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Ohne weitere Worte (vom 9. Mai)

Das war eine Lehrstunde für Fußballgourmets, die lieber Trüffeln im Risotto haben als Goldstaub darüber. (Birgit Schönau in der Süddeutschen Zeitung über Juventus Turin)
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»Mein Gefühl sagte mir einfach, Uli Hoeneß ist so sehr voller Tatendrang, da ist, erst mal, kein Platz für mich.« (Philipp Lahm im Zeit-Interview über seine Absage)
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Es war ehrlich gesagt nie leicht, Bayern-Fan zu sein, weil jeder meinte: Das sind keine Fans, das sind doch Trittbrettfahrer des Erfolgs. (…) Die wahre Saison, die Saison der großen Gefühle, besteht eigentlich nur aus zwei Spielen: dem Pokalfinale und dem Champions-League-Endspiel. Und diese beiden Spiele finden in diesem Jahr ohne Bayern statt. Das ist die größte Nullnummer, die ein Fan erleben kann. (Harald Hordych in der »Schön doof«-Kolumne der SZ)
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»Pep Guardiola, dem wir alle ein bisschen auf den Leim gegangen sind. (…) Diese Fachbegriffe wie die ›diametral abkippende Sechs‹! So ein Quatsch!« (Fernseh-Moderator Reinhold Beckmann im Spiegel-Interview)
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Beide Tore (…) erzielte Gonzalo Higuain. Ausgerechnet Higuain, für den das Trikot über dem kleinen Bauch immer ein wenig zu knapp erscheint, die Champions League hingegen eine Nummer zu groß. (Birgit Schönau/SZ)
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Bleibt von Pep Guardiolas Zeit beim FC Bayern nicht vor allem die Erinnerung an eng sitzende Hosen und zu weit verstreute Super-super-top-top-Elogen? (Werner Bartens in der SZ)
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»Wenn man in England über Land fährt, dann sieht man: Sky-Abo ja, Doppelverglasung nein, Arbeitsplatz fraglich. Die Leute kratzen alles fürs Pay-TV zusammen. (…) Fußball ist hier zum Beruhigungsmittel für eine ganze Gesellschaft geworden.« (Beckmann/Spiegel)
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Die ausgerechnet jetzt vorgebrachte, unverhohlene Kritik an seinem Trainer, in dieser so entscheidenden Phase der Saison, lässt Hans-Joachim Watzke unangenehm geltungssüchtig dastehen. (Fußballmagazin 11Freunde)
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»Turnen ist eine so wahnsinnig tolle Sportart. (…) Ich hab ja mal ein Jahr aufgehört und es mit Stabhochsprung probiert. Aber das war viel zu einseitig, und Spaß hat es auch nicht gemacht.« (Pauline Schäfer im taz-Interview)
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Der Bürger (…) weiß jetzt, (…) warum seine bisherige Frau ihm nicht mehr genügte: »Irgendwann entwickelte sich mein Leben schneller als ihres«, sagte Albig im Interview. »Wir hatten nur noch ganz wenige Momente, in denen wir uns auf Augenhöhe ausgetauscht haben.« (…) Der Mensch hinter der Politmaschine: Ein selbstgefälliger Macho, der noch einmal nachtritt, nach unten, wo seine Ex ihm zuliebe stehen blieb. (Gunther Latsch im Spiegel)
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Für beider Beziehung (Anm.: Nathalie Volk/30, und Frank Otto/59) zeigt sich Otto dennoch zuversichtlich: »Ich habe mehr als die erste Halbzeit hinter mir. Aber als Fußball-Fan weiß ich, dass in der Nachspielzeit oft die entscheidenden Tore geschossen werden.« Das mag sein – allerdings, Herr Otto, schießen diese Tore dann oft die frischeren, fitteren Einwechselspieler. (»Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Wie wird man glücklich, wie geht man mit diesem ganzen Scheitern um, wie mit den großen Momenten, die ja auch vergehen, und was erzählt man hinterher, woran erinnert man sich? Welche Geschichte bleibt übrig? Wie also können wir unser Leben zusammenhalten, anderen und uns selbst gegenüber, ohne es, einerseits, im Nachhinein zu erlügen und ohne, andererseits, zusammenzusacken vor Scham? (Roman Transit in einer Rezension im Literatur-Spiegel)
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»Nur dumme Menschen meinen, sich zu kennen.« (Hannelore Hoger im SZ-Magazin)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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