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Paul-Ulrich Lenz: Gesinnungsethik

Es regt mich auf:
Die Ursünde, in einem gesinnungsethischen Alleingang die Grenzen zu öffnen, zieht Folgesünden nach sich. Die Einladung, unkontrolliert ins Schlaraffenland zu kommen, zog und zieht Millionen von Menschen magnetisch an. Viele kamen der Not, nicht wenige dem Trieb gehorchend.

Was, lieber Herr Steines, hätten Sie denn im September 15 gemacht?  Wenn Sie Verantwortung zu tragen gehabt hätten?  Grenzen zu. Geht uns nichts an. Das sind die Flüchtlinge der Griechen, Kroaten, Serben, Slowenen, Ungarn, Österreicher, Italiener. Seien wir doch froh: Das Mittelmeer ist weit weg. Das Problem erledigt sich durch Wegschauen, Zusperren, Ertrinken.

So zynisch kann man doch kaum sein.
Ich verstehe nicht: Von welcher Einladung reden und schreiben Sie? Diese Mär wird nicht wahrer dadurch, dass sie einer vom anderen abschreibt. Ich habe nie gehört: Kommt alle her! Die, die da sind, müssen ordentlich behandelt werden.

Es ist so billig, hinterher alles besser zu wissen. Allerdings erschrecke ich, wenn ich beoachte, wie sich der Jubelchor der Journalisten vom September 15 jetzt in die Büsche schlägt. Das ist nur noch schäbig!
Willkommen bei der Weihnachtsfeier des Flüchtlingskindes Jesus! Schon vergessen – lesen Sie Matthäus 2, 13 folgende nach!
Trotzdem freundliche Grüße!

Paul-Ulrich Lenz (Pfarrer im Ruhestand/Schotten)

Baumhausbeichte - Novelle