Archiv für August 2017

Mittwoch, 30. August, 10.00 Uhr

Blog aufmotzen oder nicht? Bin immer noch unschlüssig. Danke für einige Anregungen. Ich tendiere dazu, „unter uns“ zu bleiben. Daher habe ich ja auch in all den Jahren diverse Anfragen und Angebote, den Blog mit anderen zu verlinken, dankend abgelehnt. Vielleicht machen wir wenigstens ein paar kleine Modifikationen. Mal sehen. Insgesamt ist es aber sehr angenehm, „unter uns“ zu bleiben. Millionen Klicks können nicht irren? Die Irren mögen um uns herum schwirren und  anderswo ihre  Auswürfe anbringen. Ich bin sehr stolz auf das Niveau der „Mailbox“, und das soll auch so bleiben. Sie ist Ihr Werk! Danke!

Wer die Wahl hat … hat den Wahlomat. Er soll heute ins Netz gestellt werden. Ob ich es wagen soll? Gestern habe ich als Test den alten NRW-Wahlomaten ausgefüllt. Ergebnis? O Schreck, o Graus. Ich verrate es nicht. Falls Sie den Test machen wollen, warne ich sie: Es könnte ein böses Erwachen geben. Herz und Verstand …

Anderer Test: Wen würden Sie wählen, wenn nur Trump und Putin zur Wahl stünden? Ein verhaltensgestörtes aggressives Kind oder einen eiskalten Schachspieler? Der eine berechnet seine Züge voraus, taxiert den Gegner und nutzt jede seiner Schwächen gnadenlos, hält aber die Regeln des Schachspiels ein. Der andere kennt die Regeln gar nicht, schmeißt mit den Figuren um sich und kräht: „Gewonnen!“

Man stelle sich bloß vor, Trump wäre im heißen Kalten Krieg US-Präsident gewesen …

 

 

 

Veröffentlicht von gw am 30. August 2017 .
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Sonntag, 27. August, 11.35 Uhr

Und es hat Schwupps gemacht. Und Spaß. Die Montagsthemen. Vorher auch der Blog. Trotz der Apokalyptik. Denn Spaß macht der Flow, in den man beim Schreiben kommen kann wie beim Laufen. Dort kenne ich ihn aber nicht, ich laufe nicht gerne. Ich fühle ihn beim Schreiben eher wie beim freihändigen Radfahren auf einem asphaltierten Grüner-Plan-Weg, leicht bergab und ohne Gegenwind. Oder mit Akku, eingeschaltet auf hoher Stufe. Aber wer zu sehr im Flow läuft, fährt oder schreibt, ist auch sturzgefährdet. Oder stolpert in ein Golfloch oder über einen Golfschläger. Siehe Montagsthemen. Unter den Links rechts (gw-Beiträge Anstoß; Hinweis nur für eventuell neu hinzu gekommene Leser). Frage dazu: Soll ich „Sport, Gott & die Welt“ moderner gestalten lassen? Mit Blick auf mehr Klick-Zahlen, die mir herzlich unwichtig waren und sind? Oder wollen wir unter uns bleiben?

Veröffentlicht von gw am 27. August 2017 .
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Sonntag, 27. August, 6.10 Uhr

So früh, weil als Stallwache allein mit Hund und dieser zwischen Blog und KK (ohne Knicks und Kuss) ausgeführt werden muss. Draußen nur Kännchen … quatsch, noch dunkel, und auch wenn der Sommer einen letzten schwülen Anlauf nimmt, liegt schon Herbst in der Luft. In dieser wittere ich nicht die redensartlich zuversichtliche Morgenluft, sondern Apokalyptisches. Seit Jahrzehnten wohne ich, wohnen wir hier oben auf dem Berg, und mehr als 30 Jahre davon habe ich nie die Haustür und auch sonst nichts abgeschlossen. Selbst wenn wir in Urlaub fuhren, war das Haus ohne Bruch eingehbar. Ich kam nie auf die Idee, dass sich Einbrecher hierher verirren könnten. Die brauchen die Stadt oder zumindest eine schnelle Fluchtroute, dachte ich. Stimmt vielleicht immer noch, dennoch schließe ich seit ein paar Jahren alles ordentlich ab. Warum? Weil ich mich verändert habe – oder die Welt, in der ich lebe? Ich fürchte, wir beide.

Finis Gemaniae. Das Buch, über das so viel geschrieben und geredet wird, das aber trotz der Bestsellerlisten-Farce kaum jemand gelesen hat (ich auch nicht), trifft, wenn ich die vielen ausführlichen Rezensionen lese (was ich getan habe), einige wunde deutsche Gegenwartspunkte, die so wund sind, dass die einen sie tabuisieren und die anderen genüsslich-hämisch-furchtsam in der Wunde bohren. Mein Stich(el)wort: Deutschland schafft den Sozialstaat ab.

Nationale Gefühle sind mir fremd. Aber ich bin sehr froh, ohne mein Zutun qua Geburt Mitglied des Vereins Deutschland zu sein. Dessen Mitglieder haben durch eifriges Schaffen eine Vereinskultur geschaffen, in der es mir besser ging als den meisten Vereinsmitgliedern anderer Klubs und in dem ich später selbst meinen Mitgliedsbeitrag bezahlte. Je besser es uns in unserem Verein ging, desto neidischer und sehnsüchtiger schauten sie in den anderen Klubs zu uns herüber … und immer mehr wollten auch zu uns herüber. Wir brauchen ja auch neue Mitglieder, denn unsere Vereinsstruktur bringt immer weniger eigene hervor. Daher: Wer einen Antrag stellt, seinen Mitgliedsbeitrag zahlt und für den Verein arbeitet, ist herzlich willkommen, zumal wir auch immer mehr Altmitglieder haben, die sich auf Kosten der Aktiven auf die faule Haut legen. Dennoch darf der Verein nicht überbelegt werden, daher müssen die Neuzugänge quotiert werden.

Unabhängig davon sollten wir Mitgliedern anderer Vereine, denen es sehr schlecht geht, zum Beispiel, weil ihr Klubhaus gerade abbrennt (zumal auch Mitglieder unseres Vereins zu den Brandstiftern gehörten), selbstverständlich und vorübergehend bei uns Obdach geben, wir können es uns ja leisten, weil wir so gut vorgearbeitet haben und wir die notwendige Infrastruktur dafür haben.

Aber was tun wir? Unsere gewählte Vereinsvorsitzende öffnet … in einem Moment der …  ja was? Der Verirrung? Der Verwirrung? … Vereinstür und -tor für alle, die die Vorzüge unseres Klubhauses anzieht. Das sind Mühselige und Beladene, das sind arme Menschen, die im letzten Moment aus ihrem brennenden Vereinsheim flüchten konnten, das sind Faulpelze, die für ihren Verein nichts getan haben und für unseren erst recht nichts tun werden, das sind Kleinkriminelle, für die unser Verein leichte Beute bietet, zumal, bei Erwischtwerden, mit Strafen, die im Vergleich mit den drakonischen im Heimatklub gar keine Strafen sind, und das sind ein paar Schwerkriminelle, die unser Vereinsheim in die Luft sprengen wollen. Mittlerweile sind die Tore zu unserem Vereinsgelände wieder einigermaßen verschlossen, aber draußen vor der Tür rütteln viele an ihr, und noch mehr sind auf dem Weg zu uns.

Mittlerweile scheint sich die anfangs chaotische Lage im Klub beruhigt zu haben. Dank unserer Mitglieder, auch dank des Vorstandes, auch dank der angebotenen und zum Teil schon vollzogenen Mitarbeit vieler, die Antrag auf Mitgliedschaft stellen oder schon angenommen worden sind.

Aber die Ruhe ist trügerisch. Zu viele der Gekommenen gehören zu denen, die sich ein Beispiel an den trägen Altmitgliedern nehmen und sich zu ihnen in die bequeme Hängematte legen, die wir engmaschig gestrickt haben. Wenn aber immer mehr immer weniger stricken, wird diese Hängematte immer löchriger. Unsanft durchplumpsen werden – oder sind schon – die Altmitglieder, für die das Netz gestrickt wird. Zum Beispiel, um das Bildhafte zu beenden, Alleinerziehende ohne Anhang, Alte und Kranke. Für Neuhinzugekommene, deren soziales Netz im eigenen Klub nur die Familie war, bleibt unser gestricktes auch weitmaschiger werdend ein sehr komfortables.

Und was hat das alles mit dem Haus zu tun, das ich  mittlerweile sorgfältig abschließe, statt sorglos offen zu lassen? Was mit dem Sozialstaat, der abgeschafft wird? Was mit der Apokalypse? Was mit Alterspessimismus? Und was mit den Montagsthemen?

Mit denen schon mal gar nichts. Nichts auf dem Zettel, heute keine KK-Inspiration (nur Kaffee und Kuchen), keine Idee, und den Irrsinn, der gerade in den USA tobt oder schon vorbei ist … Moment, ich schau mal nach … ist vorbei, Mayweather gewinnt durch technischen K.o. … , werde ich ganz gewiss nicht montagsthematisch beehren. Aber irgendwie kriege ich das schon hin. Wie immer. Ich schaffe das. Statt Apokalypse zu rufen, gehe ich jetzt schnell ein Apfelbäumchen pflanzen. Das freut auch den Hund. Irgendwo muss er ja das Bein heben. Ist zwar eine Hündin, aber Beinchenheben wollen mittlerweile alle.  Bis dann!

 

Veröffentlicht von gw am 27. August 2017 .
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Montag, 21. Juli, 12.12 Uhr

Als ich 60 wurde, dachte ich wehmütig: Wenn ich 70 bin, werde ich diese Runde schon lange nicht mehr fahren können. Meine 15-km-Bergstrecke, von der ich früher im Blog mehrmals geschrieben und auch Fotos dazugestellt habe. Ich bin sie auch wirklich schon lange nicht mehr gefahren, jedenfalls nicht ohne E-Bike. Heute früh hole ich das alte Trecking-Rad aus dem Schuppen, mit Bammel, und fahre los. Schaffe ich es noch? Muss ich etwa, o Schmach, schieben?

Große Freude. Kein Problem. Aber mit 80 ….

Veröffentlicht von gw am 21. August 2017 .
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Sonntag, 20. August, 6.40 Uhr

Danke allen, die wissen, warum ich danke. Damit soll das seltsame Thema für mich erledigt sein. Es geschehen so viele absurde Dinge in der Welt, die ich nicht verstehe, aber diese Zahl ist absurder als alles andere. 70. Wie Alec Guinness schon sagte: Mein ganzes Leben lang hatte ich Angst, dass mir jemand auf die Schliche kommt, dass ich ein kleiner, ängstlicher Junge bin.

Abgehakt. Seltsam auch die Fahrt durch Süddeutschland. Zwischen Karlsruhe und dem Bodensee ein (1!) Windrad gesichtet. Selbst auf den weit einsichtbaren flach geschwungenen und windtauglichen Höhen der Alb kein Rotor zu sehen. Und bei uns sehen Vogelsberg und das Lahn-Dill-Bergland aus wie ein unrasierter alter Zausel. Bald tragen die Berge bei uns Vollbart.

Schöner Duathlon: Rad- und Fährenfahren, zwei meiner Lieblingsbeschäftigungen. Beispiel: Mit Rad nach Meersburg, Fähre nach Konstanz,  Reichenau-Rundfahrt (Rad), rüber zum Finger (Fähre), quer rüber zum Hafen Wallhausen (Rad), Fähre nach Überlingen, zurück mit Rad. Staunen am Hafen von Überlingen: Große, bizarre Brunnenskulptur. Haupt-Blickfang: ein zusammengesunkener, jämmerlicher Reiter. Mit Schlittschuhen an den Füßen. Sofort denke ich an den Cartoon von Bernd Pfarr, den ich in einer meiner letzten Kolumnen wieder einmal erwähnt hatte: Den Mann, der mit Skiern an den Füßen und Taucherbrille vom Turm ins Wasser springt. „Ist das noch Fußball?“ Nee, das ist … Martin Walser! Der jämmerliche Reiter trägt unverkennbar die Gesichtszüge des Schriftstellers, der hier um die Ecke lebt. Beim Googeln erfahre ich: Ein provozierender Bildhauer wollte Walser damit eins auswischen. Die Stadt hat es zugelassen und bezahlt. Kein Wunder, dass Walser, der dort seit Jahrzehnten lebt, stinksauer ist, wie mir Google berichtet:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenseereiter

 

In den Meldungen der Nacht auch eine über Wildbienen, denen Rückennummern aufgeklebt wurden, um ihren Aktionsradius zu messen. Vielleicht ein passender Aufhänger zur Video-Hilfe, also für die Montagsthemen. Für die es noch mager aussieht, da ich in den letzten Tagen null Input in den Trichter hatte, aus dem selbst wenn ich oben viel Lesestoff reinstecke nur wenig Verwertbares rauskommt. Diesmal nichts. Schreibe ich sie halt so, wie der Reiter über den Bodensee schlittert. Der arme Walser.

Veröffentlicht von gw am 20. August 2017 .
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