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Ohne weitere Worte (vom 25. April)

In einer Zeit, in der Donald Trump im Weißen Haus sitzt und Facebook daran arbeitet, Gedanken zu lesen, sollte einen eigentlich nichts mehr wundern. Und dennoch ist der wahrscheinliche Hintergrund des Anschlags auf den Bus von Borussia Dortmund dermaßen absurd, dass die Tat selbst heute, da das Absurde normal zu werden scheint, besonders hervorsticht. (…) Interessant bei diesem Szenario (…) ist das Zusammenspiel von handwerklicher Professionalität, krimineller Energie, Skrupellosigkeit und weit in die Blödheit changierendem Dilettantismus. (Kurt Kister in der Süddeutschen Zeitung)
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Rummenigge (…) hat eine wahre Tirade auf den ungarischen Unparteiischen (…) abgelassen. Nach einer »unglücklichen, unverdienten, bitteren« Niederlage. Gemach, gemach. Sind den Bayern nicht in beiden Partien zwei zumindest fragwürdige Elfmeter zugesprochen worden? (…) Wahre Größe zeigt sich halt immer erst in der Niederlage. (Frank Hellmann in der Frankfurter Rundschau)
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Ach, werter Herr Rummenigge. (…) Dabei haben Sie solch ein Vorgehen vor einigen Jahren verurteilt. Erinnern Sie sich? Das DFB-Pokalfinale 2014. (Anm.: Hummels-Kopfball für Dortmund gegen Bayern hinter der Linie, aber nicht anerkannt). Und was haben Sie danach gesagt: »Es ist unerträglich, in welchem Maße die Unparteiischen, die nicht auf Wiederholung, Zeitlupen und sogar mathematische Berechnungen zurückgreifen können, öffentlich an den Pranger gestellt werde. Dies kann und sollte künftig verhindert werden.« (Michael Wittershagen in der »Schluss für heute«-Kolumne der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Im freien Fall (Schlagzeile in der Frankfurter Rundschau vor dem Spiel gegen Augsburg)
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Happyend im Stadtwald (FR-Schlagzeile nach dem Spiel)
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Niko spielte (…) erst in Zehlendorf, dann für die Hertha (…). Schon damals war er mit seiner heutigen Frau Kristina zusammen. »Ich fühle mich wohl, wenn etwas lange anhält«, sagt Kovac. »Heute verlassen die Menschen so schnell das Gewohnte, fast wie Getriebene, nur um das Wenige, was sie noch nicht kennen, auch noch zu entdecken. Ich muss mich geborgen fühlen, das gibt mir Sicherheit.« (Cathrin Gilbert in der Zeit, den Eintracht-Trainer zitierend)
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Formen Sie aus Fußballprofis bessere Menschen? – »Zumindest Menschen, die besser reflektieren können.« – Ist es nicht auch ein Armutszeugnis für diese Gesellschaft, dass wir vermehrt Leute wie Sie brauchen? – »Ja, das ist so.« (Michael Micic, Coach für Persönlichkeitsentwicklung, im Kicker-Interview)
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»Er ist genauso groß und schlägt genauso hart. Auch er ist Olympiasieger. Im Grunde boxe ich gegen mein Ebenbild.« (Wladimir Klitschko im Sport-Bild-Interview über Anthony Joshua, seinen Gegner am kommenden Samstag im Londoner  Wembley-Stadion)
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Ich verehrte Teofilo Stevenson, einen kubanischen Schwergewichtsboxer. Stevenson verweigerte eine Millionengage für einen Kampf gegen Muhammad Ali, den er – davon war ich überzeugt – gewonnen hätte. Er boxe nicht für Geld, sagte er. Er boxe nur für sein Volk. Jahre später habe ich ihn in Kuba besucht, ein älterer, großer Herr, der seltsam schief lief und nur unter der Bedingung mit mir reden wollte, dass ich ihm 200 Dollar gebe. Das hat mein Heldenkonzept ins Wanken gebracht. (Alexander Osang im Spiegel)
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Sollten Sie (…) verlieren: Hören Sie dann auf? – »Nächste Frage.« (Klitschko/Sport-Bild)
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Das Osnabrücker Marienhospital wollte eine junge Frau anzünden, die sich nun vor dem Landgericht Osnabrück verantworten muss. (aus der Neuen Osnabrücker Zeitung, gefunden im Spiegel-»Hohlspiegel«)
(gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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