Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Montagsthemen (vom 26. Juni)

Zu den Gründen, »die Zeitung zu beziehen, gehören Ihre Meinungen und Ansichten, die ich meistens mit Vergnügen lese und oft teile«, schreibt Winfried Ertl aus Friedberg. Jedoch: »Sie haben ja in vielem Recht, aber ich glaube, im Bezug auf das ›unaussprechliche‹ Turnier sollten Sie doch etwas altersmilder sein. Natürlich ist der überbordende Kommerz des Fußballs zu kritisieren. Aber gerade Löw hat doch die Chance genutzt, junge Spieler einzusetzen.« – Ich habe verstanden. Also: Das unaussprechliche Turnier heißt Confed Cup.
*
Überhaupt, unsere Leser. Ich danke für gute Worte, wie die von Franz Josef Stöhr aus Saasen (»seit Jahren von vielen Anstößen gut unterhalten und gelegentlich beeindruckt«) und auch für solche, die mich wieder auf Kurs bringen. Siehe oben und auch von Erhard Neurath (Karben), der »zu meinem Erstaunen« lesen musste, »dass wir bei ARD und ZDF kostenlos Fußball schauen können. Ich jedenfalls zahle regelmäßig eine nicht unerhebliche Gebühr für den Fernsehempfang.« – Die feine Ironie ist angekommen.
*
Apropos auf (den) Kurs bringen. Einst machten drei Nieder-Florstädter Kumpel (Andreas Kautz, Rüdiger Hassenpflug und Armin Deis) mein Kürzel »gw« tatsächlich unsterblich, als sie es auf dem Tour-de-France-Kurs vor Alpe d’Huez zusammen mit »Klaus« (Reporter-Legende Angermann) und »Jan« (Ullrich) verewigten. Damals trieb es meine Mundwinkel vergnügt hoch zu den Ohren – und jetzt wieder, denn Andreas Kautz hat als Einstimmung auf die Tour alte Eurosport-Videos angeschaut und ist dabei auf den Moment gestoßen, den im Jahr 2001 eine Hubschrauber-Kamera einfing, »als ausgerechnet unser Ulle dort vorbei fuhr. Auch schon wieder 16 Jahre her. Wahnsinn! Ein Mythos verewigt auf einem Mythos.« – Mythos … auch solche kleinen Veralberungen sorgen dafür, dass sich meine Mundwinkel beim Betrachten des in der Kautz-Mail angehängten Eurosport-Standbildes nicht selbstgefällig, sondern selbstironisch gen Ohren bewegen.
*
Zu meinen leisen Zweifeln am Hummels-Dunking schreibt Michael Zettler, dabei als Augenzeuge an den schwergewichtigen ehemaligen Weltklasse-Hammerwerfer Klaus Ploghaus aus Gießen erinnernd: »Er hat während eines Basketball-Trainingsspieles in einem November der frühen 80er Jahre ohne Probleme einen Dunking versenkt, danach standen alle Akteure mit offenem Mund applaudierend auf dem Spielfeld. Klaus Ploghaus ist 186 cm groß und Mats Hummels 191 cm, warum soll das Herr Hummels nicht auch können?« – Tja, vielleicht weil er Fußballer ist ….?
*
Nein. Quatsch. Nur ein böser Scherz. Auch ich traue Hummels den »Stopfer« zu, dem kleineren Ronaldo (185 cm) sogar einen Slam-Dunk. »Übrigens«, schließt Michael Zettler, »ich lese den Anstoß jeden Morgen sofort wenn ich aufstehe!« – Ein sehr empfehlenswerter Frühsport, egal welcher Schreiber über dem Text den Kopf dafür hin hält.
*
Die kürzlich verstorbene Kugelstoß-Legende Brian Oldfield (deutsche Medien haben die Todesmeldung verpennt) »dunkte« sogar einmal mit nur einem Impuls-Schritt den »Ball« vehement in den Korb. Keinen Basketball, sondern seine 15-Pfund-Kugel. Unglaublich, aber wahr. Ebenfalls auf Youtube zu finden.
*
Youtube und Co. machen die Welt kleiner. Aber längst nicht so klein wie jetzt bei mir im Garten. Zu einem Gespräch mit einer Journalistin (Anlass soll hier keine Rolle spielen) kamen auch zwei  taffe Jungs  auf dem Motorrad angedüst, von einer »Visual storytelling«-Agentur zwecks Fotoshooting. Fast fühlte ich mich, als hätte ich bei Heidi Klum gewonnen. Einer der beiden Jungs kannte sogar meinen Namen – aber nur, weil er vor langer Zeit  an meinem »Siebenkampf für Sportexperten« teilgenommen hatte! So kam ich von der großen, weiten Welt als Männer-Model zurück zu meiner wahren Bestimmung, dem Puzzeln und Basteln von Kolumnen in unserer kleinen mittelhessischen Zeitung. Und der »Siebenkampf für Sportexperten« läuft und läuft nach Jahrzehnten immer noch, mittlerweile seit vielen Jahren vorbildlich betreut vom (auch: »Anstoß«-)Kollegen htr.
*
Aber vielleicht komme ich bald zu größeren Ehren, denn Andreas Kautz verspricht: »Wenn die Tour wieder an diesen mythischen Berg führt, wird ein Eimer Farbe im Gepäck sein. Ist doch besser, dort auf der Straße verewigt zu sein als in einer Kolumnenecke.« – Bis dahin begnüge ich mich an dieser Stelle mit:  (gw)
*
(www.anstoss-gw.de  / gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle