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Ohne weitere Worte (vom 24. Januar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Er war wie ein großes Kind, sagen die Kameraden von damals. Das Zimmer voller Spielekonsolen. Im Verein (KSC) musste ihm im Mannschaftsbus sogar eine in den Sitz eingebaut werden. »Icke« völlig versunken, einfach nur lieb, ein böses Wort hat man nicht von ihm gehört. (…) Er heiratete Angela (…), sie war clever und managte ihn. Die (zu?) starke Frau an seiner Seite. (Alfred Draxler in der Bild-Zeitung)
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Was sagt er jetzt, der Fan, zum geldgeilen, gentrifizierten und globalisierten Fußball? Ist mir wurst. (…) Der Fan ist ein Romantiker, weil er sich seine Liebe einfach nicht versauen lässt, (…) weder von Klubs, die Rasenballsport heißen und von Fankultur auch gar nichts wissen wollen, noch von Uli Hoeneß. Ihm, dem Fan, gehört der Fußball, alle anderen haben ihn nur ausgeliehen. (Michael Pilz im Welt-Feuilleton)
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Das Runde ist nicht mehr aus Leder / Das Eckige nicht mehr aus Holz / Das weiß inzwischen ja wohl jeder / Die meisten sagen nur: Was soll’s? (»Anmerkungen zum Rückrundenstart« von Dietrich zur Nedden in der taz)
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Was geschieht, wenn 15 Bundesligisten samt Stahlkoffer (…) ins Wintertrainingslager fahren? – Gar nichts. Scheinbar. (…) Nach über einem Monat Karenzzeit schossen in der ersten Halbzeit zehn Mannschaften zusammen ein Tor. (…) Es war, als wären 15 Bundesligisten mit Leatherman am Gurt in die entlegensten Länder gereist, nur um beim heimischen Dia-Vortrag mit Selfies vor dem Hotelbuffet aufzuwarten. (Fußballmagazin 11Freunde)
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Es sagt einiges aus über den Entwicklungsstand des Bundesliga-Riesen Dortmund, dass Tuchel kaum etwas anderes übrig bleibt, als die scheuen Wesen Schmelzer und Reus zu führenden Repräsentanten zu erheben. (Philipp Selldorf in der Süddeutschen Zeitung)
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Jesus hinten und vorne der Fußballgott – das ist eine Gleichung, die in Frankfurt aufgeht. (Thomas Kilchenstein in der Frankfurter Rundschau über Jesus Vallejo)
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Es gibt immer häufiger Unfälle mit Elektrofahrrädern, nicht wenige davon mit tödlichem Ausgang. Das Pedelec erlaubt selbst hinfälligen Verkehrsteilnehmern, mit einem Wahnsinnsspeed von über 29 Stundenkilometern über die Fahrradwege zu jagen. Im Rausch dieser ungeheuren Geschwindigkeiten vergessen pensionierte Studienräte und Musikschullehrerinnen gerne das Bremsen. (»Zippert zappt« in der Welt)
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Früher habe ich immer Tagesschau, heute und Tagesthemen angeschaut. Heute bin ich fast weg davon. Diese Sendungen erinnern mich wegen ihrer Regierungsnähe zunehmend ans DDR-Fernsehen. (Harald Martenstein in seiner Zeit-Magazin Kolumne)
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Die Enthemmung ist Alltag, der Enthemmteste ist jetzt an der Macht. (Axel Hacke in seiner SZ-Magazin-Kolumne »Das Beste aus aller Welt«)
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Das international einmalige Chaos der deutschen Einwanderungspolitik. (…) Zuerst lässt man Hunderttausende herein, ohne sie sich vorher genau anzuschauen. (…) Nun dreht sich der Wind, jetzt wird ausgewiesen, offenbar wieder, ohne sich den einzelnen Fall genau anzuschauen. Das eine kommt mir genauso dumm vor wie das andere. (Martenstein/Zeit-Magazin)
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»Was uns als Wissen verkauft wird, sind oft einzelne Interpretationen von Beobachtungen. Und wenn die Naturwissenschaft auf unerklärliche Dinge stößt, ignoriert sie sie einfach.« (Prof. Walter van Laack, Naturwissenschaftler, im Welt-Interview)
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»Unser Pressesprecher hat alternative Fakten dazu vorgelegt.« (Trump-Beraterin Kellyanne Conway in  »Meet the Press« von NBC)
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Millionen Frauen jubeln: Fifa will Abseits abschaffen. (Bild-Schlagzeile) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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