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Ohne weitere Worte (vom 14. März)

Mats Hummels sagte kürzlich (…), die Hemmschwelle der Fans, Spieler zu beleidigen, liege immer niedriger. (…) Nun werden bei dieser Aussage hartgesottenere Fußballfans die Augen verdrehen. (…) »Da sollen die Millionarios bloß nicht so rumheulen« (Anna Kemper in der »Gesellschaftskritik«-Kolumne im Zeit-Magazin)
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Seit 2004 haben die CDU und Hollands Fußballnationalmannschaft etwas gemeinsam: die Erkennungsfarbe Orange. (…) Doch jetzt hat die Werbeagentur Jung von Matt (…) erste Plakatentwürfe für die Bundestagswahl vorgestellt. Und siehe: »Schwarz-Rot-Gold ist das neue Orange!«, jubelt die »Bild am Sonntag«. (Martin Wolf in einer Spiegel-Glosse)
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Aber manchmal bringt es ja einen Erkenntnisgewinn, wenn man sich in jemanden hineinversetzt. Wie wäre es also, wenn in unserem Arbeitsalltag die Gepflogenheiten der Fußballwelt gelten würden? (»Die kann ja keinen geraden Satz schreiben!«) (Kemper/Zeit)
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Zuletzt sah man auf Pegida-Demos viel Schwarz-Rot-Gold. Jetzt will die CDU die Farben offenbar nicht mehr den Rechtspopulisten überlassen. (…) Vielleicht ist Orange – die Gesichtsfarbe von US-Präsident Donald Trump – einfach nur out. Sogar die in den vergangenen Jahren grottenschlechten holländischen Fußballer trugen beim letzten Länderspiel keine orangefarbenen Trikots, sondern blaue. Sie gewannen. (Wolf/Spiegel)
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Dann würden in genau diesem Moment Millionen Menschen live dabei zusehen, wie diese Kolumne entsteht. (Kemper/Zeit-Magazin)
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Sie sind 28 Jahre alt und haben noch kein Länderspiel absolviert. – »Das ist doch nicht ungewöhnlich. Es gibt mehrere Achtundzwanzigjährige ohne Länderspiel.« (Lars Stindl im Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Bei jedem neuen Satz lägen die Kritiker auf der Lauer (»Was für eine Scheißmetapher!«)(…), jeder nicht geglückte Witz würde verrissen (»Die Pointe hätte sogar meine Omma reingemacht!«), der Autorin würden grundsätzliche Fähigkeiten abgesprochen (»Ich weiß echt nicht, warum der di Lorenzo / Anm.: Zeit-Chefredakteur / die immer wieder aufstellt!«) (Kemper/Zeit-Magazin)
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Der Xabi Alonso der Spätphase ist eine Art Ancelotti unter den Mittelfeldspielern, nur selbstverständlich ohne Kaugummi. Ancelotti und Alonso senken auf sehr gesunde Weise den Ruhepuls der Bayern-Mannschaft, sie geben den anderen durch ihre schiere Existenz ein gutes Gefühl. (Christof Kneer in der Süddeutschen Zeitung)
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(…) Jede unschöne Formulierung würde in Superzeitlupe und Endlosschleife über die Bildschirme flackern. (Kemper/Zeit-Magazin)
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Von der bunten Multi-Kulti-Truppe zum unsympathischsten Team der Liga – Eintracht Frankfurt hat dafür nur ein paar Wochen benötigt. Der Wind hat sich gewaltig gedreht. (Thomas Kilchenstein in der Frankfurter Rundschau)
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Der Chefredakteur würde einem per »Bild«-Zeitung mitteilen, dass man an der kommenden Ausgabe leider nicht mitwirken dürfe. (Kemper/Zeit-Magazin)
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»Ich komme nach meiner Mutter. Die hat nie gelacht, war immer pessimistisch. (…) Es passiert ja schon mal, dass ich irgendwo etwas zu schnell fahre. Dann kommt da so ein Brief: 25 Euro Strafe. Da kann ich die ganze Nacht nicht schlafen. So belastet mich das. Das nagt an mir. Warum war das jetzt nötig?« (Walther Röhrl, Rallye-Ikone, im Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
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Bekäme man dann doch noch mal die Chance, eine Kolumne zu verfassen, würde man nach der Hälfte des Textes ausgewechselt gegen das 17-jährige Supertalent, das nicht nur locker schreiben kann, sondern auch als Kriegsreporter einsetzbar ist. (Kemper/Zeit-Magazin) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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