Archiv für Juni 2017

Walther Roeber: Der “Affe” in einem noch anderen Licht

Die Kommentatoren tue ich mir in vielen Fällen gar nicht mehr an, denn
sie versuchen immer mehr, sich auf Kosten anderer zu profilieren oder
selbst im Vordergrund zu stehen. Dass auch ein Tom Bartels offenbar
wenig Ahnung davon hat, wie “gut” ein Handballenschlag auf Zwerchfell
oder Solarplexus tut, lässt den “Affen” in einem noch anderen Licht
erscheinen. Wobei es mir so vorkommt, als wären manche Fouls sowohl
“besser” trainiert (möglichst so, dass der Schiedsrichter nichts davon
sehen kann) oder auch so angebracht, dass man kaum erkennen kann, dass
es Foul war (angefangen vom auf die Füße treten, was bei den heutigen
Materialien offenbar immer schmerzhafter wird, über Hacken treten – am
besten im vollem Lauf, bis zum Einsatz von Ellbogen, was einem
Eishockey-Spieler mindestens 2 Minuten einbrächte)… , aber Sport ist
ja gesund! Da haben einige Mannschaften wie z.B. Italien schon bei den
ganz jungen Profis offenbar einen gewissen Vorsprung.

“Hochtätowiert” ist wirklich schön, auch wenn es nicht mehr schön ist,
sich vorzustellen, wie manche von diesen Spielern in ein paar Jahren
aussehen mögen, wenn die Haut nicht mehr so glatt ist. Lassen sie sich
dann abziehen und verkaufen es als Kunstwerk? Und Sie haben immer noch
kein Mini-Tattoo auf der Rückseite vom Ohrläppchen oder so??? (Walther Roeber/Bad Nauheim)

 

NEIN!!!

Veröffentlicht von gw am 30. Juni 2017 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt, Mailbox | Kommentare deaktiviert

Sport-Stammtisch (vom 1. Juli)

In der fußballlosen Zeit wird ziemlich viel Fußball gespielt, allen gefällt es, und unsere Junioren-Mannschaft und das SoMa-Team schlagen sich ja auch prächtig. Tolle Tore haben sie geschossen, Draxler zeigte einen netten Trick, und Goretzka könnte in der Tat ein neuer Khedira werden. Damit lasse ich es bewenden, denn ich bin kein geschmeidiger Wendehals, bleibe bei meiner Meinung zur Relevanz und Problematik des Confed Cups, will aber kein penetranter Besserwisser sein. Finaaale! Aber Vorsicht: Die Chilenen werden hochtätowiert sein!
*
Kleiner Scherz, leider nicht meiner, denn den feinen Gag über Vidal & Co. habe ich im Tweet eines mir Unbekannten gelesen. Chapeau! Das wäre mir gerne selbst eingefallen.
*
Auch von Jan Ullrich kommt ein überaus hübscher Spruch. Die (nicht ernst gemeinte) »Bild«-These, er werde eines Tages Präsident des Radsportverbandes, wies er zurück: »Ausgeschlossen. Ich habe keine Ahnung, wie man das Amt gut ausübt. Präsident Rudolf Scharping übrigens auch nicht.«
*
Diese Schlagfertigkeit hätte ich dem nicht gerade zungenflinken Ulle nicht zugetraut. Hatte er einen Ghostsprecher? Falls nicht, ziehe ich zum zweiten Mal den Hut, den ich nie besaß. Scharping war einer der größten Ullrich-Fans, suchte fast peinlich aufdringlich die Nähe des Bewunderten, ließ ihn dann aber sofort fallen und mimte den schwer Enttäuschten, obwohl er als angeblicher Rad-Experte wissen musste, was Sache war. Nun startet die Tour, große Doper der Vergangenheit machen ihre Aufwartung und werden hofiert, wie Virenque, mit dessen Festina-Affäre alles begann, nur einer bleibt verfemt. Deutsche Doping-Verhältnisse.
*
Da ist der Ulle-Spruch über Scharping für mich fast ein innerer Reichspar… (Zwischenruf Kathrin Müller-Hohenstein: »Lass es, das gibt Ärger!!) … nee, KMH hat recht, ich mach mich hier doch nicht zum Affen! Das überlasse ich anderen. Vor allem denen, die Tom Bartels Rassismus unterstellen. Für alle, die es nicht gehört und gesehen haben: Als Rüdiger sich nach einem leichten Schubser scheinbar schmerzgekrümmt am Boden wälzte, flapste der ARD-Kommentator kritisch, der Spieler solle sich doch nicht zum Affen machen. Und schon geiferten die auf »Rassismus!« konditionierten neuen Pawlowschen Hunde wie Pitbulls auf das Kommando »Fass!«.
*
Hätte sich – sagen wir mal – Kimmich theatralisch am Boden gewälzt, wäre niemand auf die Rassismus-Schnapsidee gekommen. Doch wer »Affe« hört und sogleich mit Rüdigers Hautfarbe assoziiert, macht sich nicht nur selbst zum Affen, sondern riecht auch verdächtig nach jenem demonstrativen Anti-Rassismus, der schließlich auch nur eine Abart des Rassismus ist. Jenes »positiven Rassismus« nach Gutmenschen-Art, von dem einmal eine dunkelhäutige deutsche Spitzensportlerin berichtete, die es genoss, der es aber auch auf den Keks ging, dass sie in der Schule mit Samthandschuhen angefasst wurde und sie sich fast alles erlauben konnte, weil die Lehrer Angst hatten, ihnen könnte nach Strafen oder schlechten Noten Rassismus unterstellt werden.
*
Noch ein Wort zum Confed Cup. Da schoss  Fabian ein Traumtor, und auch zwei andere Frankfurter mischen mit. Niklas Süle und Emre Can. Beide sind gebürtige Frankfurter, beide spielten jeweils drei Jahre in der Eintracht-Jugend. Gelandet sind sie bei Bayern München und dem FC Liverpool. Schön für sie, schlecht für die Eintracht. Aber vielleicht unumgänglich. Nur: Warum hat man Süle und Can nach der Jugend nicht wenigstens zwei, drei Jahre in Frankfurt halten können?
*
Ach ja, die Eintracht. Auf sie wartet eine schwierige Saison. Zumal diesmal nicht schon zwei Absteiger vorab feststehen. Es gab und gibt Abgänge und Verletzte der schmerzhaften Art, dazu die atmosphärischen Trübungen rund um Alex Meier. Ihm geht es wie schon vielen ganz Großen (und in Frankfurt ist er ein solcher), die nicht einsehen wollen, dass ihre Zeit vorüber ist. Das kann eine explosive Gemengelage geben, wenn Meier schmollt, es bei der Eintracht nicht läuft und die Fans nach ihrem »Fußball-Gott« rufen. Aber ich will nicht unken. Oder, wie einst ein junger Eintracht-Fan an meiner Seite ausrief: »Wer zuletzt lacht – Eintracht!«
*
Zuletzt lachen auch die Befürworter der Ehe für alle. Aber keine Angst, in diese noch viel explosivere Gemengelage mische ich mich erst gar nicht ein. Ich beobachte nur am Rande der Debatte einen geschlechtsunabhängigen Paradigmenwechsel. In meiner aufmüpfigen Jugendzeit galt die Ehe als Fossil aus und in repressiven Zeiten und das ganze Procedere als Brimborium von Spießern. Und heute: Große Konventionen, langwierige Vorbereitungen, Junggesellenabschiede, Hochzeitsplaner, aufwendigste Feierlichkeiten, festlichste Bekleidung. Mit dem Abitur ist es übrigens ähnlich. Und auch, wenn ich den Bogen mal sehr, sehr weit (über-)spanne, mit dem Confed Cup.
*
Ich kritisiere es nicht. Ich sag’s ja nur. Und als kürzlich ein mir sehr nahe stehendes junges Paar getraut wurde, ließ ich mich sogar komplett neu einkleiden, denn im Kleiderschrank fand ich weder Anzug noch Krawatte. Also ließ ich mich von Kopf bis Fuß kostspielig ausstaffieren, sogar mit Einstecktuch (auch teuer!). Und kein Tom Bartels sagte zu mir: Mach dich doch nicht zum Affen! (gw)
*
(www.anstoss-gw.de gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 30. Juni 2017 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt, gw-Beiträge Anstoß | Kommentare deaktiviert

Dienstag, 27. Juni, 9.10 Uhr

Vogelsberg-Tour ist abgesagt wg. Wetters, gerade eben auch eine Tages-Ersatztour im Ulmtal. Wir alten Säcke haben, nein, falsches Verbchen, sind nun mal Weicheier. Da fahr ich mal schnell eine Solo-Runde, bevor es plattert. – Anmerkung zur Mail von Dirk Loburg: Ja, so kann man hoffen, alles möglich, zumal bei den Drehern. Aber auch Kovacs hat deutlich über 22 gestoßen, auch mehrere andere liegen vor Storl, da ist die statistische Wahrscheinlichkeit, dass nur Storl sich steigert und die anderen schwächeln, recht gering.  Aber, wie gesagt, Hoffnung darf sein.

Nun noch schnell die WBI-Auflösung online gestellt, dann aufs Rad.

Veröffentlicht von gw am 27. Juni 2017 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt | Kommentare deaktiviert

Dirk Loburg: Die Amis und Storl

Freue mich, dass Sie weiterhin der Leichtathletik die – nun ja – Stange halten, auch wenn es um die Kugel geht. Einen Erklärungsversuch für die Superleistungen der „Amis“ lieferte der Ihnen vermutlich nicht ganz unbekannte U.B. bereits hier: https://www.neues-deutschland.de/artikel/879727.udo-beyer-harjus-technik-gehoert-zukunft.html  .Optimistisch betrachtet können aber aus 22.65 bei einer Qualifikation in den USA bei einer WM auch „nur“ 22 Meter werden. Die 21.38 von David Storl könnten sich aber vielleicht in fünf Wochen auch noch der 22 annähern… (Dirk Loburg)

Veröffentlicht von gw am 27. Juni 2017 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt, Mailbox | Kommentare deaktiviert

Mit Sgt. Pepper’s Hilfe (WBI-Auflösung vom 28. Juni)

Für späte Mitrater noch einmal die wichtigsten Hinweise auf die zwei zuletzt Gesuchten, die über ein paar Ecken einen gemeinsamen Bekannten namens John haben. Einer ist Fußballer, hat mit seinem Klub etwas erreicht, wovon der heutige Trainer noch träumt, und zu seinem Alleinstellungsmerkmal gehört, dass es eben buchstäblich kein Alleinstellungsmerkmal ist. Der andere hatte einen ungewöhnlichen Lebens-Lauf (ebenfalls buchstäblich), wurde als Lauftalent entdeckt, wechselte zum Football und war auch in anderen Sportarten erfolgreich.
*
Schwierig war’s, und nicht jeder aus der Spitzengruppe konnte beide Punkte einheimsen. Sogar für WBI-Ass Walther Roeber »war diese Runde eine der kompliziertesten«. Dr. Raymund Geis hat »zunächst geflucht«, weil »Sie uns ja wieder eine knifflige Aufgabe beschert« (Jost-Eckhard Armbrecht) und »den Lesern wieder ein Pfund vorgesetzt haben« (Klaus-Dieter Willers). »Wer, außer gw, kommt schon auf solche genialen, verzwickten und gemeinen Ideen?!?!« (Uwe-Karsten Hoffmann). »Vielen Dank für dieses Meisterwerk von Rätsel. Perfekt geschrieben und wunderbar verschlüsselt« (Thomas Buch). –Danke für die Blumen. Darauf einen Dämpfer: »Nachdem ich mich bei der letzten Raterunde teilweise aus Ärger – ist Bodybuilding eine Sportart???? Meiner Meinung nach nicht!!!!! – enthalten habe, war ich diesmal durch die Aufgabenstellung motiviert« (Reinhard Schmandt).
*
Also, wer war’s? »Sie sind ein Fuchs, aber diesmal bin ich Ihnen schnell auf die Schliche gekommen« (Beate Dachauer). »Das ist schon eine denkwürdige Kombination: Forrest Gump und Albert Stubbins und John Lennon als die verbindende Person« (Dr. Sylvia Börgens).
*
Dieter Neil: »Diesmal also die fiktive Unterhaltung einer Roman-/Filmfigur und einer realen Person, die ›über ein paar Ecken doch zumindest einen gemeinsamen Bekannten‹ haben, nämlich John Lennon. Forrest ist angeblich Ideengeber für Johns ›Imagine‹ und Albert, erster englischer Nachkriegs-Fußballmeister mit dem FC Liverpool (wovon ›Kloppo‹ noch träumt), ist zusammen mit u.a. Sonny Liston und Johnny Weissmüller auf dem Cover der Beatles-LP ›Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band‹ verewigt. – Tolle Story – chapeau!«
Chapeau aber vor allem vor diesen 25 Teilnehmern, die beide Gesuchten fanden: Jost-Eckhard Armbrecht (Großen-Buseck), Helmut Bender (Linden), Dr. Sylvia Börgens (Wölfersheim), Thomas Buch (Friedberg), Beate Dachauer (Butzbach), Ludwig Dickhardt (Bad Vilbel), Wolfgang Egerer (Rosbach-Rodheim), Dr. Raymund Geis (Reiskirchen), Peter Hett (Bad Nauheim), Uwe-Karsten Hoffmann (Bad Nauheim), Andreas Hofmann (Bad Nauheim), Michael Jungfleisch-Drecoll (Düsseldorf), Dieter Neil (Großen-Buseck), Klaus Philippi (Staufenberg-Treis), Walther Roeber (Bad Nauheim), Jens Roggenbuck (Mainzlar), Karola Schleiter (Florstadt), Rüdiger Schlick (Reichelsheim), Horst-Günter Schmandt (Pohlheim), Reinhard Schmandt (Pohlheim), Paul-Gerhard Schmidt (Mücke-Nieder-Ohmen), Jochen Schneider (Butzbach), Prof. Peter Schubert (Friedberg), Manfred Stein (Feldatal), Klaus-Dieter Willers (Hungen). – Mittlerweile führen nur noch 19 Teilnehmer verlustpunktfrei die Jahreswertung an. Die versprochene Auflistung vertagen wir aus Platzgründen auf die nächste Runde. (gw)
*
(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 27. Juni 2017 .
Abgelegt unter: Blog – Sport, Gott und die Welt, gw-Beiträge Anstoß | Kommentare deaktiviert

Baumhausbeichte - Novelle