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Montagsthemen (vom 17. Juli)

Fußball ist für die Füße. Buchstäblich. Weil: In diesen Tagen nur zum Spielen, zum Üben, zum Testen gut, nicht für Schlagzeilen. Telekom-Cup und sonstige Nichtigkeiten: Vergessen wir’s. Und wenn »Experten« den  Stand der Dinge zu Saisonprognosen hoch»rechnen« … ach, lasst sie doch. Die wollen auch nur spielen.
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Aller Fußball für die Füße? Und schon bin ich in meine eigene Falle getappt. Hab’ ich doch glatt die EM der Frauen vergessen. Leser Uwe Wartenberg stößt mich darauf: Bei der U21 »erhielt jeder Spieler eine Prämie von 50 000 Euro. Für den Gewinn des EM-Titels (kein U-Team) soll jede Spielerin 35 000 Euro erhalten. So viel zum Stellenwert des Frauenfußballs beim DFB.«
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Tja. Und Löws A-Team bekam für das Halbfinal-Aus bei der EM 100 000 und für den Titel 2014 satte 300 000 Euro. Ungerecht. Wie fast alles in der Welt. Ich bleibe bei meinem Verweis auf Angebot und Nachfrage. Letztere ist nach einem Startenor nun mal größer als für einen noch so genialen Alphornbläser. Was die Fußballerinnen angeht: Wenn ihnen das Prämien-Angebot zu gering ist, sollten sie streiken. Mehr Geld oder EM ohne uns!
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Sie würden auf viel Sympathie stoßen in Zeiten des »Glass Ceiling«, der gläsernen Decke, die Frauen den Aufstieg in höhere berufliche (und damit auch: Prämien-)Regionen versperrt. Aber habt bitte Mitleid mit uns Männern! Denkt daran: O andras spai sa togiali, se theli stenochoria.
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Kleiner Scherz. Auflösung folgt. Vorher noch ein anderer Scherz. Nein, nicht der vom schwerst asthmakranken Tour-Helden Chris Froome, der gigantische Prednisolon-Dosierungen benötigt, um ohne Erstickungsanfall eine Treppe hochgehen zu können. Über die Radprofis, diese bedauernswerten Sündenböcke für alles und jeden, ist genug und viel zu viel gelästert worden. Zum Ausgleich ein aktuelles Andekdötchen aus den USA: Gil Roberts, 4x400m-Staffel-Olympiasieger aus den USA, wurde positiv auf Probenecid getestet, eigentlich ein Medikament gegen Gicht, das aber auch Steroiddoping verschleiern kann. Roberts wird aber nicht gesperrt, weil er »glaubhaft« versichern konnte, seine Freundin habe das Medikament einnehmen müssen und ihn mit »leidenschaftlichen Küssen« infiziert. Glaubhaft? Klar. Ich ziehe mir die Hose ja auch mit der Kneifzange an.
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Kleine Scherze erhalten die Freundschaft. Mit Leserinnen wie Edith Fleischhauer aus Weckesheim. Zum »Sport-Stammtisch« schreibt sie: Nachdem »ich monatelang wegen einer schweren Erkrankung nicht Zeitung lesen konnte, verfolge ich nun seit einigen Wochen wieder regelmäßig den/Ihren Anstoß. Heute kann ich wieder voll und ganz zustimmen. Humor, etwas Sarkasmus sowie Ironie – auch sich selbst gegenüber – weiß ich sehr wohl zu schätzen. Ich freue mich schon auf Weiteres aus Ihrer Feder.«
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Wie schön, dass ich trotz bzw. mit Jux und Dollerei auch echte Freude bereiten kann. Allerdings lese ich jetzt auch, dass Humor, Sarkasmaus und (Selbst-)Ironie absolut out sind. »In« sei … Pathos! Ausgerechnet Pathos. Das, was mir am wenigsten liegt. – Den Schreibfehler oben lasse ich stehen. Ich alte Sarkasmaus.
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Tierische Zugabe. In Sotschi durften Touristen einen süßen, kleinen Panda-Bären streicheln. Gegen Geld. Viele zahlten und streichelten. Einen Chow Chow, den Betrüger zum Panda gebleicht hatten. Sie wurden jetzt geschnappt. Ich würde sie nicht wegen Betrugs, sondern wegen Tierquälerei bestrafen. Pandas werden sowieso überschätzt.
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… o andras spai sa togiali, se theli stenochoria. Ist natürlich griechisch. Gibt es Schöneres als eine »Griechische Sommernacht«? Die wird in Schwabach gefeiert, wobei es auch zu einem sportlichen Weltrekordversuch kommen soll, wie das dortige »Tagblatt« berichtet: »Für das Guinness-Buch der Rekorde versuchen die Teilnehmer wieder, den längsten Souvlaki zu tanzen.« (Quelle: »Hohlspiegel« im »Spiegel«). – Wenn die das tatsächlich schaffen, fress’ ich einen Sirtaki!
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Die gläserne Decke und das griechische Sprichwort. Es steht auf dem Juli-Blatt meines griechischen Wandkalenders. Die alten und neuen Hellenen wissen eben viel mehr über uns Männer, als selbst meine liebste Zielgruppe je erfahren wird. Warum gibt es die gläserne Decke? Warum sollte sie nicht zerbrechen? Warum reden wir so wenig mit Euch über Kummer und Sorgen? Weil: »Ein Mann zerbricht wie Glas, drum verwünscht er jeden Kummer.« Drum merke, wer sich ewig bindet: Glück und Glas, wie leicht bricht daas. (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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