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Ohne weitere Worte (vom 10. Januar)

Kluges, Originelles, Peinliches, Schräges, Dümmliches, Witziges oder einfach nur Interessantes, gesucht und gesammelt in der deutschen Medienlandschaft.
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Eine Clique von Gierhälsen ist im Profifußball versammelt, die ihren Reichtum auch mit schmutzigen Tricks mehrt. (…) Nüchtern betrachtet – und mit den Maßstäben gemessen, die die Gesellschaft an andere Lebensbereiche anlegt – müsste eigentlich schon am Anfang des Jahres 2017 ein Wort des Jahres stehen: Fußballverdrossenheit. (Holger Gertz in der Süddeutschen Zeitung)
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Du verteidigst unauflösliche Prinzipien. Du bist nicht arrogant, Zlatan. Du bist wehrhaft und stolz. Wie damals beim FC Barcelona, als Dich Pep Guardiola, dieser glatzköpfige Schamane, hinter Messi spielen ließ. (…) Da hast Du ihn verlassen, den besten Verein der Welt. Du hast sie stehen lassen, die braven Schuljungen: Messi, Xavi, Iniesta. Die Taktiktafeln, den fuchtelnden Pep. Du hast ihn hinter Dir gelassen, diesen zwanghaften Systemfußball. Du willst das wilde Spiel. (Felix Dachsel in der Zeit unter dem Thema »Vorbilder« über Zlatan Ibrahimovic)
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Sie sind (…) zum Vorreiter des torgefährlichen Umschaltspielers geworden. Stimmen Sie dem zu? – »Ehrlich gesagt kann ich mit diesem Begriff so wenig anfangen wie mit Matchplan oder sich verdichtenden Räumen. Ich hatte versucht, dem Gegner den Ball abzunehmen, um dann sofort einen Angriff einzuleiten. Nicht mehr, nicht weniger.« (Manfred Drexler, Ex-Bundesligaspieler und späterer Zeugwart der Nationalelf, im Kicker-Interview)
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Sandro Wagners Image ist das des vorlauten Fußball-Prolls, des Aufschneiders und stolzen Gockels. (…) Möglicherweise erklärt das die Faszination von Sandro Wagner: dass er es den Zuschauern so einfach macht, sich ein Urteil über ihn zu erlauben. Auch wenn es häufig falsch ist. (Alex Raack in der Zeit)
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Zwischen den Beinen tragen Sie (…) ein Suspensorium, eine Hartschale, die ihre Genitalien schützen soll. – »Das tut trotzdem tierisch weh, wenn Sie da getroffen werden, das kann ich Ihnen versichern. Natürlich sind die Schmerzen (…) nichts gegen das, was eine Frau bei einer Geburt durchmacht.« (Handball-Nationaltorhüter Andreas Wolff im Spiegel-Interview)
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»Wir konnten uns unsere Zimmerpartner selbst aussuchen. Ich habe Fabi (Fabian Holland d. Red.) genommen, weil er keine Faxen in der Nacht macht, nicht schnarcht oder klaut.« (Sandro Sirigu von Darmstadt 98, zitiert in Bild)
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Warum haben Sie 1998 überhaupt den Job als Nationaltrainer übernommen? – »Warum wird einer heutzutage Trainer bei Darmstadt 98?« (Ex-Bundestrainer Erich Ribbeck im Kicker-Interview)
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Seit 2008 praktiziert der Bergdoktor in Ellmau am »Wilden Kaiser«, und der österreichische Schauspieler Hans Sigl, 47, verkörpert ihn derart überzeugend, als sei er eine moderne Mischung aus Dr. House und Luis Trenker mit privilegiertem Zugang zur Intensivstation. (Reinhard Mohr in der Welt)
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»Die haben versucht, den deutschen Staat anzutanzen.« (CDU-Innenexperte und Ex-Bundespolizist Armin Schuster über die »Machtprobe« von 2000 überwiegend nordafrikanischen Männern, die an Silvester nach Köln gekommen waren / zitiert in der FAZ)
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»Integration heißt, sich gegenseitig auszuhalten und den Anstand zu haben, dem anderen nicht auf die Pelle zu rücken. (…) Ich bin gelernter Pädagoge, und eine der Erfahrungen, die man in diesem Beruf macht, ist, dass die Menschen, für die man sich einsetzt, durchaus Arschlöcher sein können.« (der Soziologe Armin Nassehi im taz-Interview)
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»Auch der Ausländer hat das Recht darauf, ein Arschloch zu sein.« (der Kabarettist Matthias Beltz Ende des letzten Jahrhunderts im »gw«-Interview)
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Der Pinguin ist auf der ganzen Welt überaus beliebt, weit beliebter als der gewöhnliche Deutsche. Liegt das an der ulkigen Fortbewegung, an der stets aufrechten Haltung oder daran, dass er nie versucht hat, die Weltherrschaft zu übernehmen? (Interview-Frage in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

Baumhausbeichte - Novelle