Archiv für Juli 2017

Ohne weitere Worte (vom 1. August)

In der Mehrzahl der strittigen Fälle wird der Videobeweis helfen. (…) Die Zahlen (…) belegen das eindeutig. (…) Wer immer noch glaubt, mit dem Videobeweis würde sich das Wesen des Spiels ändern, müsste sich von solchen Argumenten eigentlich überzeugen lassen – es sei denn, er hängt der wirren These nach, dass solche Fehlentscheidungen doch ein wunderbarer und nie versiegender Quell emotionaler Diskussionen sind, die eben dazugehören. (Peter Penders in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Von wem haben Sie am meisten gelernt? – »(…) von den Trainern (…), die nicht gut waren. Bei diesen Trainern habe ich festgestellt: So darfst du nie werden.« (Bochums neuer Trainer Ismail Atalan im FAZ-Interview)
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Sven: »Ja, Talente sind heute in jungen Jahren viel weiter als wir damals.« – Lars: »Wir sahen mit 17 aus wie 15. Heute sind da 17-Jährige – hätten die einen Vollbart, würden die wie 30 aussehen.« (die Bender-Zwillinge im Interview der Süddeutschen Zeitung)
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Verraten Sie uns doch mal, wie man gegen ihn und seinen FC Liverpool gewinnt. – »Da müsste ich mir erst mal Gedanken machen. Und verraten würde ich es dann schon gar nicht, weil er dann ja wüsste, was ich wiederum denke!« (David Wagner, deutscher Trainer des Sensations-Aufsteigers Huddersfield Town und enger Freund von Jürgen Klopp, im Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Ein Steyrer Bodybuilder in Hollywood, der Kalifornien regiert hat und heute einen siebzigjährigen Roboter spielt. Ein ziemliches Leben. (Tobias Rüther in der FAS über Arnold Schwarzenegger)
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Sie ist hart zu sich selbst, ihr Lieblingsgericht Spaghetti mit Pesto gönnt sie sich nur nach dem Sport. Sie hat auch Politik wie einen Sport erlernt, sich Reden durchgelesen und Fernsehauftritte angeschaut. Während sie auf dem Trimmrad saß, hat sie sich Aufzeichnungen wichtiger Talksendungen angesehen, um Argumente zu studieren wie Pep Guardiola die Spielzüge künftiger Gegner. (Marc Hujer im Spiegel über die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht)
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Spartensendungen wie ›Die Anstalt‹ oder ›Nuhr‹ (…) bewirken überhaupt nichts, außer dass sie diejenigen bestätigen, die ohnehin schon wissen, wo sie stehen.« (Kabarettist Serdar Comuncu im taz-Interview)
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»Es gibt heute viel mehr weibliche Komiker als früher.Und was die zum Teil für Witze machen – in dieser Drastik wäre das damals undenkbar gewesen.  (…). Oft sind das alte Männerstammtischwitze. Die weiblichen Comedians drehen einfach den Spieß um und machen Witze über Männer, die sich Männer über Frauen längst nicht mehr erlauben dürfen.« (»Hans Mentz«, ein Autoren-Pseudonym des Satiremagazins  Titanic, im Spiegel-Interview)
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Warum nur halten es manche so schwer aus, dass ihre eigenen Gedankengebäude und ihre offenbar für unangreifbar gehaltenen Überzeugungen angezweifelt werden? Warum (…) macht man sich nicht daran, das Verachtete zu widerlegen, anstatt Geringschätzung zu zeigen? Es voreilig aus dem demokratischen Diskursfeld zu entfernen, ist ein Armutszeugnis. (Rainer Moritz in der Neuen Zürcher Zeitung über den Spiegel, der das angeblich rechtspopulistische Buch »Finis Germania« »kurzerhand und klammheimlich« – so die NZZ  – aus seiner Bestenliste entfernt hat)
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Wo die Krähen schwätzen, schweigen die Schwalben. (Griechische Volksweisheit, Losung für den Monat August im Sprachkalender der Griechischen Zeitung) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 31. Juli 2017 .
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Montagsthemen (vom 31. Juli)

Langsam, ganz langsam nähern sich die Testspiele der Fußball-Bundesligisten Mustern mit etwas mehr Wert. Die unterschiedlichen Ausgangslagen, Konzepte, Ein- und Ausgliederungen, Abstimmungen und Trainingszustände gleichen sich peu à peu an, bis zum Saisonstart alle Klubs auf der selben Startlinie angekommen sein werden. Dann … HALLO! Bitte nicht einschlafen! Vor allem Sie da hinten auf den Plätzen meiner liebsten Zielgruppe! Stay hungry!
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Wie Arnold Schwarzenegger, der gestern seinen 70. Geburtstag feierte. Nicht mehr ganz so hungrig wie früher, aber selbstironisch wie immer. Die Muskelberge sind weggeschmolzen wie Eisberge in Zeiten des Klimawandels, und da es diesen auch in der US-Politik gibt, mit gewaltigeren Brüchen als im Schelfeis, würden selbst seine früheren Verächter am liebsten die Verfassung ändern, damit »Arnold Strong, The Austrian Oak« diesen bizarren Typen aus dem Weißen Haus fegen könnte.
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Die neue Sehnsucht nach Schwarzenegger gleicht in Deutschland der nach KTG, jenem Mann, der nicht seine Muskeln, sondern sein Ego aufpumpte und die Großpackung Öl, die Bodybuilder auf ihre Körper schmieren, schon alleine bei den   Haaren verbrauchte. Guttenbergs Vorteil gegenüber Arnold Schwarzenegger: Er ist deutscher Staatsbürger. Auch ist ihm Selbstironie nicht fremd (»Man könnte fast eine Doktorarbeit darüber schreiben«). Aber ist er noch hungrig?
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»Stay hungry!« In diesem Film (deutscher Titel: »Mister Universum«) trat die österreichische Eiche erstmals unter ihrem, unter seinem richtigen Namen auf. Der Film kam nie in die deutschen Kinos, lief aber einmal im ARD-Nachtprogramm. Neben Schwarzenegger, der sich selbst mimte, wirkten ein sehr junger Jeff Bridges und eine noch jüngere Sally Field mit, außerdem erkannte ich in einer Nebenrolle »TC«, den späteren Krimiserien-Freund von »Magnum«. »Stay hungry« ist ein selten dämliches, amateurhaftes, aber irgendwie auch anrührendes Filmchen der C-Kategorie. In meiner Erinnerung haftet noch die bizarre Szene, als zum Schluss ein Pulk aufgepumpter Bodybuilder wie eine Amok laufende, blökende Schafherde in Minihöschen halbnackt über eine Kreuzung tobt.
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Wie bin ich darauf gekommen? Ach so. Hallo wach! Hoffentlich hat’s gewirkt. Ich wollte ja andere Dinge verhandeln, zum Beispiel das »verhandeln«, das ich am Samstag vergessen habe, den nervenden sprachlichen Modemarotten »generieren«, »aufschlagen« und dem wahllos verstreuten Doppelpunkt beizuordnen. Aber es gibt auch eine erfreuliche Meldung aus dem stilistischen Torheitsbereich: Der »Narrativ«, zeitweiliges Lieblingsmodewort besserer schreibender Kreise, ist plötzlich spurlos verschwunden. Niemand vermisst ihn.
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Wir verhandeln nun einen Narrativ, mit dem wir im Sport aufschlagen, um doch noch eine Kolumne zu generieren, die ihr Vorwort »Sport«: verdient hat. Die Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Behinderten sind beendet, die der »Normalos« beginnen in Kürze. Vor einem Jahr in Rio kämpften die Besten von über sieben Milliarden Menschen um 47 Goldmedaillen. Eine im Vergleich – und zum Glück! – winzige Minderheit kürte bei den Paralympics 177 Leichtathletik-Olympiasieger, die männlichen Kugelstoßer alleine 14 von ihnen. Das mag durchaus der Chancengleichheit dienen, während manche Nicht-Para-Leichtathletin mit Recht bedauert, gegen Konkurrentinnen antreten zu müssen, die in eigene Klassen gehörten. – Schwieriges Thema, flächendeckend vermint. Denkt man es zu Ende, landet man bei der Erkenntnis: Jeder ist eine Klasse für sich.
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Ich weiß, den Satz hatte ich schon mal. Vorige Woche. Aber ich weiß keine praktikable Lösung für eine selektivere Lösung. Überhaupt habe ich mit der Weisheit eines Sokrates (der mit dem Schierlingsbecher, nicht im BVB-Trikot) nur gemeinsam, dass ich weiß, dass ich nichts weiß.
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Manches Wissen könnte ich mir aber im Selbstversuch aneignen. So bleibe ich seit Jahren, wenn ich am nahen Elektrozaun um die Pferdekoppel vorbeikomme, sinnierend stehen und frage mich: Soll ich? Und zwar schon, seit ich vor drei Jahren in der »Stimmt’s«-Kolumne der Zeit gelesen habe, dass man keinen Schlag bekommt, wenn man auf einen elektrischen Weidezaun pinkelt, da »der Urin zwar aufgrund der enthaltenen Salze den Strom hervorragend leitet, aber der Strahl sich schon in kurzer Entfernung von der Quelle in einzelne Tröpfchen auflöst. Dann gibt es keinen zusammenhängenden Leiter mehr. Folglich kann kein Strom fließen.«
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Soll ich? Zumal die Tröpfchen-Theorie in meinem Alter besonders überzeugt? Nein, lieber nicht. Ich halte mich an die Untertitelung im Fernsehen, die bei riskanten Stunts von Wrestlern aufploppt und die ich auch unseren Lesern dringend empfehle (Leserinnen nicht, die kennen derartige kindische Versuchungen erst gar nicht): »Don’t try this at home!« Dagegen bleibt  stets empfehlenswert: »Stay hungry!« (gw)
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Veröffentlicht von gw am 30. Juli 2017 .
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Sonntag, 30. Juli, 6.45 Uhr

Vor ein  paar Tagen bin ich zufällig – wirklich! – auf einer Pornoseite gelandet. Wer an, was es auch geben soll, schmerzhafter Dauererektion leidet, für den gibt es nach meinen neuen einschlägigen Erkenntnissen ein sofort wirkendes Gegenmittel: Solch eine Seite anklicken, und der kleine Herr in Krieg und Frieden (war mal ein Titel von Zwerenz, glaube ich) gibt sofort Ruhe, rollt sich ein und verzweifelt als Winzling an der sexuellen Welt. Unansehnliche Männer und Frauen aus erkennbar unteren Bewusstseinsschichten, Typ Bahnhofspenner und Kollegin,  rammeln sich einen ab, jedwede Öffnung benutzend und missbrauchend, auf eine  derart abstoßende Art, dass jedem erotisch empfindsamen Zuschauer jeder Gedanke an Sex sofort und für mehr als ein Weilchen vergeht.

Jedes Kind kann mit einem Klick problemlos diesen Dreck anklicken, und ich dachte früher, das und die diversen Totmacher- und Ballerspiele führten zu Verrohung und innerer Verwahrlosung. Aber nun lese ich, dass unter Jugendlichen eine neue Keuschheit verbreitet sei, und da macht es bei mir Klick: Wenn ich mich in einen Jugendlichen versetze (und ich glaube, das kann ich gut), der von der großen Liebe träumt (tun sie doch immer noch alle, oder?) und der in dieser  aufregenden, geheimnisvollen, herzerfüllenden Zeit des Hoffens und Bangens noch vom  ersten Kuss, diesem weltbewegenden, welterschütternden Ereignis träumt und dann diesem ekelhaften, seelenlosen Treiben widerwärtiger Menschen zusieht, der muss sich fühlen wie jemand, der eine Klotür öffnet, die jemand abzuschließen vergessen hat, und plötzlich hautnah sieht und hört und riecht, wie dort jemand mit seinem Durchfall kämpft. Rummms! Tür zu und angeekelt nix wie weg!

Ob Homöopathie heilen kann, ist ja ein großes Thema. Na ja, auch Placebos können “heilen”. Aber das ist jetzt nicht das Thema, sondern: In der Homöopathie wird mit Verdünnung bis zur fast vollständigen Verdünnisierung gearbeitet.  Diese Pornos heilen mit der entgegengesetzten Methode. Mit buchstäblich vollem Rohr wird Dreck auf empfindsame Seelen gespritzt (ebenfalls buchstäblich), was immun dagegen macht und aus Abscheu das neue Pflänzlein Keuschheit wachsen lässt.

Oha. Da ist meinem angeschlagene Kopf (Familienfeier) in seinem frühmorgendlichen Rohzustand fast ein Wörtchen zum Sonntag entschlüpft. Für die Kanzel müssten nur ein paar derbe Wörter rausredigiert werden, und schon könnte sie in der Kirche gegenüber als erbauliche Predigt gehalten werden. Als Stein(es)bruch für die Montagsthemen taugt es aber nichts. Da muss ich andere Dinge “verhandeln”, zum Beispiel das “verhandeln”, das ich am Samstag als eins (oder eines?) der mich nervenden Modewörter vergessen habe. Eines (oder eins?) nervt mich dagegen nicht mehr: der “Narrativ”, zeitweiliges Lieblingsmodewort besserer schreibender Kreise, ist plötzlich spurlos verschwunden. Vermisst wird er oder das nicht.

Im dicken Kopf hat es der Flow schwer, da fließt er nicht, da bleibt er stecken. Leichte Panik, wenn ich auf den Themenzettel schaue. Voll wie Flasche leer. Ob das heute noch was wird? Schaun mer mal. Ma gucke. Bis dann.

 

 

Veröffentlicht von gw am 30. Juli 2017 .
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Sport-Stammtisch (vom 29. Juli)

Leipzigs Red-Bull-Trainer Ralf Hasenhüttl findet Promotion-Tourneen wie die der Bayern in Asien »sportlich problematisch«. Münchens Mit-Boss Kalle Rummenigge findet das »zynisch und unsolidarisch«, was ich wiederum ziemlich problematisch finde. Denn wahr ist, dass die Bayern-Ware Abstriche am wahren Sport machen muss, der Saisonvorbereitung. Das wissen sie selbst am besten, vielleicht daher die aggressive Überreaktion des ewigen Junior-Chefs des Hoeneß-Klubs.
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Dass die Ware Sport nicht der wahre Sport ist, war nie (m)eine Tatsachenbehauptung, sondern nur wortspielerisches Wunschdenken. Widerlegt von Real Madrid, den Bayern und anderen globalen Geldspielern, die Verluste in der Vorbereitung mit ihrer Finanzkraft kompensieren. Wer massenhaft Klasse einkaufen kann, gewinnt dann eben auch gegen sportlich vernünftiger vorbereitete Massenware. Und dass die Ware im Sport nicht das Wahre ist, war sowieso schon immer höchstens halb wahr. Siehe Ur-Olympia, das seinen Siegern lebenslangen Reichtum verhieß, oder Turnvater Jahn, der in der Hasenheide menschliche Kriegsware gegen den welschen Erzfeind generierte.
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Und nächstes Jahr, Fortsetzung des Booms vorausgesetzt, schlägt wohl auch Leipzig redbullend in Asien auf. Längst hat die normative Kraft des Faktischen den wahren Sport verdrängt, so wie auch, siehe oben, das Verb »generieren« sein urdeutsches Synonym »erzeugen«. – »Aufschlagen« und »generieren«, da fehlt doch noch was aus der sprachlichen Modekiste? Auch der wahllos eingestreute Doppelpunkt: boomt. Er gilt als stilistisch: schick. Aber das ist ein anderes: Thema.
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Ein ganz anderes. Sooo große Home-Story im Spiegel, beziehungsweise Road-Story: Sahra Wagenknecht fährt Rad. Ein Reporter begleitet sie und ist beeindruckt. Sie wirkt ja auch ziemlich sportlich und »taff«, kein Zweifel. Ihr Ehemann bleibt zu Hause. Diesmal nur, sagt er. Denn Oskar Lafontaine, 73, fährt ebenfalls Rad (kein Pedelec, ein »richtiges«). Manchmal 120 Kilometer am Stück. In fünfeinhalb Stunden. Sagt er. Da kommt er auf einen Schnitt deutlich über 20 km/h. Respekt!
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Das erinnert mich an seinen alten Freundfeind Gerhard Schröder. Dem »Spiegel« erzählte er einmal, er sei mit 49 die 100 Meter bei einer Sportabzeichenprüfung in 12,6 Sekunden gelaufen. Damit hätte er  in der deutschen Bestenliste seiner Altersklasse zu den Top 100 gehört. Ich erwähne jetzt nicht die Glaubwürdigkeitskrise der Politik. Aber ich schmunzle.
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Ich schmunzelte auch, als … aber von vorn: Lafontaine ist ein alter Bekannter von mir. Vor Jahren machte ich Urlaub mit ihm in Ägypten. Vor dem Abflug in Frankfurt saßen wir nebeneinander und lasen die Bild-Zeitung, bei der Ankunft in Luxor standen wir gemeinsam am Gepäckband.   Nun ja, Oskar weiß nichts davon, wir sind eben nur sehr weitläufige Bekannte. Aber in Theben-West, wo die alten Ägypter ihre Pharaonen bestatteten, dachte ich wieder an ihn. Denn die meisten Prachtsarkophage im Tal der Könige sind leer, aber nicht groß genug für das Ego heutiger Pharaonen.
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Alte Geschichte. Yesterday war’s. Da fällt mir ein: Angeblich hat Paul McCartney, nach einer Nacht bei seiner Freundin,  in der ersten Fassung geschrieben: »Scrambled eggs / oh my Baby / how I love your legs«. Er soll es auch heute noch manchmal singen. Vielleicht sang es auch der Schüler, der laut Bild online »Sex mit seiner Lehrerin (28)« hatte. Auf der Flugzeug-Toilette. »Nach Exkursion zum Teilchenbeschleuniger.« Fällt das unter die Rubrik »Nachbereitung physikalischer Experimente«?
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Ich war noch nie auf einer Flugzeugtoilette. Aber wenn ich mal müsste, fliegt hoffentlich Thomas Gottschalk mit und geht vor mir aufs Klo. Als er einmal bei einem Lufthansa-Flug auf die Toilette musste, hatte sein Vorgänger diese total verdreckt hinterlassen. Gottschalk putzte und schrubbte das Klo von oben bis unten, bis es wieder picobello aussah. Hätte er das nicht getan, sagte er, hätte der nächste Klo-Besucher die Bescherung geknipst und die Aufnahme verkauft: »So sieht ein Klo aus, wenn Gottschalk drauf war.«
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Aber warum wabert jetzt wieder ein vorpubertär gehörter Satz durch den spätpubertären Kopf: »Stewardessen fliegen durch die Luft. Vögeln gleich« – gab es wirklich mal einen Softsex-Film der späten Sechziger mit diesem Titel, fragt sich der später Sechziger?
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Entschuldigung, da ging wohl mein wahres Alter mit mir durch. Das ich immer zu verbergen suche. Wie mein Alterskamerad Alec Guinness. Der große Schauspieler kam sich sein Lebtag vor wie ein Kind, das einen Erwachsenen spielt, und hatte stets Angst, dass man ihm auf die Schliche kommen könnte.  (gw/14)
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(www.anstoss-gw.de gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 28. Juli 2017 .
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Wilfried Grein: Hambüchens Kater und Vichas Bein

Eigentlich wollte ich eine Zeitung nur noch höchstens 5 Jahre lesen, als ich im März 1987 die WZ abonniert habe. Sie waren dann Schuld, dass es doch mehr als 30 Jahre wurden. Nach dem Motto per aspera ad astra lese ich heute noch den Sportteil immer erst zum Schluss. Aber Ende des Monats ist es leider vorbei. Ich habe mal vorsichtig im Internet gelinst, was ich aus Respekt niemals tun wollte. Aber geht doch.

 

Das Niveau ist halt arg gesunken. Der Handball wird praktisch ignoriert. In einer mittelhessischen Zeitung kommen Oberliga und 3. Liga nicht mehr vor. Mal gespannt, wie es mit der 2. Liga wird, jetzt, wo Hüttenberg auch oben spielt. Dafür wird von mir als Sportfan verlangt, dass ich wissen muss, dass Hambüchen mit seiner Freundin einen neuen Kater hat. Einfach unterirdisch.

Zum Beitrag über Jiri Vicha: Ich kann mich heute noch an eine Scene im Fernsehen erinnern: 7-Meter. Vicha im Tor, wie immer mit kurzen Hosen. Der mir nicht mehr bekannte Schütze warf und Jicha riss  wie bei einem Hampelmann das rechte Bein waagrecht in die Höhe und wehrte den Ball ab. Auch wenn die Torhüter die Beine heute noch höher reißen (möchte bloß wissen wie?), ist dieses Bild bei mir in Erinnerung geblieben.

 

Jetzt hoffe ich, dass Sie noch viele Jahre den Anstoß, die Montagsthemen usw. schreiben und ich mich daran erfreuen darf. (Wilfried Grein)

Veröffentlicht von gw am 24. Juli 2017 .
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Baumhausbeichte - Novelle