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Ohne weitere Worte (vom 16. Mai)

Hoeneß versucht auf ärgerliche Weise, sich zum Justizopfer zu stilisieren. Damit macht er das gute Bild von sich kaputt, das er seit seiner Verurteilung abgegeben hat. (Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung)
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Die gewiss mit Finanztransaktionen vertrauten (…) Gäste (…) treffen Uli Hoeneß. Wir unter uns. (…) Entsprechend klatscht (das Publikum) bei solchen Sätzen: »Ein Freispruch wäre völlig normal gewesen. Aber in diesem Spiel habe ich klar gegen die Medien verloren.« (Martin Krauss in der taz)
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Bei Uli Hoeneß hört sich das manchmal so an, als hätten die Journalisten seine Steuern hinterzogen und nicht er. (Evi Simeoni in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Hätte er sich freilich schon während der Haftzeit so geäußert wie jetzt – er wäre nicht so frühzeitig entlassen worden. (Prantl/SZ)
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Mit dem Auftritt in Liechtenstein scheint Hoeneß wieder in jene persönliche Parallelwelt eingetaucht zu sein, aus der ihn seine Steueraffäre gerissen hatte. Es ist die selektive Realitätswahrnehmung jener Machtmenschen mit genug Anhängern, die ihnen alles glauben, so dass die Fakten der anderen nebensächlich werden. (Christian Eichler/Henning Peitsmeier in der FAZ)
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»Klar bin ich reich«, sagt Campino genervt, wenn man ihn über seinen Wohlstand befragt, »aber Uli Hoeneß würde mich als armen Schlucker bezeichnen«. (Thomas Hüetlin im Spiegel)
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»Wenn man mit Bein, Möller, Kruse, und Tony Yeboah auf dem Platz stand, dann wusste man, dass man vier Mitspieler hat, die einem in der Defensivarbeit nicht ständig zur Seite stehen.« – Schön formuliert. (Ralf Weber im Kicker-Interview über die Eintracht-Mannschaft von 1992)
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»Ich habe den Theaterärzten gesagt, gebt mir das, was ihr den Fußballern immer gebt, wenn die so schmerzverzerrt am Rasen herumkullern, wenn sie gefoult wurden. Dann haben sie mir einen Eisspray draufgegeben und eine Schmerzspritze.« (Bariton Clemens Unterreiner, der sich an der Wiener Staatsoper auf der Bühne einen Wadenmuskelriss zuzog, aber bis zum Ende durchsang, im SZ-Interview)
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»Seit ich Zucker, Weißmehl und Kuhmilch weglasse, schlafe ich besser, regeriere besser und habe tagsüber viel mehr Energie. Ich wiege fünf, sechs Kilo weniger und habe wieder einen Körper wie mit Anfang, Mitte 20.« (Sami Khedira, 30, im FAZ-Interview)
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Ich habe nie verstanden, wieso man sich eigentlich vor die Truppe stellen sollte. Dieser Korpsgeist ist nirgendwo so ausgeprägt wie bei uns. Auf dem Feld, beim Fußball und im Krieg heißt es: Take one for the team. Wir lieben die Augenklappe Stauffenbergs und den Kopfverband von Dieter Hoeneß. Die getackerte Stirn von Matthias Sammer. Die Achillessehne von Uwe Seeler. Kahns verletzte Hand in Yokohama. Das bleibt. (Alexander Osang in der  Spiegel-Kolumne »Stillgestanden«  über die Rolle von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in der Bundeswehr-Affäre)
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Demnächst 50 wird Diskus-Olympiasieger Lars Riedel. (…) »Ich würde gerne tagsüber feiern, dass ich in Freiheit aufwachsen durfte”, sagt er Frau im Spiegel. (…) Das ist sehr löblich, wenn auch, was das Aufwachsen in Freiheit betrifft, etwas irritierend: Die ersten 22 Jahre seines Lebens hat Lars Riedel in der DDR verbracht. (»Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Die Förderung ist so großzügig bemessen, als ob damit die Sonne bestochen werden sollte, doch endlich häufiger über Deutschland zu scheinen. (Sebastian Balzter/Jenni Thier in der FAS über die Subventionierung des Solarenergie)
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Dieter Bohlen – Einmal Arsch, immer Arsch. (Schlagzeile in Freizeit im Blick/gefunden bei Thomann/FAS) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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