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Ohne weitere Worte (vom 30. Mai)

Es ist ein ungeheuerer, im Kern auch erstaunlich unsouveräner Vorwurf, der beim BVB die Runde macht: dass Tuchel den Anschlag instrumentalisiert habe, um sich auf Kosten seiner Chefs als Gutmensch und Spielerversteher zu profilieren. (Claudio Catuogno in der Süddeutschen Zeitung)
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»Aus der Distanz wirkt nicht nachvollziehbar, dass zwei erwachsene und intelligente Menschen es nicht hinbekommen, sich zu treffen und auszusprechen. (…) Ich finde das Verhalten teilweise kindisch.« (BVB-Fan Marius Müller-Westernhagen im Sport-Bild-Interview)
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»Ich bin erst 20 Jahre alt und muss noch viel lernen. Ich muss die Zahl der dummen Ballverluste verringern, von denen ich noch zu viele produziere.« (Ousmane Dembele im Kicker-Interview)
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Ihr Gehirn wird im Museum ausgestellt, müssen wir uns Sorgen machen? – »Nein. Es handelt sich nur um ein überdimensioniertes, begehbares Modell« (Anm.: im Senckenberg-Museum). (…) Und nun soll noch eine kleine Nachbildung meines Gehirns präsentiert werden. Ein weiteres Modell hätte ich bekommen – aber meine Frau sagt: Das kommt mir nicht ins Haus.« (Charly Körbel im Kicker-Interview)
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»Das Geld macht uns alle krank und lässt uns rational nicht richtig nachdenken.« (Niko Kovac im Kicker-Interview über den Faktor Geld im Fußball)
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Eintracht Frankfurt ist – je nach Geschmack – das am modernsten, am kreativsten oder am zynischsten komponierte Tram im deutschen Profifußball. (Christof Kneer in der SZ über die »Lebensabschnitts-Elf« der SGE)
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Torsten Fink (…) erklärte dem ORF-Moderator Rainer Pariasek (…) in perfekter Piefke-Manier, dass Ösis vom Fußball offenbar nicht die geringste Ahnung haben. Auf die Frage, warum es nicht zum Sieg reichte, sagte Fink: »Weil wir ein Abseitstor bekommen haben.« Pariasek: »Aus unserer Sicht war das kein Abseits.« Fink: »Ja, weil Sie keine Ahnung haben. (…) Sie kommen aus dem Skisport. (…) Ist die Skisportsaison vorbei, oder warum sind Sie wieder hier?« (aus der »Schluss für heute«-Kolumne von Volker Stumpe in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Der Ball sei rund, pflegte Sepp Herberger zu sagen, ein Satz, der nur auf den ersten Blick banal erscheint. »Der Kreis steht für göttliche Vollkommenheit«, weiß Schalla (Anm.: Thomas Schalla, Theologe und Amateurfußballer), »er symbolisiert die Schöpfung, die Unendlichkeit«. Und wegen dieser besonderen religiösen Macht dürfe der Fußball auf keinen Fall mit der Hand berührt werden. (…) Allein der Torwart (…), als Hohepriester gewissermaßen oder Schamane mit direktem Draht zum Überirdischen, darf dieses Gesetz durchbrechen. (Ulli Kulke in der Welt über »Fußball und Kirche, die beiden bedeutendsten gesellschaftlichen Bekenntnisse im Lande«)
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Kameras an Biergläsern, eine Pause, in der es wichtiger ist, dass Anastacia zu Ende trällert als dass wiederangepfiffen wird, Helene Fischer macht das Pokalfinale zum Superbowl für ganz Arme – man ist als Fußballfan schon viel gewöhnt, (…) aber diese eine Woche setzt neue Maßstäbe. (Jürn Kruse in der taz)
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»Manche sind skeptisch, wenn es um Adel geht. Da gibt es zwar auch Verrückte, aber du hast eine gute Erziehung.« (Fußballreporter Fritz von Thurn und Taxis im Kicker-Interview)
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Und dafür haben Sie Ihre Karriere als Fußballer aufgegeben? Sie spielten bei Hansa Rostock, sogar Nationalmannschaft. – »Das war eine harte Entscheidung. Alle haben mich für verrückt erklärt. (…) Aber was ist, wenn dir ein Kreuzband reißt in dem Alter? Dann bist du weg! (…) Ich glaube, wenn man normalen Menschenverstand hat, muss man das machen.« (Marten Laciny alias Rapper Marteria, Ex-Fußballer und Ex-Model, im SZ-Interview)
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»Ich wollte nirgendwo Chef sein, weil ich anderen keine schlechten Nachrichten überbringen will.« (Thurn und Taxis/SZ) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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