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Sonntag, 26. Februar, 6.20 Uhr

Nach “meiner” Meldung der Nacht müsste ich lange suchen, wenn ich nicht wüsste, wo ich sie finde. Nicht bei dpa oder “Bild”, sondern bei Google, Suche mit dem Stichwort “Crouser” und eingegrenzt auf “Letzte Stunde”. Schon hab ich’s: Unter meinen Füßen, also rund 13 000 Kilometer unter meinen Füßen, gewinnt Crouser den zweiten Kugelstoß-Wettkampf “down under”, und alle drei verbessern sich gegenüber dem ersten (siehe Blog vom letzten Sonntag). Crouser gewinnt mit 22,15, Walsh stößt 21,80, Gill wird Dritter mit 20,92. Olympiasieger Crouser steckt mitten  im Aufbautraining und kam zu den “Kiwis” nicht der Antrittsprämie wegen, sondern weil ihn Walsh, im erlernten Beruf als Maurer immer noch aktiv,  zum Fliegenfischen eingeladen hat. Einer von beiden wird über kurz oder mittel den Uralt-Weltrekord (Barnes/23,12) brechen, oder Kovacs schafft es, aber nicht David Storl, unser Jahrhunderttalent. Er wird nächste Woche wohl Hallen-Europameister, aber nach Lage der Dinge nie mehr das halten, was er einst versprochen hat. Warum? Die einfachste Lösung wäre, den anderen etwas zu unterstellen … aber stopp, das, merke ich soeben beim Warmschreiben, hebe ich mir für die Montagsthemen auf und fahre dort mit einer Leser-Mail fort (siehe “Mailbox”).

Die anderen Meldungen der Nacht, die nicht mich allein, sondern  alle angehen sollen und daher von dpa verbreitet werden, wirken angesichts der Weltlage (und wie der SPD-Kandidat die deutsche Lage unter Merkel beschreibt) so richtig heimelig: “Die Zukunft der Krumm-Möhre” und “125 Jahre Diesel-Patent”. Selbst “Forscher spüren Klimawandel in der Antarktis” ist nicht unbedingt der “Hammer” – ich spüre ihn ja sogar in Mittelhessen.

Kleiner Scherz. Im Ernst: Den Klimawandel mag’s ja geben, auch meinem Gefühl nach, doch ob er menschengemacht ist oder natürliche Ursachen hat (das Klima wandelt sich ja immer, erdgeschichtlich gesehen), darüber mögen die Gelehrten streiten, die aus den beiden konkurrierenden Forscher-Lagern kommen und von interessierter Seite gestützt (und gesponsort?) werden. Mir scheint viel dringlicher, etwas gegen die zu hundert Prozent menschengemachte Plastikverseuchung der Meere zu tun (schöne Überschrift in der FAS: “Der alte Müll und das Meer”). Dazu gehört allerdings mehr als das bloße Klimawandel-Lamento, da müsste man ja etwas tun, weltweit anpacken, präventiv und nachsorgend. Aber das kostet Zeit, Mühe und viel Geld. Und ich sollte hier nicht rumschwadronieren, so nach dem Motto: Fachlich habe ich zwar keine Ahnung, aber eine starke Meinung dazu. Die Welt ist nicht nur alles, was der Fall ist, sondern noch viel komplizierter, als es den Anschein hat.

Langsam vergaloppiere ich mich warmschreibend ins Nirwana und pflücke dort Stilblumen. Sorry.  Zum Business as usual: Aus diesem Stein(es)bruch übernehme ich die Crouser-Sache in die Montagsthemen. Weitere Stichworte: Ancelotti, Onkelotti, Onkel Otto (HR) / Bundes-Überschuss und Aubameyang / … o, das war’s ja schon. Nur ein etwas komplexeres Thema ist auf dem Themenzettel noch angerissen: Im Wahlkampf Innere Sicherheit (CDU) kontra soziale Gerechtigkeit (SPD), sind aber keine Gegensätze, sondern eher Synonyme; dazu digital, analog, binäres System, das nur Entweder-oder und kein Unentschieden kennt … aber das wird mir jetzt am frühen Sonntagmorgen und vielleicht überhaupt zu kompliziert.

Erst sieben Uhr? Präliminarien schon erledigt, Blog schon geschrieben? Da kümmere ich mich schnell mal um meinen Hexenschuss, bevor der Hölhepunkt des Tages kommt, buchstäblich, nämlich sie mit KKKK. Aber vorher eine kleine Runde Klappsches Kriechen zum Hexen-Exorzismus.

Baumhausbeichte - Novelle