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Michael Jungfleisch-Drecoll: Windräder

Das Thema Windräder hatten wir bei Ihnen vor einiger Zeit schon mal, wenn ich mich recht erinnere. Damals las auch ich von einer sehr erfreulichen Relation zwischen dem Energie -Aufwand der Windrad-Herstellung und der durch das Windrad erzeugten Energie. Die Zahlen, die Ihr Leser ins Spiel brachte, entsprachen in etwa meinen damaligen Informationen. Ich sehe auch keinen Grund, diese Berechnung grundsätzlich anzuzweifeln, ob die Energie-Amortisation nun sechs Monate oder ein Jahr beträgt, erscheint mir relativ nebensächlich. Eigentlich müsste ich so zum Windrad-Fan geworden sein. Eigentlich. Wenn man allerdings so ein Ding vor meiner Nase errichten wollte, würde ich wahrscheinlich zu den ersten gehören, die ein Bürgerbegehren dagegen unterschreiben würden. Soweit, so gut. Oder soweit, so schlecht, abhängig davon, wie weit entfernt man von einem Windrad wohnt.

Was jedoch passiert, wenn wir in absehbarer Zeit Millionen von Elektroautos auf unseren Straßen haben? Woher kommt dann der Strom? Wie viele Tausende von Windrädern würde es brauchen, wie viele Solarpanelen, um die individuelle Mobilität zu gewährleisten, auf die wir heutzutage so viel Wert legen? Windräder hin, Solarpanelen her, letztlich haben wir keine Ahnung, wie wir die bald auf uns zukommenden Probleme stemmen sollen. Es wird mir immer klarer, dass wir in jeder Beziehung, wirtschaftlich, politisch, ökologisch und auch gesellschaftlich Sklaven der von uns selbst geschaffenen Umstände geworden sind.

Zurück zum Sport… (Michael Jungfleisch-Drecoll/Düsseldorf)

 

 

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