Beitrag ausdrucken Beitrag ausdrucken

Thomas Zacharias (WBI-Auflösung vom 9. März)

Er ist in der Tat ein Tausendsassa. Ein Weltklasse-Sportler, Erfinder, Künstler, Philosoph und Schriftsteller. Er stellte und stellt viele Rekorde in seiner Sportart auf, und dass es »von Rekord zu Rekord immer tiefer hinab geht«, hat manchen Teilnehmer auf die falsche Fährte geführt. Zunächst selbst unser WBI-Ass Walther Roeber, der aber noch rechtzeitig erkannte, dass »die Apnoe-Taucher Trubridge und Nitsch und die Forscher-Familien Piccard und Cousteau ein Schlag ins Wasser waren«.

*

Im Gegenteil, der Gesuchte wollte immer hoch hinaus bzw. hinauf, buchstäblich, und am höchsten kam er am 21. Februar 1971 (2,22 Meter), sein Altersweltrekord in der M50 (2,00 Meter!) steht immer noch, und seinen letzten Hochsprung-Rekord stellte er erst dieser Tage bei den Hessischen Hallenmeisterschaften auf, als er in der M70 1,51 m übersprang. Natürlich im Straddle, dem alten Tauchwälzer, denn der ist und bleibt für ihn »die einzige würdige Art, eine Latte zu überqueren«.

*

Wer ist’s? »Natürlich wissen Uralt-Leichtathleten« – und Karin Scheunemann gehört zu ihren hessischen Ikonen – »dass hier nur Thomas Zacharias gemeint sein kann. Wer ihn erlebt hat, stellt fest, er ist immer noch von sich begeistert und natürlich von der Leichtathletik in ihrer ›Urform‹. Seine unzähligen Trainingshilfen sind bis heute gerne im Gebrauch (Zacharias-Leiter/Stehauf-Hürde/Sprunglatten-Ersatz).«

*

»Der Vater Helmut erfreute mich schon als Kind mit seiner Geige und seiner Band im Schwarz-Weiß-Fernsehen. Später dann erfreute mich als Sportlehrer das Zacharias-Band, ein methodisches Hilfsmittel zum Erlernen von Hochsprungtechniken. Das Band wurde aufgeblasen, auf die Hochsprungständer gelegt und gab bei Berührung nach. Tat also nicht so weh wie eine Hochsprunglatte und konnte oftmals eingesetzt werden.« (Helmut Bender)

*

Wenn es nur nach mir ginge, würde ich für die Lösung von Wolfgang Egerer mehrere Extrapunkte vergeben: »Beim Lesen der Rätsel-Aufgabe musste ich gleich an meinen alten Goethe denken und dann flossen auch schon die Gedanken in den Reim rein:

Da hat er nun, ach! Philosophie, Juristerei und Soziologie,

Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.

Die Publizistik, die kennt er, die Musik und den Sport

Die freie Rede und das geschriebene Wort

Hat sich vom Stargeiger-Vater emanzipiert

Sich auch im Politischen engagiert

Will noch immer erkennen, was die Welt Im Innersten zusammenhält.

Doch steht er nun vorm Fußball-Tor,

Kommt nicht mehr darüber – so wie Sotomayor

Dabei weiß er’s besser als all die Laffen

Die stets nur nach den Floppern gaffen

Der Straddle-Sprung ist überlegen

Man muss sich nur korrekt bewegen!

Ach, wie gut, dass ich jetzt weiß

Dass er Thomas Zacharias heißt!«

*

Statt der Extrapunkte gibt es meine und sicher auch der Leser Hochachtung, so dass Wolfgang Egerer mit diesen 26 weiteren Teilnehmern jeweils einen Punkt erhält: Jost-Eckhard Armbrecht (Großen-Buseck), Helmut Bender (Linden), Thomas Buch (Friedberg), Beate Dachauer (Butzbach), Ludwig Dickhardt (Bad Vilbel), Wolfgang Egerer (Rosbach-Rodheim), Dr. Raymund Geis (Reiskirchen), Peter Hett (Bad Nauheim), Andreas Hofmann (Bad Nauheim), Uwe-Karsten Hoffmann (Bad Nauheim), Michael Jungfleisch-Drecoll, Dieter Neil (Großen-Buseck), Klaus Philippi (Staufenberg-Treis), Guido Regina (Wettenberg), Walther Roeber (Bad Nauheim), Jens Roggenbuck (Staufenberg-Mainzlar), Karin und Wolfgang Scheunemann (Bad Nauheim), Karola Schleiter (Florstadt), Rüdiger Schlick (Reichelsheim), Reinhard Schmandt (Pohlheim), Paul-Gerhard Schmidt (Mücke-Nieder-Ohmen), Jochen Schneider (Butzbach), Prof. Peter Schubert (Friedberg), Manfred Stein (Feldatal), Klaus-Dieter Willers (Hungen), Ingrid Wittich (Mücke).  (gw) * (www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle