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Ohne weitere Worte (vom 4. April)

Auf seiner Heimatinsel Madeira ist nun der Flughafen nach ihm (Anm.: Cristiano Ronaldo) benannt, und das ganz kostenlos, sieht man von dem Spott ab, der (…) auf seine Kosten die Runde macht, weil die Umbenennung mit der Enthüllung einer peinlich misslungenen Bronzebüste (…) einherging. (Christian Eichler in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Der Kollege Zlatan Ibrahimovic wird hoffentlich etwas lebensnäher dargestellt werden, wenn vor dem schwedischen Nationalstadion in Solna (…) seine Statue errichtet wird, passend zu seinem Ego 2,70 Meter groß. Ibrahimovic erklärte, dass man gleich auch das ganze Stadion nach ihm benennen sollte. (Eichler/FAZ)
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»Einer meiner Klienten wäscht seine Bettbezüge immer mit dem gleichen Waschmittel und nimmt sie mit ins Hotel. Ein anderer lauscht den Gutenachtgeschichten für sein Kind, die er tags zuvor beim Vorlesen aufgenommen hat. Der nächste spielt auf seinem Smartphone das Surren der heimischen Klimaanlage ab.« (der Schlafexperte Nick Littlehales, der Stars wie Ronaldo oder Bale berät, im Spiegel-Interview über deren Einschlafprobleme auf Reisen)
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»Ich denke, dass ich nicht viel verlernt habe. Das ist wie Fahrrad fahren. (…) Ich bin immer noch so schnell wie eine Katze. Und ich habe jetzt noch muskulösere Oberschenkel, also kann ich noch höher springen.« (Bodybuilder und Wrestler Tim Wiese vor seinem Torhüter-Comeback in der Kreisliga, zitiert in der Welt)
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Nach dem Spiel (…) ging es zur Abschlussfeier in den Berliner Club »Puro«. 300 Gäste sollen dabei gewesen sein, Marcelinho ging als Letzter, morgens um 8 Uhr. Getrunken wurden, weiß die »Bild«-Zeitung: mehr als 40 Flaschen Wodka, jede davon fasste 1,5 Liter Hochprozentiges. (Michael Wittershagen in der »Schluss für heute«-Rubrik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Er heißt Andy; Michigan, seine Uni, hat gewonnen. Deshalb quiekt er vor Freude. (…) Dann übergibt er sich. Mitten im Wettbüro. Er ist schon am frühen Morgen völlig betrunken. Er ist nicht der einzige. Die Amerikaner nennen das, was in diesen Wochen passiert, March Madness. Wahnsinn im März. (Jürgen Schmieder in der Süddeutschen Zeitung über die US-College-Meisterschaft im Basketball und wie in Las Vegas auf die Spiele gewettet wird)
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Thiel: »Die meisten Journalisten kommen nach einer Flasche Rotwein erst so richtig in Fahrt.« –Nadeshda: »Na ja, die saufen aber auch zur Inspiration.« (Dialog im »Münster«-Tatort vom Sonntag, gelesen in der SZ-»Tatortkolumne« von Katharina Riehl)
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Es dauert keine zwei Minuten, da hat eine Putzfrau Andys Malheur weggewischt und Reinigungsmittel darüber gekippt. Danach besuchen ihn nacheinander drei leicht bekleidete Frauen: Eine drückt ihm ein frisches Bier in die Hand, kostenlos, wie für alle, die auf Spiele wetten. Danach bekommt er einen Gutschein für den Sapphire Gentlemen’s Club, ein Etablissement für exotischen Tanz, und schließlich kriegt er einen Zettel mit aktuellen Quoten, die nächsten Spiele beginnen in wenigen Minuten. (Schmieder/SZ)
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Das ist die wahre Trinität bei der March Madness in Las Vegas: saufen, wetten, auf nackte Brüste starren. (Schmieder/SZ)
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Donald Trump, auf den im Januar eine kleine Motte getauft wurde, die Neopalpa donaldtrumpi.« – Im Ernst? – »Ach, es war und ist durchaus üblich, Entdeckungen einem Herrscher zuzueignen. Auch einen Anophthalmus hitleri gibt es, einen augenlosen Käfer, natürlich braun.« – Und man hat ihn nie umbenannt? – »Das geht nicht. Es gibt international verbindliche Regeln – was einmal beschrieben ist, das hält auf ewig.« (Prof. Gerhard Haszprunar, Direktor der Zoologischen Staatssammlung München, über die Namensgebung für neu entdeckte Tierarten)
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Besser ein Schrecken mit Ende als ein Ende ohne Schrecken. (aus dem Wiesbadener Kurier, gefunden im Spiegel-»Hohlspiegel«) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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