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Ohne weitere Worte (vom 3. Mai)

Das Gute vorweg: Die Bayern müssen nicht immer gewinnen, um ein Gewinn für den Fußball zu sein. Die beiden Spiele, in denen sie in der Champions League und im Pokal ausschieden, waren mit das Beste, was diese Saison zu bieten hatte. (Christian Eichler in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Längst reicht beim FC Bayern die Meisterschaft allein nicht mehr für Festtagsstimmung. Sie ist nur noch wie der jährliche Check-up beim Doktor, der sagt: Werte top, alles noch in Ordnung. (Christian Eichler in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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»Wenn wir das Double holen, wäre es eine gute Saison.« (Philipp Lahm vor dem Pokalspiel gegen Dortmund)
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»Es kann keine schlechte Saison sein, wenn man den Titel gewinnt.« (Philipp Lahm nach dem Pokalspiel gegen Dortmund)
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Reicht die Vorleistung dieser Saison, um mit Carlo Ancelotti in ein neues Jahr zu gehen? (…) Oder ob man mit dem anstehenden Umbruch dann lieber einen jüngeren Trainer beauftragt, dessen Kernkompetenz nicht nur darin besteht, die besten und routiniertesten Spieler aufzustellen, eine sehr professionelle, aber nicht sehr originelle Taktik in Auftrag zu geben und den Spielern ansonsten viel Glück zu wünschen. (Christof Kneer in der Süddeutschen Zeitung)
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Es sollte buchstäblich ein Bombengeschäft werden. In dem BVB-Bus befand sich der gesamte Kader, (…) insgesamt (…) 366 Millionen Euro. Wäre Sergej W. ein gut ausgebildeter Terrorist, hätte er dieses Kapital auf einen Schlag vernichten können. (…) Den Dortmundern wäre nur noch das Stadion geblieben. Und womöglich die Pleite. (Josef Joffe in der Zeit)
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Just in der Zeit der Big-Data-Revolution (…) von vermeintlich absoluter Mess- und Planbarkeit hat eine fröhliche Anarchie das Spiel ergriffen. (…) Es sind schwierige Monate für (…) alle Experten, die einen Spielausgang mit dem überlegenen System oder dem entscheidenden Detail erklären können. In dieser Saison funktioniert das nicht, sie gehört nicht dem konvertierten Außenverteidiger oder der asymmetrischen Dreierkette. Sie gehört dem Heldenfußball. (Florian Haupt in der taz)
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»In dieser Saison bleiben unglaublich viele Vereine unter ihren Möglichkeiten – bei uns angefangen.« (Mario Gomez vom VfL Wolfsburg im FAZ-Interview)
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Mesut Özil soll die Nationalhymne mitsingen. Das hat FDP-Chef Christian Lindner soeben angeordnet. (…) Trotzdem muss man fragen, wie wichtig der Hymnengesang für den deutschen Fußball ist. (…) Die AfD singt zum Abschluss ihrer Veranstaltungen gerne und lautstark unsere wunderbare Hymne, doch die fußballerischen Erfolge der Partei sind eher dürftig. Man weiß nur, dass sie nicht gerne neben Jerome Boateng wohnen würde, aber mit dieser Haltung gewinnt man keine Spiele. (»Zippert zappt« in der Welt)
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Der Vorstandsvorsitzende der FDP AG, Christian Lindner, hat angekündigt, nie wieder in der Türkei zu urlauben, sollte die Todesstrafe kommen. Mich begeistert diese moralische Entschlossenheit. Konsequent wie Lindner ist, wird er künftig gewiss auch auf Reisen in die USA verzichten. (Markus Feldkirchen in der Spiegel-Kolumne »Der gesunde Menschenverstand«)
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Tags darauf (Anm.: nach der Brexit-Abstimmung) schlug die englische Rugbymannschaft die Australier im eigenen land. Eine australische Zeitung fasste das Ergebnis in der Schlagzeile zusammen: »Jetzt hasst euch noch ein Kontinent«. (der Schriftsteller Julian Barnes in einem Gastbeitrag für die Spiegel-Literaturbeilage)
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Hätten Sie sich jemals vorstellen können, einen Psychologen zurate zu ziehen, um Ihre eigene Rolle zu hinterfragen? – »Nein. Mein Beruf verträgt keine Selbstzweifel.« (Strafverteidiger Sven Thomas – Anwalt u.a. von Ecclestone, Breuer/DB, Esser/Mannesmann und Kunsthändler Achenbach – im Zeit-Interview) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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