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Drei “Fünfer” (WBI-Auflösung vom 29. Dezember)

Vor der Auflösung noch einmal die letzten drei »Wer bin ich?«-Fragen des Jahres, zum Mitraten und in Kurzform: A ist in Hessen unterwegs und erzählt von der fahrerischen Herausforderung, das Auto bei über 380 km/h im Griff zu behalten, zum Beispiel wenn man aus einem gewissen Grund »einen furchtbaren Schlag auf die Brust« erhält. / B startete bei Olympia, wurde nicht gewertet, gewann aber trotzdem eine Medaille. Allerdings nicht in der Sportart, die ihm am besten lag, die hatte ihm seine Familie verboten. Deren Oberhaupt betrieb Jahre später einen »Sport«, der auch nicht ganz ungefährlich ist, er hat einen englischen Namen. / C kam wegen eines – von ihm bestrittenen – Fehlers nur auf einen Platz hinter den Medaillenrängen. Ein für seinen Hauptberuf, durch den er viel bekannter wurde als durch die Olympiateilnahme, sehr peinlicher Fehler. Olympia verbindet ihn aber mit B, und mit A hat er ebenfalls eine Gemeinsamkeit, eine »finale«.
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Zu A: Der Rate-Text steht in einem uralten »Buch vom Sport« aus der »Illustrierten Jugendbibliothek« von 1958 und hat sich dank seines Alters jeglicher Digitalisierung entzogen, konnte also nicht gegoogelt werden. Aber wer rast mit über 380 km/h durch Hessen und erhält dabei bisweilen furchtbare Schläge auf die Brust? Hätte ich den Grund für die Schläge genannt, wäre die Frage zu einfach gewesen. Originaltext: »Beim Durchfahren von Brückenüberführungen erhält man einen furchtbaren Schlag auf die Brust, hervorgerufen durch die Luftverdrängung des Wagens.« Also: Autobahn, über 380 km/h – schon landet man bei … nein, nicht bei der Dragster-Familie Habermann aus Erlensee (eine der falschen Antworten), sondern bei Bernd Rosemeyer, der »am 28. Januar 1938 bei Mörfelden-Walldorf vom Wind von der Reichsautobahn geweht wurde. Ich gebe zu, ich habe einen kleinen Vorteil, denn ich bin im Lauf meines Lebens schon unzählige Male an dem Gedächtnisparkplatz an der A5 vorbeigefahrern (und habe auch mal gehalten), der allerdings nicht mehr Bernd-Rosemeyer-Parkplatz heißt, sondern Bornbruch-Parkplatz. Zu Details und Gründen nehme ich lieber keine Stellung« (Walther Roeber/Bad Nauheim).
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Zu B: Prinz Friedrich Karl von Preußen gewann 1912 in Stockholm Bronze mit der deutschen Springreiter-Equipe, obwohl er mit der Streichnote nicht in die offizielle Wertung kam. Die Sportart, die ihm am besten lag, war der Moderne Fünfkampf, der aber »zu gefährlich ist«, wie es in einer Hausmitteilung von Kaiser Wilhelm II. hieß. Der aber betätigte sich später im Exil in einem ebenfalls nicht ganz ungefährlichen »Sport«, der heute als »Timbersport« in Spartensendern zu sehen ist: Holzhacken …
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Zu C: Im Modernen Fünfkampf, an dem der Preußen-Prinz nicht teilnehmen durfte, hätte ein US-Amerikaner in Stockholm beinahe Gold gewonnen, wurde aber nur Fünfter. Es handelt sich »um »George Patton, berühmter US-General des 2. Weltkriegs, der es ausgerechnet in der Disziplin Schießen versemmelte, aber mit der Wertung nicht einverstanden war« (Dr. Sylvia Börgens/Wölfersheim)
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Pattons »finale Gemeinsamkeit« mit Bernd Rosemeyer ist eine makabre, denn auch er starb nach einem Autounfall, etwas weiter südlich von Mörfelden, im Dezember 1945 in Mannheim-Käfertal. Die komplette Auflösung der abschließenden Fünfer-Runde des »Wer bin ich?« Jahrgangs 2016 lautet also: 1. Johann Wolfgang von Goethe. / 2. Pheidippides / 3. Bernd Rosemeyer / 4. Prinz Friedrich Karl von Preußen / 5. George Patton
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In der selektiven Finalrunde kamen drei Teilnehmer auf die Optimalpunktzahl und immerhin insgesamt 21 auf vier, drei oder zwei Punkte. Bemerkenswert, denn bei einem privaten Test unter Sportkennern fand keiner auch nur eine einzige richtige Antwort. – Fünf Punkte: Walther Roeber, Karola Schleiter (Florstadt), Jochen Schneider (Butzbach). – Vier Punkte: Thomas Buch (Friedberg), Rüdiger Schlick (Reichelsheim), Klaus-Dieter Willers (Hungen), Ingrid Wittich (Mücke-Merlau). – Drei Punkte: Helmut Bender (Linden), Dr. Sylvia Börgens, Wolfgang Egerer (Rosbach-Rodheim), Peter Hett (Bad Nauheim), Reinhard Schmandt (Pohlheim), Manfred Stein (Feldatal). – Zwei Punkte: Doris Heyer (Staufenberg-Treis), Andreas Hofmann (Bad Nauheim), Uwe-Karsten Hoffmann (Bad Nauheim), Dieter Neil (Großen-Buseck), Klaus Philippi (Staufenberg-Treis), Jens Roggenbuck (Mainzlar), Paul-Gerhard Schmidt (Nieder-Ohmen), Prof. Peter Schubert (Friedberg). – Glückwunsch und: Respekt! Die Gesamtwertung 2016 sowie die »ewige« Rangliste folgen in der ersten Woche des neuen Jahres. (gw)
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(www.anstoss-gw.de mit gw-Blog »Sport, Gott & die Welt« /  Mail: gw@anstoss-gw.de)

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