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Ohne weitere Worte (vom 21. März)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.

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65. Minute: Stand jetzt hat Bayern 13 Punkte Vorsprung auf Leipzig. Dinge, die spannender sind, als die Meisterschaft in diesem Jahr: die Space Night auf ARD alpha / Gedichte von Klopstock / Witze über den Berliner Flughafen / Nudeln ohne Sauce / Abstimmungen bei der SPD-Kanzlerkür. (aus dem Liveticker Bor. Mönchengladbach – Bayern München des Fußballmagazins 11Freunde)

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Seit nämlich die Dortmunder die Bayern dermaßen wütend gemacht haben, dass sie alles niedermetzeln und nur noch verlieren, wenn sie wollen, gibt es im Frühjahr keinen Kampf um die Meisterschaft mehr. (Udo Muras in der Welt)

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Guardiola ist ein Besessener. So sehr, dass mit dem Tunnelblick – sehr überspitzt gesagt – der Unterschied zwischen den Spielern aus Fleisch und Blut und den seelenlosen Magnetstickern auf der Taktik-Tafel möglicherweise sogar manchmal verschwimmen kann. (Sport-Bild-Chefredakteur Alfred Draxler in seiner »Nachgehakt«-Kolumne)

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Die Häme ist quasi die Kehrseite der parareligiösen Bewunderung, die dem 46-jährigen Katalanen in den vergangenen Jahren zuteil geworden ist. (Javier Caceres in der Süddeutschen Zeitung über Pep Guardiola)

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Das Mutterland des Kick and Rush hat er mit dem profunden Satz »I am not a coach for tackles« (»Ich bin kein Trainer für Grätschen«) in Wallung gebracht. (Jan Christian Müller in der Frankfurter Rundschau über Guardiola)

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Keiner jedoch kann sich der Magie der Grätsche entziehen, keiner, der den Fußball liebt. (…) Für Hummels’ Tackling gibt es zwar nicht die »fünf Punkte im kicker-managerspiel«, die er selbst scherzhaft fordert. Aber der Weltmeister darf sich sicher sein, einen großen, ja romantischen Moment im Liga-Alltag geschaffen zu haben. (Thiemo Müller im kicker)

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Schlecker trank Tee, sprach leise und erzählte, dass die Medien ihm die Rolle des fiesen Arbeitgebers zuschreiben würden, er sie aber nicht spiele. Es sei nur so, dass der eine eben das Talent zum Fußballprofi habe, während es bei dem anderen bloß zum Regaleeinräumen reiche. (Marcus Rohwetter in der Zeit über ein früheres Treffen mit dem jetzt vor Gericht stehenden Drogerie-Unternehmer)

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Geht Drill über Talent? Tiger Woods wäre vermutlich nie der beste Golfer der Welt geworden, wenn ihm sein Daddy nicht schon als Kleinkind einen Schläger in die Händchen gedrückt und ihn hätte üben, üben, üben lassen. Fabian Hambüchens Vater ist Turntrainer, der Sohn gewann Olympiagold und sagt, er sei »das Lebenswerk« seines Vaters. (Detlef Hacke im Spiegel)

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Teammitarbeiter tauschten mit Journalisten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens kleine Schnapsfläschchen. (…) Menetekel für die Verkommenheit einer Sportart. (…) Es ging nicht lange gut. Das Gebilde stürzte ein. Die Saufkumpane von einst distanzierten sich nach den diversen Dopinggeständnissen von den Schmuddelkinder und übertrugen nicht mehr auf ARD und ZDF. Aus dem Radsporthype war Radsportverachtung geworden. Die neuen Radverächter kamen im moralischen Entrüstzeug daher. (Markus Völkert in der taz)

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»Was ich auch nervig finde: diese Rekorde, die manche Menschen mit Behinderungen anstreben, als ob man etwas ausgleichen müsste.« (Schauspielerin ChrisTine Urspruch, 1,32 m, im chrismon-Interview)

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Seit 2009 sitzt er (Anm.: Werner Kuhn/CDU) im Europäischen Parlament. Seine Lyrik-Karriere begann er als Rostocker Student. An einen bekannten Vers aus dieser Zeit erinnert er sich noch: »Kariertes Hemd und Samenstau / Wir studier’n Maschinenbau.« (F. P. in der »Kleine Brötchen«-Rubrik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung) (gw)

 

Baumhausbeichte - Novelle