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Ohne weitere Worte ( vom 20. Juni)

Wir (…) durften vor ein paar Jahren einmal in Paris zwei Fragen an den damaligen PSG-Stürmer Zlatan Ibrahimovic richten. Erste Frage: »Haben Sie einen Lieblingsklub?« Zlatans Antwort: »Nein, aber ich mag Bayern München!« Dann fragte Ibrahimovic unseren vollbärtigen Redakteur neugierig: »Sie sehen so finnisch aus. Sind Sie Finne?« Dieser verneinte. Und dann war die Zeit auch schon um. (Philipp Köster, Chefredakteur des Fußballmagazins 11Freunde, in einem Gastbeitrag für die Neue Zürcher Zeitung)
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Klopp, der Liebling der Medien. Nie war ein Trainer mehr Rampensau als er, nicht mal Dragoslav Stepanovic, der bei »ran« Frank Sinatra imitierte. (Udo Muras in der Welt)
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»Ich habe noch nie einen Menschen erlebt, der sich im Alter trotz des Erreichten noch mal so neu erfinden konnte wie Jupp Heynckes.« (Bastian Schweinsteiger im Zeit-Interview)
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Das ist der schöne neue Fußball, ein glitzerndes und zugleich grausig ödes Paralleluniversum, das nur noch selten mit der Realität kollidiert. So wie neulich, als wieder einmal das Gerücht die Runde machte, Zlatan Ibrahimovic verhandle mit dem FC Bayern ernsthaft über einen Wechsel. Die einzige Quelle war das Gespräch mit uns vor sieben Jahren. (Köster/NZZ)
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Timo Werner wird noch lange damit leben müssen, dass er sich einem Projekt verschrieben hat, das viele ablehnen. Die Pfiffe gegen seine Person nennt er »frech«. Aus dieser Bewertung spricht vor allem Anmaßung. Sein nächster Fehler nach der Schwalbe. (Günter Klein im Münchner Merkur)
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»Bei meiner Verabschiedung von der Nationalmannschaft im September letzten Jahres, da musste ich anfangen zu weinen, weil ich ein Kind sah, dem die Tränen die Wange runterliefen.« (Schweinsteiger/Zeit)
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Es gibt eine gewisse, beschränkte Menge an Chaos und Unfähigkeit in der Welt. (…) Und es kommt darauf an, diese Menge (…) irgendwo zu lokalisieren, einzudämmen, einzuhegen und so beherrschbar zu machen, weil Chaos und Unfähigkeit sonst anderswo einsickern. (…) Was hätte Hasan Abdullah Mohamed Investor Ismaik anderswo angerichtet, wäre er nicht beim TSV 1860 so beschäftigt? (aus »Das Beste aus aller Welt« von Axel Hacke im SZ-Magazin)
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Auf deutschem Boden stehen über zehn Millionen Trampolinsprunganlagen. (…) Man könnte sich wahrscheinlich hüpfend von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen bewegen, wenn die Anlagen in einem sinnvollen Abstand zueinander aufgestellt würden. Eigentlich haben wir es hier mit einer echten Alternative zur Fortbewegung mit Dieselautos zu tun, was die Grünen allerdings noch nicht bemerkt haben. (»Zippert zappt« in der Welt)
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»Ich habe gar nichts gegen Yoga. Das ist total zeitgemäß, aber auch ein bisschen unsympathisch. Die totale Vereinzelung. (…) Du hast keine Teamkollegen. Es geht nur um dich selbst. Dass jetzt alle in Deutschland auf Yoga abfahren und nicht Handball oder Beachvolleyball spielen (…), finde ich schon interessant.« (die Autorin Helene Hegemann im Spiegel-Interview)
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Was Udo Riglewski, »ein smarter Ex-Tennisprofi«, Bunte über seine Jugendjahre erzählt: »Ich war in einer Gruppe mit Boris Becker, wir haben uns in Leimen immer gepusht. (…) Der Schlechteste unter uns Jungs musste dann immer ein Match gegen Steffi Graf spielen.« Unsere Steffi, nicht mal ein Trostpreis, sondern eine Strafe! Hoffen wir, dass sie die Jungs stets besiegt hat. (»Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Das Üble an den Minderwertigkeitsreflexen ist, dass die falschen Leute sie haben. (Sir Alec Guinness/aus der »Weise Worte«-Rubrik der HörZu) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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