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Ohne weitere Worte (vom 19. April)

»Die erfolgreichen Vereine und Sportler haben immer mehr Fans und zwar weltweit. Der FC Bayern ist hier das beste Beispiel.« – Geht damit nicht die Bindung des Publikums an den Sport verloren? – »Nein. Was spricht dagegen, wenn künftig ein DFB-Pokalfinale statt in Berlin auch einmal in Shanghai ausgetragen würde?« (Adidas-Boss Kasper Rorstedt im Interview der Süddeutschen Zeitung)
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Real Madrids größtes Geschäft (…) war die Umdeklarierung des alten Trainingsgeländes zu Bauland und sein Verkauf. Auf dem Areal nahe dem Bernabeu stehen heute vier Wolkenkratzer, die der Volksmund nach den Spielern Zidane (…), Ronaldo (der Ältere), Figo und Beckham benannt hat – weil der mit der Stadtverwaltung eingefädelte Deal ihre Transfers finanzierte. (Florian Haupt in der taz)
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Bravo Borussia! (…) Dass die Spieler (…) nur einen Tag nach diesem Anschlag auf ihr Leben zum Spiel antraten, verdient größten Respekt. Das ist die richtige Antwort an jene, die – ein Zufall? – in der Karwoche ein Blutbad in Deutschland anrichten wollten. (Berthold Kohler in einem politischen Leitartikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Dass die Entscheidung, das Spiel am Tag darauf stattfinden zu lassen, so kurz nach dem Anschlag fiel, ist fragwürdig. (Markus Decker in der Frankfurter Rundschau)
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Immer vorausgesetzt, dass die Sicherheitsbehörden grünes Licht geben, gibt es keinen anderen Weg. (Klaus Hoeltzenbein in der Süddeutschen Zeitung)
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Sie sind nicht gefragt worden, sie wurden instrumentalisiert. Aber sie wehrten sich erst öffentlich, als es zu spät war. (…) Gebauer: »Anschließend über die Zumutung zu klagen, ist sehr verständlich. Aber es wirkt im direkten Kontext etwas kleinmütig, halbherzig.« (Anno Hecker in der Frankfurter Allg. Sonntagszeitung, den Berliner Sportphilosophen zitierend)
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41. Kruse mit der Hacke in den Lauf von Junuzovic, der zu Santiago Garcia, dessen Brandfackel von Flanke die Schokoladenseite von Fin Bartels’ Innenfuß findet. Ablage nach innen, und ist das Goldstaub, der da mit dem Ball in Richtung Kruse fliegt? Egal, der Maximiser prengelt ihn dann über die Linie. Der Rest ist Wahnsinn. Werder-Wahnsinn. Das ganze Stadion eine Burg aus Ekstase. Das sind Gefühle, wo man nicht beschreiben kann. Außer vielleicht mit: geil. (aus dem Liveticker des Fußballmagazins 11Freunde zum Nordderby)
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Wir sitzen im Hamburger Hotel »Atlantis«, und die Vorurteile fliegen nur so über Bord. Erstens: Er redet nicht in der dritten Person von sich. Zweitens: Er ist auf unangestrengte Weise höflich und zugewandt. Drittens: Er dampfplaudert ganz und gar nicht. (…) Aber muss er denn immer gleich heiraten? Die Frauen, mit denen er zusammenlebe, hätten doch Anspruch auf eine gewisse Sicherheit, sagt Matthäus, und da ist man mal wieder platt. (Barbara Möller in der Welt)
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Unter permanenter Beobachtung leidet offenbar auch Stefan Mross. »Es heißt ständig, dass ich meine Frauen wie Unterhosen wechseln würde«, klagt er in der Frau im Spiegel. »Schmarrn! Ich hatte zwei große Beziehungen in meinem Leben.« (»Herzblatt-Geschichten« von Jörg Thomann in der FAS)
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Jeff Koons, 62, konsumkritischer US-Künstler, hat Taschen für die französische Luxusmarke Louis Vuitton entworfen. (…) Er wolle sie als »Kunst to go« verstanden wissen. Sie kosten etwa zweieinhalb bis dreitausend Euro. (aus der »Leute«-Rubrik in der SZ)
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Und wenn man fragen darf, wie viele Unterhosen? Möglicherweise stimmt der Vergleich ja doch. (Thomann/FAS) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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