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Walther Roeber: Hase und Igel

Sie waren einer der ersten und wenigen, die sich damals überhaupt
getraut haben, öffentlich zu sagen, was eigentlich abging. Es war doch
der Kampf des “sauberen Westens” gegen den “bösen Osten”. Ketzerisch wie
ich sein kann, sage ich heute, es ist immer noch ein Kampf um
Vormachtstellung – und damals war es eigentlich nicht anders. Das hat
wenig mit Systemen zu tun, sondern sondern es geht um Erfolg (?), Sieg,
Macht…
“Sieg oder Tod!”, Sieg oder Sibirien, Sieg oder wirtschaftlicher
Untergang; sind das überhaupt Alternativen? Natürlich guckt die “Welt”
neidisch auf eine Handvoll sehr umsatzstarker Sportler, aber wie viele
sind das prozentual? Dass diese Zahlungen ungerechtfertigt sind, steht
dann noch auf einem anderen Blatt.

Ich denke, dass Sie für sich schon eine Entscheidung getroffen haben,
was, wie viel und ob Sie diese ganze Diskussion noch einmal aufgreifen.
Meiner Meinung nach reicht es, eine kurzgefasste Zusammenfassung zu
bringen, denn was bringt es “olle Kamellen” aufzuwärmen oder “kalten
Kaffee” noch einmal umzurühren oder in die Mikrowelle zu stellen…
Was interessant wäre, wäre die Reaktion oder das Verhalten der Sportler
untereinander, die ja doch voneinander wussten… Wie hat es Ihr
Verhältnis zu Ralf Reichenbach “belastet”? Warum hat sich nicht schon in
den 80er Jahren eine schlagkräftigere Allianz gebildet? Wenn Hr. Kofink
jetzt darüber schreibt, warum hat sich damals noch nichts formiert?

Heute scheint das Thema noch viel subtiler zu sein, Technik, Chemie,
Labor machen immer weitere “Fortschritte”(?) und der Kampf Hase gegen
Igel wird weitergehen, mit ungewissem Ausgang… Tote sind
wahrscheinlich als Kollateralschaden einkalkuliert. (Walther Roeber/Bad Nauheim)

Baumhausbeichte - Novelle