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Ohne weitere Worte (vom 18. Juli)

Vor vielen Jahren sagten Sie einen Satz, der legendär geworden ist. – »Einen nur?« (Fußballtrainer Peter Neururer im Zeit-Interview)
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»Ich war nie auf Wolke 7. Ich dachte nie, ich kann fliegen. Dementsprechend konnte ich auch nicht so tief fallen.« (der in Augsburg entlassene ehemalige Darmstädter Erfolgscoach Dirk Schuster im Kicker-Interview)
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Wir meinten diesen: »Wenn wir ein Quiz machen würden unter allen Trainern in Deutschland, wer am meisten Ahnung hat von Trainingslehre, Psychologie – und der Trainer mit den besten Ergebnissen kriegt den besten Job, dann bin ich bald bei Real Madrid.« Würden Sie das heute noch behaupten, im Alter von 62 Jahren? – »Ja, natürlich.« (Neururer/Zeit)
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Kooperation statt Konfrontation, Kommunikation statt Isolation, Ehrlichkeit statt Entfremdung. (…) Die Endzeitstimmung, die sich unter Tuchel ausbreitete (…), ist verflogen. (Thomas Hennecke im Kicker über die Stimmung in Dortmund nach dem Wechsel von Thomas Tuchel zu Peter Bosz)
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»Einem Vereinspräsidenten auf Trainersuche habe ich mal einen Vortrag über die psychovegetative Funktionslage von Fußballprofis gehalten – der hat kein einziges Wort verstanden und hinterher gesagt: ›Super Trainer, den nehmen wir.‹« (Neururer/Zeit)
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Einer, der sich wie kaum ein zweiter an längst vergangene Fußballtage zu klammern scheint. Der Laptoptrainer und Jungspunde verurteilt und sowieso jede Entwicklung, die der Fußball in den vergangenen Jahren durchschritten hat. (Jonah Lem im Fußballmagazin 11 Freunde über Peter Neururer)
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»Wenn du gewinnst, dann mache ich dich reich.« So in etwa habe »der Ion« die Zukunft ihrer Beziehung umrissen. »Dann hat er angefangen, an seinem Wasserglas zu knabbern. Erst ganz wenig, dann immer mehr.« Den ganzen Rand habe er vertilgt. Hat Becker schwer beeindruckt. Er war da knapp 18 Jahre alt. Ob das heute auch noch so wäre, wenn sein Gegenüber das Geschirr verspeist? (Hanns-Bruno Kammertöns in der Zeit)
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Er (…) erzählt, wie er sich für den Schmerz des Spurts präpariert. Er verbiete sich zu jammern, indem er an seine Großväter denkt, die im Zweiten Weltkrieg Jugend und Gesundheit opferten. (…) »Denk dran, was deine Großväter gegeben haben, um zu überleben«, sage er sich vor schweren Läufen. (Michael Reinsch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über den deutschen 1500-m-Meister Timo Benitz)
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»Wir haben ja viele Mädels, die fußballerisch auf der Straße groß geworden sind. (…) Ich erinnere mich gerne daran, wie ich bei meiner Oma barfuß draußen gespielt habe. Jeden Abend musste sie mir meine schwarzen Füße schrubben, weil wir keine Schuhe hatten.« (Dzsenifer Marozsan, Kapitänin der Frauen-Nationalmannschaft, im Interview der Süddeutschen Zeitung)
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Die Bürgerkinder der Antifa sind Teil einer linken Totalverwirrtheit. (…) Eher würde die aktuelle Linke die Erdkugel zu einer Scheibe erklären, als eigene Fehler einzugestehen. (Ulf Poschardt in der Welt)
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Der beliebteste Krampf ist noch der Lachkrampf, alle anderen sind rundum unbeliebt: Egal ob Schrei- oder Schreib-, Wein- oder Waden- oder auch der Scheidenkrampf. Seltsamerweise scheinen alle diese Krämpfe zutiefst menschlich zu sein, denn wer hat schon einen Wein- oder Schreibkrampf bei einem Tier erlebt? Wer wurde schon Zeuge eines Wadenkrampfes bei Hund oder Katze? (»Kriki« in der taz)
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Mehr als 200 Euro haben die Zuhörer in der teuersten Preiskategorie für den Abend hingelegt. Um einen Mann zu sehen, der sich seit mehr als 50 Jahren in seinen Filmen über Leute wie sie lustig macht. (Martin Zips in der SZ über das Konzert von »Woody Allen and his New Orleans Jazz Band« in der Hamburger Elbphilharmonie)
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Seinen Klang hat ein Kritiker mal »zwischen glücklichem Küken und billigem Hotelwecker« angesiedelt. (Zips/SZ über den Klarinettisten Allen) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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