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Dienstag, 11. Juli, 18.30 Uhr

Das Durchforsten aller greifbaren Zeitungen ist für mich Pflicht und Kür zugleich. Aber was ich nach Hamburg über unsere Schmach und Schande lesen muss (ja, es ist “unsere”!), gehört zu den unangenehmsten Begleiterscheinungen der Multi-Leserei. Niemand fühlt sich schuldig, alle kennen aber die Schuldigen, es sind jeweils die anderen. Und so buddeln sie sich in den üblichen Grabenkämpfen zwischen Rechts und Links ein und verbuddeln dabei auch den streng riechenden Hauptgrund des Übels wie mein Kater seinen Haufen.

Spätbundesdeutsche Dekadenz.

Rechte Gewalt? Linke Gewalt? Die Schuldwegweisungen von sich und die Schuldzuweisungen an den jeweiligen Gesinnungsgegner sind nur Relativierungen von Schandtaten. Diese Relativierung kommt jetzt ins Rollen. Das stinkt. Mir.

Zum Fußball: Hat sich eigentlich schon ein gewisser folkloristischer Verein der Herzen artikuliert?

Übrigens auch so eine seltsame Romanze.

Der einzige Marschtritt, den ich mag, sind Herz und Verstand im Gleichschritt.

Angesagt ist aber deren Extremspagat.

Baumhausbeichte - Novelle