Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Sonntag, 25. Juni, 6.40 Uhr

In der Nacht zum letzten Sonntag wummerten die Bässe ins Schlafzimmer, dann schrillte die Feuerwehrsirene, kurz darauf knatterte ein Hubschrauber gen Hinterland. Im Blog geschrieben, inklusive der Ahnung, die dann Gewissheit wurde. Immerhin scheint der junge Mann, der aus eigenem (bzw. alkoholischem?) Antrieb  in die Glut gelaufen sein soll, vergleichsweise glimpflich davongekommen sein. Und diese Nacht: Plötzlich Tatü-Tata aus allen Richtungen in eine Richtung, wieder gen Hinterland, wieder mit schlimmen Ahnungen.

Tatü-Tata gen Hinterland = gen Siegerland. Dort, wo sie das “R” rollender rollen als sonstwo: Rrrrrrrr. Dazu der alte Witz: Polizeiwagen fährt mit Tatü-Tata Richtung Hinterland. An der Grenze zum Siegerland schaltet die Sirene um, vom Tatü-Tata zu … Rrrra-rrrü-Rrrra-rrrra, Rrrra-rrrü-Rrrra-rrrra,

Sorry. Kalauer am frühen Morgen bringt hoffentlich nicht Kummer und Sorgen.

An eben diesem frühen Morgen schon einige Mails in die Box gestellt, auf die ich in den Montagsthemen eingehen will. Auch schon ein Interview mit dem Konzertpianisten und Börsenspekulanten Josef Bulva in der SZ gelesen, mit Anstreichungen für “Ohne weitere Worte” und meinen “progressiven Alttag” fürs Seniorenjournal. Vielleicht auch für die Montagsthemen: “Machiavelli formulierte in einem Streitgespräch das brillanteste Gesetz der Finanzwirtschaft: Lass uns doch die Zeit nicht mit Kleinigkeiten verlieren, am Ende werden die Armen alles bezahlen. Und von den Armen haben wir genug.”

Seltsam, da gehe ich auf die 70 zu, und plötzlich tauche ich aus meinem heimeligen Retiro wieder öffentlich auf, ohne mein Zutun und von mir skeptisch beobachtet. Bundesweit in Sachen Doping (gähn!), regional in einer sehr großen und sehr schmeichelhaften Geschichte in unserem Konkurrenzblatt (Respekt, liebe Kollegen und vor allem lieber “Wolle”, sehr souverän mit der Konkurrenzsituation umgegangen / Link zum online gestellten Hauptartikel in einem der letzten Blog-Einträge). Und dann kam dieser Tage die Journalistin, die vor Jahren für ein Dossier ihrer(großen) Zeitschrift schon einmal hier war und in Vorbereitung das “Sport-Leben” (Link rechts) gelesen hatte, noch einmal zu mir herauf auf den Berg, weil sie, motiviert durch das “Sport-Leben”, das sie beeindruckt hatte, eine Geschichte über meine - wie auch ich finde: ziemlich ungewöhnliche – Freundschaft mit Ralf Reichenbach schreiben will. Soll im September im Magazin “Mann” der Zeitschrift erscheinen. Zu dem Gespräch kamen auch zwei Jungs aus Frankfurt auf dem Motorrad angedüst, vom “cartel collective – visual storytelling”, zwecks Fotoshooting. Zwei sehr nette Jungs, einer fotografierte mich im Wintergarten und am Teich, der andere leuchtete mich mit einem ausgeklappten Schirm aus, da fühlte ich mich, als hätte ich bei Heidi Klum gewonnen. Aber der Grund, warum ich es erwähne: Einer der beiden Jungs kannte mich bzw. meinen Namen – weil er in früheren Jahren an meinem “Siebenkampf für Sportexperten” teilgenommen hatte! Von der großen, weiten Welt als Männer-Model zurück zu meiner wahren beruflichen Bestimmung, dem Puzzeln und Basteln von Geschichten und Aktionen in unserer mittelhessischen Regionalzeitung. Und der “Siebenkampf für Sportexperten” läuft und läuft nach Jahrzehnten immer noch, mittlerweile auch schon seit vielen Jahren betreut vom Kollegen htr.

Jetzt aber ran an die Montagsthemen. Auf dem Zettel stehen ja schon die Mailbox-Texte. Auch an “Ohne weitere Worte”  will ich heute schon ran und an die WBI-Auflösung, denn  eine mehrtägige Vogelsberg-Radtour steht an, mit meinen beiden alten Abi-Jungs. Basislager Schotten. Aber nur, wenn das Wetter mitspielt.

Baumhausbeichte - Novelle