Archiv für April 2017

Sonntag, 30. April, 7.00 Uhr

Großer Kampf. Klitschko hat zum Ende seiner Karriere sein – für Hardcore-Boxfans – Langweiler-Image gründlich korrigiert. Mit diesem verlorenen Super-Fight gewinnt er mehr Renommee als mit 20 seiner faustgefochtenen Kämpfe zuvor. Kaum zu glauben aber auch, dass er nicht nachsetzte, als Joshua stehend k.o. war. Ihm fehlt wohl doch der Killer-Instinkt. Was ja auch nicht unbedingt unsympathisch ist. Der letztlich entscheidende Schlag, dieser fürchterliche Treffer, der Klitschko buchstäblich vom Boden riss, wird in die Boxgeschichte eingehen.

Auf dem Zettel (nicht dem der Punktrichter, sondern auf meiner Stichwortliste) stehen auch der Brexit (wg. Joshua), die deutschen und damit auch die beiden mittelhessischen Sprinterinnen und ihre “WM” (sehr heikles Thema aus lokalpatriotischer Sicht), der Meister-Empfang am Flughafen (1 Fan), der Maulwurf und die Walpurgisnacht. Aber das hat noch Zeit. Montagsthemen gibt es ja erst am Dienstag. Sie heißen dann auch nicht mehr Montagsthemen. Aber wie? Weiß noch nicht. Ma gucke, würde Beckenbauer sagen, wäre er Hesse.

Veröffentlicht von gw am 30. April 2017 .
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Sport-Stammtisch (vom 29. April)

Das Bild hat ’was: Frankfurter Profis sitzen am Mittwoch gemütlich auf dem Sofa, legen die Füße hoch, gönnen sich ein Bierchen und ein paar Chips (oder umgekehrt, war an diesem Tag alles erlaubt) und schauen mit entspanntem Interesse zu, wie sich die beiden besten deutschen Fußballmannschaften einen großen Kampf auf höchstem Niveau liefern … nur um auszuspielen, wer demnächst gegen die Eintracht antreten darf.
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Der Bayern-Trainer darf nicht. Ihm gilt zwar, nach seinem egomanisch und pseudointellektuell abgedrifteten Vorgänger, meine ganze Sympathie, aber auch die kann den emotionslosen Gedanken nicht verdrängen: Ancelotti ist der falsche Mann für das, was die Bayern jetzt richtig machen müssen. Dass ihm Rummenigge eine Job-Garantie gibt (Hoeneß zieht eine ancelottische Augenbraue hoch), ist nur eine Beruhigungspille, um das Bayern-Innenleben zu befrieden, und wie alle derartigen Pillen nur wirksam bis zum nächsten Morgengrauen.
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War Benders sensationelle »Teleskop-Grätsche« (SZ) die Schlüsselszene oder Lahms erstaunlicher Ballverlust? Ironie des Fußball-Schicksals: Am Tag nach dem völlig unüblichen Verstolperer erscheint in der Zeit ein großes Interview mit Lahm. »Es gibt wenige Spieler, die fehlerloser spielen als Sie«, heißt es da, und der Gelobte kommentiert befriedigt, »mit dieser Bewertung« könne er »gut leben«.
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Wer sprachsensibel ist, zuckt bei der Steigerung von »fehlerlos(er)« zusammen. Aber das mag überempfindlich sein. Ich störe mich mehr daran, dass es Tuchel in superbester Supersuper-Manier seines Vorbilds Guardiola »unendlich traurig« macht, dass Lahm und Alonso nach der Saison aufhören. Wir schön es doch wäre, gäbe es in der Welt nichts unendlich Traurigeres als biologisch-natürlich endende Karrieren.
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Beim Eintracht-Triumph gab es keine Schlüsselszenen, »nur« einen Schlüsselbeinbruch. Der arme Wolf! Kaum drin, schon wieder draußen, mit schlimmen Schmerzen. Wer noch nie das Schlüsselbein, wahlweise ein paar Rippen, gebrochen hat, weiß nicht, wie weh das wochenlang tut, wenn man husten oder niesen muss. Trump soll ja Waterboarding legalisieren wollen – aber das ist Wattebauschwerfen im Vergleich zur fiesesten Foltermethode überhaupt: Bei Schlüsselbeinbruch Niespulver verabreichen. Frakturleiderprobte Heuschnupfengeplagte können das auch ohne Niespulver-Zusatz bestätigen.
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Ob Barfußlaufen im Gras abhärtet? Dann jucken vielleicht nur die Füße. Über Stock und Stein will ein Barfußläufer zwölf Wochen lang und 2100 Kilometer weit ins Buch der Rekorde laufen. Natürlich hat er auch hehrere Ziele: Er möchte laufend Spenden für Kinderhilfsprojekte sammeln. Das Projekt wird von einem Pharma-Unternehmen gesponsert, dessen Produkte ihm gegen Gelenk-, Rücken-, Nacken- und Schulterprobleme geholfen haben, und »wenn meine Füße nach längeren Touren am Abend brennen, sprühe ich sie ein – das hilft einfach sofort!«.
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Ich will demnächst barfuß rückwärts auf den Mount Everest laufen und dabei Spenden für mein persönliches Altenhilfswerk sammeln. Am liebsten würbe ich laufend für ein Ganzkörperspray gegen Heuschnupfen, Gelenkschmerzen, Rückenprobleme, Trump und alles unendlich Traurige auf der Welt. Sponsor gesucht!
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Zu guter Letzt eine Erfolgsmeldung, die mich sehr stolz macht. Wie Sie vielleicht wissen, war vor vielen Jahren mein Anstoß für den »Anstoß«, auch jene Leser einzufangen, die mit spitzen Fingern den Sportteil aus ihrer Heimatzeitung herauszuzuppeln pflegten. Stichwort: meine liebste Zielgruppe. Jetzt ist eine von ihnen – ja, von Ihnen – sogar bis zu den Spielansetzungen der Fußball-Bundesliga vorgestoßen. Leider hat Ulrike Gamerdinger dort prompt einen Fehler gefunden, sogar einen historisch belasteten, denn mit einem fröhlichen »Carmen Thomas lässt grüßen?!« mailt sie ein Foto der gestern bei uns abgedruckten Spielpaarungen, beginnend mit der Freitagpartie »Bayer Leverkusen – FC Schalke 05«.
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Schalke 05. Carmen Thomas. Sehr Spätgeborene mögen es googeln. Ein legendärer Fehler, bei uns unfreiwillig kopiert. Macht aber nichts, dachte ich. Hauptsache, meine liebste Zielgruppe liest den Sportteil. Was meine Allerliebste leider immer noch nicht tut, aber das ist ein anderes Thema.
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Doch dann fällt mein Blick auf den zweiten Satz von Ulrike Gamerdinger: »Gefunden von meinem Mann – ich komme gar nicht erst über den Anstoß hinaus.«
Sisyphus lässt grüßen:  (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 28. April 2017 .
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Der Muskelzucker (WBI-Auflösung vom 27. April)

Welcher »Selbstoptimierer« wurde kürzlich medial wieder zum Leben erweckt? Statt Pfarrer zu werden, ging er zum Zirkus, reiste später mit seiner Solo-Schau um die Welt, revolutionierte seinen Sport, stellte Rekorde auf (49,5), war ein Medienstar seiner Zeit, und der »Oscar«, der in seinem ureigenen Sport vergeben wird, dieser »Oscar« – das ist er. Neben diesen und anderen gab es noch einen letzten Tipp: Die sportlich-musikalische Übung, mit der zwei Männer vor Jahren einen legendären »Wetten, dass?«-Auftritt hatten, die beherrschte er als Erster, in Perfektion. – Wer wurde gesucht? Nicht Houdini, Paul Mündner oder Yul Brynner, sondern … Eugen Sandow, an dem sogar einige spitzenplatzierte WBI-Könner scheiterten.
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»Wo gibt es mehr ›Selbstoptimierung‹, ›Performance‹, ›Image‹ oder ›Ego-Tuning‹ als bei den Body-Buildern? So führen die Eingangs-Statements schnell in diese Richtung« (Klaus-Dieter Willers). – »Die 49,5 cm und die sportlich-musikalische Übung aus »Wetten, dass …?« wiesen mir diesmal den Weg, der trotzdem kein leichter war. Dieser ›Oscar‹ (›Mr. Olympia’) – das ist Eugen Sandow, geboren 1867 in Königsberg als Friedrich Wilhelm Müller, der ›Urvater‹ des Bodybuildings« (Dieter Neil).
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»Ihre bübischen Anspielungen konnten mich nur kurzfristig in die Irre führe. Als Mathematikerfrau weiß ich, dass sich die Längenangabe ›49,5 cm‹ auch auf einen Umfang beziehen kann, nämlich den Oberarmumfang von Eugen Sandow. An den ›Wetten, dass’-Auftritt der beiden Bodybuilder, deren Musculi pectorales im Takt von Popsongs zuckten, habe ich mich dann auch wieder erinnert« (Dr. Sylvia Börgens).
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»Puhhhhhhhhh, was für eine Arbeit!« (Uwe-Karsten Hoffmann), »wo führen sie uns denn noch so hin? Wieder einmal habe ich Stunden investiert« (Jens Roggenbuck). »Wie schon so oft, habe ich durch ihr Rätsel viel gelernt, vielen Dank!« (Beate Dachauer). »Sie haben mich wieder toll unterhalten, informiert und dazu auch noch neugierig gemacht« (Thomas Buch).
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Eine erste Jahres-Gesamtwertung folgt nach der dritten WBI-Runde. In der zweiten Runde errieten, nein, ermittelten diese 23 WBI-Könner den Gesuchten:
Dr. Sylvia Börgens (Wölfersheim), Thomas Buch (Friedberg), Beate Dachauer (Butzbach), Ludwig Dickhardt (Bad Vilbel), Wolfgang Egerer (Rosbach-Rodheim), Dr. Raymund Geis (Reiskirchen), Peter Hett (Bad Nauheim), Uwe-Karsten Hoffmann (Bad Nauheim), Andreas Hofmann (Bad Nauheim), Michael Jungfleisch-Drecoll, Dieter Neil (Großen-Buseck), Klaus Philippi (Staufenberg-Treis), Jens Roggenbuck (Staufenberg-Mainzlar), Walther Roeber (Bad Nauheim), Karola Schleiter (Florstadt), Rüdiger Schlick (Reichelsheim), Horst-Günter Schmandt (Pohlheim), Paul-Gerhard Schmidt (Mücke-Nieder-Ohmen), Jochen Schneider (Butzbach), Prof. Peter Schubert (Friedberg), Martina Wenzel (Wöllstadt), Klaus-Dieter Willers (Hungen), Ingrid Wittich (Mücke). – Glückwunsch und: Respekt!  (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Veröffentlicht von gw am 26. April 2017 .
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Herbert E. Schmitt: Wer-wen?-Beispiel

Für Ihre Sammlung Subjekt/Objekt-Verdreher ist mir ein schönes Beispiel untergekommen. In der FNP heißt es in einem Artikel über die Terminplattform Doctena: “Über doctena können Patienten einen Termin bei mehr als 2000 Ärzten online buchen. Rund um die Uhr und in Echtzeit. Jetzt hat das Portal ein hessisches Unternehmen gekauft. (Herbert E. Schmitt/Bad Nauheim)

Veröffentlicht von gw am 25. April 2017 .
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Burkhard Schwinde: “Eloise”

Die Pop-Hymne “Eloise” von Barry Ryan befindet sich auf einer Doppel-CD “Die erfolgreichsten Pop-Hymnen aller Zeiten” aus einer RTL Chart Show. Auf besagter CD ist ein noch grösserer Pop-Epos: “Music” von John Miles. (Burkhard Schwinde/Bad Nauheim)

Veröffentlicht von gw am 24. April 2017 .
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Baumhausbeichte - Novelle