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Sonntag, 5. März, 7.00 Uhr

“Frösche können im Dunkeln Farben sehen” – wenn ich am Sonntag früh die dpa-Meldungen der Nacht sichte und solch eine meine Top-Nachricht ist, scheint die Welt doch noch in Ordnung. Sind meine Kröten deshalb nachts unterwegs? Weil Nacht und Tag für sie keinen Unterschied machen? Die ersten werden sich schon bald aus ihren Lagern unter Steinen und Höhlen am Hang auf den Weg in den Teich machen. Zum Gruppensex. Warum können sie nachts sehen? Ich dachte, Farben seien unterschiedliche Lichtbrechungen. Siehe Regenbogen. Aber was weiß denn ich. DAS jedenfalls nicht. Haben sie vielleicht Scheinwerfer in den Augen?

Auch die zweite Top-Meldung der Nacht geht mich ganz persönlich an. In Lüneburg gibt es eine Ausstellung über die Geschichte der Bravo-Starschnitte. Ja, gibt es wirklich. Was es alles gibt!? Auf nach Lüneburg! Leider kann ich meinen Starschnitt nicht mitbringen. Der hätte gut in die Ausstellung gepasst. Gus Backus. Ist verschollen. Also, nicht Gus Backus. Mein Starschnitt. Gus Backus, die alte Randfichte, lebt noch. Ich habe es gerade nachgegoogelt. Ohne das Warmschreiben  zu unterbrechen. Smartphone konsultiert. Im Sprachmodus. Die Stimme (kenne ich sie vom Navi, bist Du es, Sandra?) informiert: “Gus Backus ist ein” … usw. Jahrgang 37. Hatte 2010 einen Schlaganfall. Lebt in der Nähe von München. Die Aufzählung seiner Hits brauche ich nicht. Ich kenne sie alle. Der Mann im Mond. Sauerkraut-Polka. I bin a stiller Zecher. Bohnen in die Ohr’n. Und natürlich: Da sprach der alte Häuptling der Indianer: “Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf  … uf …uf…uff.”

Für die Montagsthemen? Zum Schluss? Mal sehen. Momentan holen mich alte Montagsthemen ein und werden aktuell: Reus (psychische Verletzungsanfälligkeitsgründe), Nike-Oregon-Projekt (jetzt auch vom Spiegel entdeckt), David Storl und die Enttäuschungsgründe … ach ja, kurz notiert ein hübscher Satz bei dpa: “Kugelstoß-Routinier David Storl konnte auch mit Bronze gut leben.” Da steckt alles drin. Ist wahrscheinlich, nein, ganz sicher nicht ironisch gemeint. Gibt es das, unfreiwillige Ironie? In dem Satz steckt jedenfalls alles drin: “Routinier” (mit 26) und vor allem: “konnte mit Bronze ganz gut leben”. Ganz gut leben …

Auch Storls Alter habe ich soeben akustisch googelnd überprüft. Stimmt. Bin ich doch ein Multitasker?

So, jetzt noch Gerhard Merz’  Mail in die Box (wird auch ein Montagsthema”, dann … ja, ich rieche es, der Kaffee kocht schon.

 

 

Baumhausbeichte - Novelle