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Ohne weitere Worte (vom 27. Juli)

»Ich finde es wichtig, nicht alles seinen Beratern zu überlassen und nur zu unterschreiben. Auch mit Blick auf die Zeit nach der aktiven Karriere. Sonst ist man dann ein hilfloser Fall und verblödet geradezu.« (Nationalspieler Shkodran Mustafi, fünfsprachig, im Interview der Frankfurter Rundschau)
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Löw wirkt so frisch motiviert, als habe er das erst jetzt wirklich akzeptiert: dass ihm die Nachwuchsinternate eine Auswahl an Spielern geschenkt haben, die den Job des deutschen Bundestrainers zum schönsten Job der Welt machen, womöglich noch vor Oligarch, Finanzvorstand beim FC Bayern oder Günther Jauch. (Christof Kneer in der Süddeutschen Zeitung)
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»Der Basti ist ein guter Mensch, wissen Sie, was ich meine? So richtig von innen heraus gut.« (Joachim Löw im Zeit-Interview über Bastian Schweinsteiger)
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Der beste Spieler ist Messi. Der zweitbeste: der verletzte Messi. (Jorge Valdano, argentinischer Weltmeister, zitiert in den »30 besten Sprüchen über den Barca-Star« in Sport-Bild)
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Die Beteiligten (OWW-Anm.: DOSB und Bundesinnenministerium) diskutierten nie, welchen Sport es braucht in diesem Land, gerade in Zeiten mannigfaltiger Dopingauswüchse und gesellschaftlicher Veränderungen. Stattdessen wollte das Ministerium einfach mehr Medaillen, und der Sport wollte einfach mehr Geld vom Ministerium und erklärte sich daher mit der Medaillen-Fixierung einverstanden. (Johannes Aumüller in der SZ)
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Wie viele Fahrräder besitzen Sie? – »Puh, da müsste ich echt mal durchzählen …« – Degenkolbs Frau Laura, einst auch professionelle Rennfahrerin, schaltet sich vom Nebenraum aus ein: »Es ist auf jeden Fall eines zu wenig. John besitzt nämlich kein Rad, mit dem er mal eben zum Bäcker fahren könnte.« – Das heißt, zu Fuß zum Bäcker? – »Es ist wirklich total absurd, aber wenn ich in die Stadt fahre, nehme ich immer Lauras Damenrad.« (John Degenkolb im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Im 14. Jahrhundert starb ein Drittel der europäischen Population an der Schwarzen Pest, die letztlich auf Reiseerleichterungen für Bazillen zurückging.« (der Philosoph Peter Sloterdijk im Spiegel-Interview)
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»Die Bundeskanzlerin (…) macht die offenste, humanste und liberalste Flüchtlingspolitik der Welt. Grüner geht’s nicht.« (Winfried Kretschmann, Grüner Ministerpräsident von Baden-Württemberg, im taz-Interview)
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Helmut Kohls Außenpolitik war auf nationaler Bescheidenheit und der Fähigkeit zur Improvisation gegründet. Mit Angela Merkels Sonderwegen steht die Verlässlichkeit Deutschlands wieder unter Vorbehalt. (…) Die Wahrheit ist leider: Kohl war kaum abgelöst, als Deutschland schon wieder anfing, mitten in Europa auf dicke Hose zu machen. (Ulrich Fichtner im Spiegel)
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»Sie müssen das große Ganze sehen. Machiavelli formulierte in einem Streitgespräch das brillanteste Gesetz der Finanzwirtschaft: Lass uns doch die Zeit nicht mit Kleinigkeiten verlieren, am Ende werden die Armen alles bezahlen. Und von den Armen haben wir genug.« (der Konzertpianist und Börsenspekulant Josef Bulva in der SZ-Interviewreihe »Reden wir über Geld«)
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Die Kritiker möchten berechtigterweise nicht, dass die Solidargemeinschaft die Homöopathie über die Kassenbeiträge mitfinanziert. (…) – Bajic: »Die Menschen wünschen sich aber die Erstattung durch die Krankenkasse, und die Allgemeinheit will doch die Homöopathie!« – Die Allgemeinheit will auch Freibier. (aus einem Zeit-Interview mit Cornelia Bajic, der Vorsitzenden des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte/DZVhÄ) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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