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Sonntag, 2. April, 6.45 Uhr

Den Tag gestern überstanden, ohne von Aprilscherzen belästigt zu werden. Oder habe ich Humorbolzen es gar nicht bemerkt, andauernd in den April geschickt zu werden?

Bin ich humorlos, weil ich Aprilscherze humorlos finde? Ausnahme: für Kinder.

Oh, schnell Knoten ins Taschentuch, nein, Notiz auf dem Themenzettel. Beim Warmschreiben im Stein(es)bruch der Kolumnen vielleicht den Einstieg in die Montagsthemen gefunden (Aprilscherz, Kinderfasching, Aubameyang)

Nichts für die Kolumnen: Vorgestern der Anruf von T. Erster Kontakt seit über 30 Jahren. Auch T. hat Krivec die Erlaubnis zur Namensnennung gegeben, ist jetzt aber beunruhigt, weil ihn wie mich ein WDR-Journalist  ebenfalls um Erlaubnis ersuchte. Heute Abend soll es einen Zehn-Minuten-Beitrag in “Sport inside” geben, mit der Doktorarbeit als Aufhänger. Lange mit T. gesprochen. Er will abblocken. Kann ich verstehen. Meine Situation ist eine andere. Viel komfortabler. Geht mir am … vorbei. Beinahe hätte ich “Arsch” geschrieben. Arsch ist aber ebenfalls ein gutes Stichwort für die Montagsthemen. In einem ganz anderen Zusammenhang. Freue mich darauf. Ein echtes gw-Thema, abseits jeder Relevanz, aber lustig. Na ja, was so ein Aprilscherz-Muffel schon lustig findet.

Gestern auf dem Weg zum Friseur ein paar Dörfer weiter eine Best-of-CD  von Kris Kristofferson eingelegt. Der Mann, der “Me and Bobby McG…” wie schreibt sich Bobby bloß? Egal … geschrieben hat. Der Mann, dessen Stimme man gerne hätte. Tief, sonor, gelassen, überlegen, männlich, ein echter Kerl. Seitdem piepse ich mit, und der Song wummert immer noch in meinem Kopf … loving her was easier  than any thing I’ll ever do again. Hübsche Zeile. Kann ich bestätigen. Gelle? Nicht nur, weil sie gleich mit KKKK kommen wird.

Zum Friseur das Hörgerät nicht mitgenommen. Darf nicht nass werden. Der Friseur heißt Harun und ist gerade Papa geworden. Zu meinem Termin um neun Uhr hat er sich um eine Minute verspätet, weil er noch im Krankenhaus war. Eine Minute! Das als Verspätung zu entschuldigen, ist echt deutsch. Echt undeutsch, wie Harun und seine Mädels gut gelaunt lachen und plappern, unaufhörlich, sehr sympathisch, und dass sie den stummen deutschen Klotz einbeziehen, der aber außer hilflosem Lächeln nichts zur guten Stimmung beitragen kann. Auch, weil er (Hörgerät!) nur jedes dritte Wort versteht.

Harun und T. bleiben im Blog-Bruch. Nur Auba kommt mit. Auch die WDR-Sendung, überhaupt der ganze Mist, bleibt draußen. Blog und die Pflichtübung am Samstag im Sport-Stammtisch müssen genügen. Auch “Inside” werde ich nicht gucken. Glaubt keiner, ist aber so. Interessiert mich nicht.

Es gibt ja auch viel Wichtigeres. Hammer-Meldung vom dpa-Newsdesk: Thilo Kehrers Kommentar zu seinem Derby-Treffer: “Ich freue mich riesig über mein Tor.” Ach was?! Wer hätte das gedacht, liebe Kollegen? Aber in den Meldungen der Nacht toppen sie die Sensationsnachricht noch: Hauskaninchen entlaufen, versteckt sich unter einem Auto, die Polizei kann es nicht hervorlocken, obwohl sie zum finalen Mittel greift und blitzschnell wie John Wayne die Waffe zieht und auf den Kopf des Kaninchens richtet: eine Karotte.

Noch’n dpa-Zitat. Von Thomas Müller. Nach seinem Tor gegen Augsburg. “Toreschießen macht Spaß.” Wieviel Spaß? Überhaupt keinen, da ihm sein Gegenspieler nach dem Torschuss von hinten fies in die Hacken trat. So wütend hat man einen Torschützen noch nie freudig jubeln sehen.

So. Schluss für heute früh. Auf die Montagsthemen freue ich mich. Garantiert ohne das D-Thema, aber mit echten gw-Stücken. Stichworte: Schimpfwörter, anale Phase, Zwanghaftigkeit (mit Verweis auf Fritz Riemanns “Grundformen der Angst”), Koemans Hinternabwischen, Holland/Deutschland, Österreich/Deutschland, Frankfurt/Offenbach, Heidels unmenschliche Pendler-Belastung … aber erst: KKKK.

 

 

Baumhausbeichte - Novelle