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Michael Jungfleisch-Drecoll: Wir drehen uns im Kreis

Ja, die Hohls. Gut möglich, dass da in HH dieselben randalieren, die sich sonst in und um die Stadien prügeln. Über die brauchen wir nicht zu reden, da ist jedes Wort zu viel. Über die “Linken”, die Gleiches tun, nur politisch verbrämt, auch nicht.

Über die “friedlichen” Protestanten sollten wir reden. Und zwar darüber, ob der Straßenprotest in dieser ritualisierten Form irgendeinen Sinn macht oder ob es sich dabei nicht mittlerweile um eine Form der “Event-Kultur” handelt. Mit anderen Worten sollten sich diese Demonstranten fragen, ob sie ihre Energie nicht sinnvoller einsetzen können, um WIRKLICH SINNVOLL etwas zu ändern, als durch HH zu hampeln.

Klar passiert das nicht alles ohne Grund. Natürlich bietet die Weltpolitik ein trauriges Bild. Keine Frage. Über die Politiker müssen wir reden!!! Und zwar muss die große, schweigende Mehrheit darüber reden. Und es nicht den Politikern und Schlaumeier-Protestlern überlassen!!! Es geht um so etwas wie die WAHRHEIT. Umso etwas wie WAHRHAFTIGKEIT!

 

Mittlerweile hängen mir die ganzen “ismen” aber sowas von zum Hals raus. Klar, Kapitalismus richtet viel Unheil an. Können wir ja alle sehen. Und dann laufen viele dieser treudoofen Protestierer dem so super funktionierenden Sozial”ismus” hinterher, als wäre das der Weg aus allem Übel. NEIN! Der Mensch ist es, der nicht richtig “funktioniert”, da können wir soviel herum theoretisieren wie wir wollen! Und dem Mensch in all seinen Facetten werden wir nicht gerecht, indem wir die immer gleichen öden Phrasen dreschen.

Das war ein richtig trauriges Schauspiel am Wochenende. Ein Kasperletheater.  Mit Ansage, in der zigsten Wiederholung.

Und die große Masse – also wir – schauen wie blöd dabei zu!!! Merken wir eigentlich nicht, dass wir uns im Kreis drehen? (Michael Jungfleisch-Drecoll/Düsseldorf)

Baumhausbeichte - Novelle