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Ohne weitere Worte (vom 3. Januar)

Maßlos wird der Fußball auch 2017 bleiben. (…) Noch scheint das Spiel selbst, das in seiner Unvorhersehbarkeit eine faszinierende, variantenreiche Metapher der menschlichen Existenz ist, unkorrumpierbar durch die Unersättlichkeit. (…) Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Volkszorn auch den Fußballkapitalismus in eine Systemkrise stürzt. (Christof Siemes in der Zeit)
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Als er bei einem Spaziergang während der EM von einem Reporter angesprochen wurde, schnappte sich Cristiano Ronaldo dessen Mikrofon und … A … schlug es dem Mann auf den Kopf. B … aß es auf. C … warf es in einen See. (aus dem Quiz »Das war 2016. Waren Sie dabei?« von Jörg Thomann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung)
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Ist jetzt eingetreten, was 1990 nach der Wende und dem WM-Sieg in Italien Ihr Vorgänger Franz Beckenbauer prognostiziert hat? Ist Deutschland auf Jahre unschlagbar? – »Ich weiß, in welchem Zustand Franz dies gesagt hat. Daher lache ich darüber.« (Berti Vogts im Kicker-Interview)
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Welche Personengruppe ist laut dem CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer »am schlimmsten«, weil man sie »nie wieder abschieben« werde können? A Ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. B Ein kegelnder, Birkenstock tragender Peruaner. C Ein Gartenzwerge sammelnder, grillender Tadschike. (Thomann/FAS)
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Ihr Kollege Heynckes urteilte auch, Sie hätten zu viel Rücksicht auf die Spieler genommen, in der Mannschaftsführung anders vorgehen müssen. – »Wenn der Jupp so etwas sagt, weiß ich dies einzuordnen.« (Vogts/Kicker)
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Welcher krasse Außenseiter sorgte beim DFB-Pokal für Furore? A FC Tante Käthe. B Sportfreunde Lotte. C Hertha BSC. (Thomann/FAS)
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Fühlen Sie sich verkannt und missverstanden? (…) Lief alles nach dieser Methode: Bei einer Niederlage der Nationalelf unter Franz Beckenbauer war stets die Mannschaft schuld, bei einer Niederlage in der Ära Vogts immer der Trainer? – »So war es.« (Vogts/Kicker)
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Was verlor die Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel bei der Zieleinfahrt? A Den Sattel. B Das Hinterrad. C Den Gepäckträger. (Thomann/FAS/Lösungs-Reihenfolge: C/A/B/A)
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In der Justizvollzugsanstalt (…) hat er sich (…) tadellos geführt. (…) Seine Arbeit in der Kleiderkammer erledigte er gewissenhaft. Alles, was Hoeneß macht, erledigt er mit einer berserkerhaften Besessenheit – sei es, an der Börse zu zocken; sei es, an seine Mithäftlinge Schuhe, Bettwäsche und Putzmittel auszuteilen. (Maik Großekathöfer im Spiegel)
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»Unser Beachvolleyball-Team gehört zum Verein des HSV. (…) Aus lauter Verbundenheit (…) spielen wir sogar mit einem HSV-Tattoo auf der nackten Schulter. Ist natürlich nur aufgeklebt, für ein echtes Tattoo müssten sie uns schon mehr zahlen. Scherz!” (Olympiasiegerin Laura Ludwig im SZ-»Fotoalbum«)
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Auch das scheint denkbar: Dass er den »Grumpy Old Man« nur für den Job überzieht, wie ein Monteur seinen Blaumann. Vielleicht ist Dylan privat ein fröhliches Kerlchen, legt Furzkissen auf Stühle, wenn seine Enkel zu Besuch kommen, oder schmiert Senf unter Türklinken. Womöglich hüpfte er vor Freude, als er vom Nobelpreis erfuhr. Oder er lachte schallend. (Alexander Kühn im Spiegel)
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Auf einer Party war sie Andrew Loog Oldham aufgefallen, dem Manager der Rolling Stones, der gleich zur Sache kam: »Ich habe einen Engel mit großen Titten gesehen und unter Vertrag genommen.« (…) Sie verließ Mann und Kind, um bewundernd an den Lippen von Mick Jagger zu hängen und verkam zur Ingeborg Bachmann des Rock’n’Roll: Geliebte, abgelegt, Tabletten, Geliebte, abgelegt, Drogen, Absturz, schließlich Obdachlosigkeit. (Willi Winkler in der SZ über Marianne Faithfull, die 70 wird)
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Die Haselmaus ist das Tier des Jahres 2017. Am auffälligsten an der Haselmaus scheint die Tatsache, dass man sie so gut wie nie sieht. Sie ist nachtaktiv. (…) Von Oktober bis Mai hält sie Winterschlaf. (»Zippert zappt« in der Welt)
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Auf seriöse Recherche (…) kommt es im Jahr der Gefühle nicht an. Wer behaupten möchte, das Überhandnehmen des chinesischen Schweißfußes sei verantwortlich für den Klimawandel, braucht keine Beweise, sondern drei Talkshows. (Thomas Fischer, Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof und Zeit-Kolumnist)
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Es wäre aber genauso gut vorstellbar, dass es die Haselmaus überhaupt nicht gibt. Ein nachtaktives Tier, das sieben Monate Winterschlaf hält, könnte man sich auch einfach ausdenken. (Zippert/Welt) (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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