. Voila! Klick!

 

Sogar Holger Gertz, ein Journalist der Extraklasse, gibt sich der Empörung hin, rechtschaffen im Mainstream schwimmend, in dem ich ihn nie vermutet hätte. In der Süddeutschen Zeitung klagt er, der Fußball entferne sich immer dreister von allen ethischen Werten. Stimmt natürlich. Aber als Einstieg und Beispiel Julian Draxler zu wählen, weil der beim Confed Cup einen unkritisch-untertänig Offenen Brief zum Lobe des russischen Veranstalters geschrieben habe, ist nicht ganz fair. Gertz weiß doch, wie solche Texte entstehen: Irgendein DFB-Pressemensch hat die Lobhudelei verfasst und den Wisch unter dem Namen des Interims-Kapitäns veröffentlicht. Ich bezweifle, dass Draxler den Text überhaupt gelesen hat. Gertz’ Tenor, überspitzt: Früher waren Fußballer wie Socrates oder Lienen Freiheitskämpfer, die heutigen sind nur … Fußballer. Mir reicht das. Für die Freiheit, was immer wir darunter verstehen, müssen wir schon selbst kämpfen.

 

Schade, aber unvermeidlich. Aber jetzt muss ich weiter kürzen. Ergebnis folgt gleich.

Baumhausbeichte - Novelle