Archiv für Mai 2017

Ungetwittert

Bei schwüler Hitze den Pedelec-Akku voll aufdrehen und sanft durch den selbst erzeugten Fahrtwind gleiten – Cabriofahren ist nichts dagegen!

Veröffentlicht von gw am 28. Mai 2017 .
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Sonntag, 28. Mai, 6.45 Uhr

Die Meldungen der Nacht nähern sich langsam dem Sommerloch. Pontonbrücke beim Kirchentag erstmals benutzt und Wettrennen zwischen Polizei und einem Exhibitionisten. Dass die Polizei gewonnen hat, war ja klar. Den Grund habe ich kürzlich genannt. Hier oder in der Kolumne? weiß nicht mehr. Der wacklige Spoiler als aerodynamischer Nachteil. Nicht schlüpfrig genug.

Eine brandaktuelle Meldung interessiert dagegen sehr. Ich fürchte aber: nur mich. Beim ersten großen Leichtathletik-Treffen gewinnt Crouser in Eugene mit 22,43 vor Walsh und Kovacs, weit dahinter wird David Storl Fünfter mit 20,63. Knapp vor Franck Elemba aus dem … Kongo! Wahrhaftig. Ich habe es schon das eine und andere Mal angemerkt, wahrscheinlich schon zu oft: An dem unvergleichlichen Talent Storl ist die Entwicklung vorübergegangen. Über die Gründe kann ich nur mutmaßen. Was ich ebenfalls schon getan habe. Heute mal nicht. Aber etwas kommt noch hinzu: Die Weltelite dreht, Storl gleitet an. Das Angleiten, die Parry-O’Brian-Technik, ist die sportliche Variante des Kugelstoßen, das Drehen die Zocker-Version. Ich würde das Zocken verbieten. Außerdem hat die Leichtathletik durch die Dominanz des Drehens mittlerweile drei Wurfdisziplinen mit Drehung und nur noch eine lineare. Drei sind eine zu viel. Ans Abschaffen von Speer oder Diskus denkt aber niemand. Zu recht. Ohne Dreher wäre Storl wieder weit vorne. Allerdings immer noch weit hinter seinen Über-22-m-Stößen, als er noch als die Zukunft des Kugelstoßens galt, schnell, explosiv und mit Top-Figur wie ein muskelstarker Zehnkämpfer.

Aber wen interessiert’s noch? Ist auch eher kein Montagsthema. Oder doch? Kann ja nicht nur um das Pokalfinale gehen. Da habe ich mir ein paar Stichworte am Rande notiert: Witt/Fischer, Kovac/Tuchel, Watzke/Motiv, Tattoo/Ronaldo, Olympiastadion/Blase, Rimet/NOP.

Witt/Fischer könnte aber zu Spoiler-lastig sein. Zu schlüpfrig. Mal sehen.

Ich bin sowieso ein armseliger alter Tropf. Schäme mich immer noch bis auf die morschen Knochen, wenn mir Rennradler begegnen, einen kurzen Blick  zu mir werfen, den Akku sehen und geringschätzig und grußlos vorbeiradeln. Die gleichen Typen, die kameradschaftlich grüßen, wenn ich ohne Akku unterwegs bin. Was immer seltener wird. Und die Scham immer größer. Am liebsten würde ich ihnen zurufen: Akku ist ausgeschaltet! Bin kürzlich beim Gesundheitscheck 310 Watt gefahren, was sagt ihr jetzt, ihr Flaschen?! Wie gesagt: armseliger alter Tropf.

 

 

 

Veröffentlicht von gw am 28. Mai 2017 .
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Sonntag, 21. Mai, 9.30 Uhr

Huch! Will gerade beginnen, die Montagsthemen zu schreiben, klicke noch mal den Blog an, um nachzugucken, was ich heute früh geschrieben habe, und sehe, dass der Sonntagfrühmorgenblog öffentlich unsichtbar unter der Rubrik „Entwürfe“ steht. Hab wohl auf den falschen Knopf gedrückt. Ist jetzt bereinigt.

Wie gewohnt hat sich die Montagsthemen-Notlage in … was aufgelöst?Wohlgefallen? Weiß nicht, das werden die Leser entscheiden. Jedenfalls habe ich die Kurve gekriegt bzw. den Kurs abgesteckt und den roten Faden dazwischen ausgelegt. Die Slalom-Stangen: Start mit Wolfsburg/HSV  – meine Mannschaften der Saison – Lahm/taz – Papst/Reif/Pimmel – Bibiana – Völler/Goethe. Irgendwo dazwischen die Motivations-Schreierei des Arminia-Trainers. Auf geht’s.

Veröffentlicht von gw am 21. Mai 2017 .
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Sonntag, 21. Mai, 6.30 Uhr

Schock in der Morgenstunde. Meldung der Nacht, nicht bei dpa oder Bild online oder sonstwo gefunden, sondern von einem Facebook-„Freund“ gepostet: Bild am Sonntag werde heute über einen positiven Dopingtest von Marco Völler berichten. Der Rudi-Sohn und ein weiterer Gießener Basketballer müssten mit einer Sperre rechnen (na klar, wenn’s stimmt). Völler habe „verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel“ als Grund und Unschuldsbeteuerung genannt. Was glaubhaft klingt. Wobei: Was glaubhaft klingt, ist immer Ansichtssache. Wenn der Papst bei einem Volkslauf starten, positiv getestet und „verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel“ als Grund angeben würde, glaubte es jeder, aber wenn Jan Ullrich bei einem Volksradfahren …

Wie auch immer: Nahrungsergänzungsmittel sind weltweit ein Milliardengeschäft, problematisch und überflüssig. Die erste Komponente verhindert, dass die beiden anderen die ihnen gebührende Rolle spielen. Überflüssig, weil bei sportgerechter Ernährung wirkungslos, problematisch, weil die „Verunreinigung“ das permanente Risiko ist. Zum einen wegen der Dopingliste, zum anderen gesundheitlich.

Bin gespannt, was die Kollegen aus der BamS-Geschichte machen. Und ich? Soll ich in den Montagsthemen? Im Moment meine ich: lieber nicht. Mal sehen.

In Gießen gibt es ja zwei Sorten von Kollegen: Die von der eigenen und die von der anderen Zeitung. Gießener Allgemeine und Gießener Anzeiger. Ein Verhältnis wie Frankfurt/Offenbach, HSV/St. Pauli, Bayern/Löwen … undsoweiter. Unterschied: Der Konkurrenzkampf macht beide besser. Natürlich bin ich der Meinung, dass „wir“ die klar bessere Zeitung machen. „Die“ glauben aber auch, dass sie klar besser als wir sind. Aber etwas glauben „wir“ und „die“ nicht nur gemeinsam, sondern wissen es auch: Die Konkurrenz belebt und hebt das Geschäft deutlich über das Niveau vergleichbarer regionaler Tageszeitungen, die in ihrem Verbreitungsgebiet Monopolisten sind. Leider ist Gießen fast ein Unikat in der deutschen Medienlandschaft, konkurrierende Zeitungen auf derart engem Raum gibt es kaum noch und werden immer weniger.

Vorige Woche haben „die“ in ihrer Serie „Was macht eigentlich?“ einen alten Typen ausgegraben, der zu seiner eigenen Verwunderung sehr (und nach seinem Gefühl zu) positiv dargestellt wurde. Obwohl er aus dem „feindlichen“ Stall kommt. Sehr souverän gemacht, liebe Kollegen. Kann auch im Internet gefunden werden. Geben Sie die Namen der Zeitung ein und … na ja, Sie ahnen es.

Aber nun, auch das ahnen Sie, mein altes Lamento: Nix auf dem Zettel für die Montagsthemen, was soll ich bloß schreiben? Vor der Verzweiflung rettet mich nur das Wissen: Irgendwas fällt mir noch ein. Ach so, ja, Bibiana muss rein, wegen der Leser-Mail. Auch Positives zum Ex-Streber aus der ersten Bank. Wird also. Irgendwie.

Veröffentlicht von gw am 21. Mai 2017 .
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Sonntag, 14. Mai, 6.35 Uhr

Schon lange wach. Draußen nass. Feuerwehr rettet Waschbären. Deutschland Vorletzter. Vier Sätze mit gleicher Relevanz. Nein, stimmt nicht. Für mich mit absteigender Relevanz. Schlecht geschlafen am wichtigsten, dann kommt der Regen für die gestern gepflanzten Salate und Zucchini, Vorletzter ist der Waschbär aus den Meldungen der Nacht, Letzter die Vorletzte. Die ganze Chose interessiert mich weniger als Doppelsitzer-Rodeln. Da gewinnen wir wenigstens.

Vier Sätze? Genau genommen ist nur der Waschbär ein echter Satz. Subjekt, Prädikat, Objekt. Was sind die anderen? Ellipsen? Ist mir zu schwierig im noch döseligen Kopf. Der stolpert aber, obwohl er keine Beine hat, über eine Schlagzeile bei Bild online: „Kevin Bacons Ehegeheimnis: Schmutziger Sex und saubere Streits.“ Streits?  Vielleicht ein Anstoß für den Anstoß. Dafür muss ich gleich mal googeln, wie der Plural von Rasen heißt. Räsen? Oder gibt es keinen? Wie für Sex? Fragen über Fragen. Auch die: Google will kompromissloser gegen kriminelle und widernatürliche Inhalte vorgehen. Kompromissloser? Am kompromisslosesten ist es, kompromisslos gar nicht erst steigern zu wollen.

Für die Montagsthemen nur ältliche Stichworte auf dem Zettel, die bisher immer übrig geblieben sind: Warum Frauen nicht werfen können / Das Herz hat seinen eigenen Verstand / Ich weiß nicht einmal, dass ich nichts weiß / Antizipation und Willensfreiheit / Und noch die Unsichtbarer-Gorilla-Geschichte plus die Rumfuchteler Tuchel und Guardiola.

Bisher auf dem Zettel geblieben und noch nicht bekakelt, weil zu schwierig (für mich), sie  ohne Relevanz-Verlust in die Kolumnen einzubauen. Mal sehen, wie es heute wird. Noch döseligt der Kopf vor sich hin. Aber wenn ihm keine aktuelle sportliche Erleuchtung kommt, muss er da ran. Meine sehr frühe Voraussage, dass Darmstadt und Ingolstadt absteigen und die 38 Punkte reichen, die die Eintracht fast schon im Winter hatte, lasse ich lieber ebenfalls aus. Stänke nach penetranter Besserwisserei. Stänke? Schaue ich auch mal nach. Allen Schlaflosen noch einen schönen Sonntag mit Mittagsschläfchen. Bis dann.

Veröffentlicht von gw am 14. Mai 2017 .
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